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Reportage

Nächtlicher Baustellenbesuch: In Rorschach müssen die Schienen weichen

Die zweite intensive Bauphase rund um den Doppelspurausbau zwischen Goldach und Rorschach hat begonnen.
Ralf Rüthemann
Abtransport der alten Geleise (Foto: Christof Sonderegger)Abtransport der alten Geleise (Foto: Christof Sonderegger)
Abtransport der alten Geleise (Foto: Christof Sonderegger)Abtransport der alten Geleise (Foto: Christof Sonderegger)
Zerschneiden der Geleise (Foto: Christof Sonderegger)Zerschneiden der Geleise (Foto: Christof Sonderegger)
Abtransport der alten Geleise (Foto: Christof Sonderegger)Abtransport der alten Geleise (Foto: Christof Sonderegger)
Zerschneiden der Geleise (Foto: Christof Sonderegger)Zerschneiden der Geleise (Foto: Christof Sonderegger)
5 Bilder

Baustelle Rorschach

Es ist Freitagabend um 22.30 Uhr. Die Gäste im Restaurant Capri sitzen gemütlich an den Tischen am Fenster mit exklusivem Blick auf die Grossbaustelle beim Stadtbahnhof. Die Gleisarbeiter haben die Schienen bereits getrennt, jetzt müssen sieben Gleisjoche auf einer Strecke von 240 Metern abtransportiert werden. Zum Glück ist die Zugverbindung zwischen Goldach und Rorschach unterbrochen, ansonsten würde es in eine Katastrophe münden. Stattdessen verkehren Ersatzbusse.

«Auf dem Streckenabschnitt zwischen den Bahnübergängen Mariabergstrasse und Kaplaneiweg setzen wir am Sonntag die Weiche», erklärt Oberbauleiterin Kelly Heilmann. Mit der Platzierung dieser Weiche wird die Arbeit an der zweiten Spur eingeläutet – im Mai 2020 sollen die Züge vorübergehend nur über diese verkehren.

Die Arbeiten stehen unter zwei kritischen Blicken

Neben der Oberbauleiterin beobachtet auch Bauleiter Balz Ruprecht das Geschehen. Während er für die Planung der Arbeiten auf der Baustelle zuständig ist, müsste Kelly Heilmann reagieren und Alternativen in die Wege leiten, wenn zum Beispiel die Weiche aus irgendwelchen Gründen doch nicht am Sonntag gesetzt werden kann. Ziemlich entspannt schaut auch der Sicherheitsverantwortliche Marcel Schmid den Gleisarbeitern zu. «Das hier war einfach für mich», sagt er. «Die Verbindung ist ja unterbrochen und wir haben hier nur ein Gleis und eine Leitung.»

Wesentlich anspruchsvoller sei seine Arbeit untertags, wenn der Zugverkehr im Gang ist und Arbeiten parallel dazu ausgeführt werden. Doch auch Marcel Schmid ist einen kurzen Moment angespannt an diesem Abend, als fünf Jugendliche den abgesperrten Gehweg direkt neben dem Bahngleis durchqueren. Er sagt:

«Wenn hier einer umfällt und sich verletzt, sind wir schuld.»

Ebenfalls kritisch, jedoch aus einer anderen Perspektive, äussert sich auch Balz Ruprecht dazu: «Entlang des abgesperrten Wegs haben wir Schnur als Richtlinie gespannt. Wenn da jemand reinläuft, müssen wir diese wieder neu ausrichten.»

Er arbeitet lieber in der Nacht

Der Gleiskran bringt jeweils drei aufeinandergestapelte Gleisjoche zum Hauptbahnhof. Die einen Arbeiter fahren mit, die anderen warten auf der Baustelle. Pedro Miguel ist einer davon. Diese Arbeit macht er zum ersten Mal, sagt er.

«Bis jetzt habe ich immer Gleise montiert, aber noch nie welche entfernt.»

Dass es Freitagabend kurz vor Mitternacht ist, macht ihm nichts aus. Er sei es sich gewohnt, in der Nacht zu arbeiten. «Mir ist es sogar recht», sagt er. Für einen längeren Schwatz hat er aber keine Zeit, der Kran ist bereits wieder da. Weiter geht’s.

Auf dem Arbeitsplan an diesem Wochenende steht auch die Entfernung der Spundwände, die für den Bau der neuen Unterführung beim Stadtbahnhof gebraucht wurden. Die Hälfte der Unterführung ist bereits gebaut und ab dem 11. Mai, sobald das Perron auf der neuerrichteten Seite in Betrieb ist, kann die Unterführung auf der alten, bereits bestehenden Seite ausgeweitet werden.

Es ist ein Riesenprojekt der SBB, das die Kapazitätsengpässe auf der Linie St. Gallen – St. Margrethen entschärfen und die Ostschweiz an den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland anschliessen soll. Doch die Verantwortlichen nehmen eins nach dem anderen. Für sie ist es ein Genuss, an diesem Abend auf der Baustelle zuzuschauen: «Nach einer so langen Planungsphase über mehr als fünf Jahre sind wir gerne hier, um zu sehen, ob alles läuft. Auch wenn es an einem späten Freitagabend und über das ganze Wochenende ist», sagt Balz Ruprecht.

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