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«So viele wie noch nie» – Verein schickt 583 Weihnachtspäckli aus Gaiserwald in arme Länder des Ostens

Jedes Jahr führt ein Verein zur Unterstützung sozialer Projekte in Gaiserwald die Aktion «Weihnachtspäckli für den Osten» durch. Ruth Lareida, eines der acht Mitglieder, sagt, wohin die Päckli gehen. Und warum der Verein trotz Corona in diesem Jahr eine Rekordzahl an Päckli weitergeben kann.

Interview: Siri Würzer
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Noch vor Weihnachten wurden die Päckli auf sieben Lastwagen in die Zielländer gebracht.

Noch vor Weihnachten wurden die Päckli auf sieben Lastwagen in die Zielländer gebracht.

Bild: PD

Wie viele Weihnachtspäckli konnten dieses Jahr in den Osten gesendet werden?

Ruth Lareida: Dieses Jahr kamen bei uns in Engelburg und Abtwil 583 Päckli zusammen. So viele wie noch nie. Die Päckli geben wir jeweils an die Organisation Licht im Osten ab. In der ganzen Schweiz wurde mit der Aktion Weihnachtspäckli in diesem Jahr ebenfalls eine Rekordzahl erreicht. Rund 116'000 Päckli wurden gesammelt.

Wo genau werden die Päckli hingebracht?

Es gibt sieben Zielländer. Diese sind: Moldawien, Rumänien, Ukraine, Weissrussland, Jakutien, Kirgistan und Usbekistan.

Wie gelangen die Weihnachtspäckli dorthin?

Durch die bereits genannte Organisation Licht im Osten. Ehrenamtliche Fahrer und Fahrerinnen bringen die Päckli von der Schweiz in die Zielländer. Dort werden sie von Vertrauensleuten an die Ärmsten verteilt. Sie werden zum Beispiel in Kinderheime und Spitäler gebracht, aber auch zu Familien oder zu älteren, behinderten Menschen. Dieses Jahr haben im November und Dezember sieben voll beladene Lastwagen die Schweiz verlassen.

Welche Aktionen führen Sie jährlich durch?

Es gibt vier Möglichkeiten, unsere Sache zu unterstützen. Im Gemeindeblatt veröffentlichen wir jeweils eine Packliste. Die Leute, die möchten, können die dort aufgelisteten Sachen anschliessend selbst besorgen und uns das fertige Päckli vorbeibringen. Dann gibt auch den Sammeltag Anfang November. Da haben wir vor dem Spar in Engelburg einen Stand. Dort kann man sich eine Einkaufsliste nehmen und anhand derer den Inhalt eines Päckli einkaufen. Danach kann man den Einkauf bei uns am Stand abgeben und wir machen daraus ein Päckli. Es gibt auch immer die Möglichkeit, eine Spende zu machen. Und die vierte Möglichkeit ist, bei der Aktion mitzuhelfen.

Was ist der Inhalt eines Weihnachtspäcklis?

Es gibt Päckli für Kinder sowie Päckli für Erwachsene. Es sollte immer möglichst das Gleiche in den Päckli sein. Deshalb machen wir auch die Pack- und Einkaufslisten. Darauf stehen Lebensmittel und Hygieneartikel wie etwa Zahnpasta, Schokolade, Stifte und Teigwaren. Da es in den Zielländern kalt werden kann, legen wir seit einigen Jahren auch immer etwas «Glismets» hinein. So haben viele Frauen dieses Jahr ehrenamtlich um die 500 Mützen, Schals, Handschuhe und Socken gestrickt.

Haben Sie die Empfängerinnen und Empfänger der Päckli schon einmal selbst besucht?

Selber bin ich noch nie dabei gewesen. Ich würde aber sehr gerne einmal mitzugehen und beim Verteilen helfen. Die Leute an diesen Orten haben Freude, dass sie etwas bekommen. Es berührt sie, dass in der Schweiz an sie gedacht wird und sie nicht vergessen sind.

Wurde ihre Aktion dieses Jahr stark von Corona beeinflusst?

Wir hatten anfangs natürlich die Befürchtung, dass unsere Aktion verboten werden könnte. Ich selbst hatte die ganze Waschküche bereits voller Zeugs. Wir wollten diese Sachen aber nicht bei uns lagern, sondern an arme Leute weiterverschenken. Deshalb waren wir sehr froh, als wir unsere Aktionen mit einem Schutzkonzept durchführen konnten.

Seit wann führen Sie diese Weihnachtsaktion durch?

Wir sind ein private Gruppe von acht Leuten. Seit neun Jahren sind wir aktiv. Mittlerweile kennt man uns und wir werden von der Gemeinde unterstützt. Wenn die Leute etwas haben, das sie nicht mehr brauchen, dann wissen sie, dass sie es zu uns bringen können.

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