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Seeuferweg Rorschacherberg: Das sind die Argumente der Gegner und Befürworter

Der Seeuferweg in Rorschacherberg ist reif für die Abstimmung. Die Fronten haben sich gebildet: Während Befürworter an die breite Zustimmung und den ökologischen Nutzen appellieren, warnen Gegner vor unberechenbaren Tourismusströmen.
Jolanda Riedener
Zur Revitalisierung Neuseeland mit Seeuferweg stimmt Rorschacherberg über einen Kredit von Brutto 4,5 Millionen Franken ab. (Bild: Urs Bucher)

Zur Revitalisierung Neuseeland mit Seeuferweg stimmt Rorschacherberg über einen Kredit von Brutto 4,5 Millionen Franken ab. (Bild: Urs Bucher)

Erneut steht das Projekt Seeuferweg Rorschacherberg vor der Abstimmung. Für 4,5 Millionen Franken – zirka 3,5 hätte die Gemeinde zu tragen – soll das Seeufer im Neuseeland renaturiert werden. Ein 2,5 breiter Fussweg soll über Stege und dem Ufer vorgelagerte Aufschüttungen führen. Die Ufermauer und der felsige Seegrund sollen durch die Revitalisierung neue Lebensräume erhalten. Ein Erdwall dient als Sichtschutz für Anwohner. Die Ausführungsplanung startet, wenn die Bürger ein Ja in die Urne legen. Anschliessend werden die Pläne öffentlich aufgelegt.

Über das von einer Arbeitsgruppe ausgearbeitete Projekt abgestimmt wird am 10. Februar. Die Gruppe setzt sich aus Vertretern von Gemeinde, Kanton und Parteien sowie Befürworter und Gegner des Uferwegs zusammen.

Darunter auch Sven Bradke, Anwohner und Sprecher der IG Neuseeland. Er gibt zu bedenken, dass die Parteien vor allem Befürworter eines Uferwegs in die Arbeitsgruppe entsandten. «Die Mehrheit der Rorschacherberger Bevölkerung sprach sich in der damaligen Umfrage zudem – ohne die Kosten zu kennen – für einen separaten Radweg entlang der Churerstrasse und einen Fussweg im Uferbereich aus; ein Seeuferweg alleine hatte keine Mehrheit», sagt Bradke.

Ökologisch wertvoll und touristisch überfordernd

Weiter seien Anfang und Ende des geplanten Wegs nicht in die Umgebung eingebettet: Weder in Staad noch Rorschach werde er weitergeführt.

Die Parkplatzsituation beim Hörnlibuck sei bei gutem Sommerwetter heute schon unhaltbar. Rorschacherbergs Infrastruktur reiche dafür nicht aus. «Der Tourismusaspekt wurde beim Projekt nicht berücksichtigt», sagt Bradke. Mogelsberg sei zum Beispiel mit dem Ansturm auf den neuen Baumwipfelpfad völlig überrannt worden. Ähnliches könne auch Rorschacherberg bevorstehen, sollte ein attraktiver Uferweg gebaut werden. «Nicht die Rorschacherberger Bevölkerung würde alsdann von einem solchen Projekt profitieren, sondern insbesondere auswärtige Touristen», sagt Bradke. Dafür sei eine Aufschüttung mit Weg zu teuer.

Auch würde es gemäss Bradke zu mehr Abfall und Lärm kommen, was die Anwohner im Quartier und nach Futter suchende Wasservögel belasten werde.

Zustimmung über die Parteigrenzen hinweg

Florin Rupper ist Mitglied einer überparteilichen Kerngruppe, die sich für den Seeuferweg einsetzt. Auch er war bei der Ausarbeitung beteiligt. Die vorliegende Lösung ist für ihn eine Win-win-Situation. «Mit der Aufschüttung wird das Seeufer einerseits revitalisiert und markant ökologisch aufgewertet. Andererseits erhält die Öffentlichkeit einen schönen Fussweg am Seeufer», sagt er. Weiter erfülle die Gemeinde mit dem Projekt auch ihre gesetzliche Pflicht, das Seeufer öffentlich zugänglich zu machen. 4,5 Millionen Franken soll der Steg mit Aufschüttung kosten, eine Million stellt der Kanton in Aussicht. Dies sei für Rorschacherberg absolut verkraftbar, sagt Rupper.

Auch die Entflechtung des Fussgänger-Uferwegs und des Velowegs entlang der Churerstrasse ermögliche eine konfliktfreie Lösung. Widerstand seitens der Anwohner sei zwar zu erwarten. Mit dem vorliegenden Projekt wolle man deren Interessen aber bestmöglich berücksichtigen. «Wir suchen schon lange eine Lösung. Nun wurden alle Beteiligten mit ins Boot geholt. Diese Chance müssen wir jetzt packen», sagt Rupper. Sollte die Vorlage nicht angenommen werden, ist das Thema für Jahre vom Tisch, bestätigt auch Gemeindepräsident Beat Hirs.

Die Parolen der Ortsparteien sind noch nicht gefasst. Einige sind auf Anfang Jahr zu erwarten. Die Abstimmung werde aber über Parteizugehörigkeit hinweg entschieden. Bereits im Befürworter-Kernteam vertreten seien Parteiangehörige von FDP, CVP, SP sowie Parteilose.

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