Nachfrage in Eggersriet: «Die Preisdifferenz ist zu wenig gross»

In der A-Region kann seit Anfang Jahr gemischter Kunststoff mit dem «Kuh-Bag» an Sammelstellen abgegeben werden. Zum Abfallzweckverband gehört auch die Gemeinde Eggersriet, trotzdem plant sie nun den Alleingang

Johannes Wey
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Die Gemeinde Eggersriet sucht eine andere Lösung als den «Kuh-Bag» zur Sammlung von Kunststoffabfällen. (Bild: Andrea Stalder - 9. August 2016)

Die Gemeinde Eggersriet sucht eine andere Lösung als den «Kuh-Bag» zur Sammlung von Kunststoffabfällen. (Bild: Andrea Stalder - 9. August 2016)

Stimmt die Bürgerversammlung dem Budgetposten zu, startet im Frühsommer in Eggersriet ein Versuch mit eigener Kunststoffsammlung. Gemeindepräsident Roger Hochreutener sieht im Modell der A-Region zu wenig Anreize für die Verbraucher.

Roger Hochreutener, Gemeindepräsident von Eggersriet. (Bild: Hanspeter Schiess - 21. Februar 2017)

Roger Hochreutener, Gemeindepräsident von Eggersriet. (Bild: Hanspeter Schiess - 21. Februar 2017)

Weshalb will eine kleine Gemeinde wie Eggersriet ein eigenes Modell für die Kunststoffsammlung einführen?

Eine Kunststoffsammlung ist nur sinnvoll, wenn sie von genügend Haushalten benutzt wird. Wir glauben aus verschiedenen Gründen nicht, dass das mit dem «Kuh-Bag» der Fall wäre.

Die wären?

Zum einen finden wir die Preisdifferenz zwischen einem Kehrichtsack und einem «Kuh-Bag» zu wenig gross. Wegen den paar Franken nimmt niemand diesen Aufwand auf sich. Zum anderen muss der «Kuh-Bag» zu einer Sammelstelle gebracht werden. Ältere Bewohner oder Leute ohne Auto blieben damit von diesem Angebot ausgeschlossen.

Was für ein Modell schwebt Ihnen vor?

Wir würden die Kunststoffe wie den Kehricht mit einem Kippfahrzeug einsammeln. Was dann geschieht, müssen wir noch abklären. Jedenfalls werden wir die Kunststoffe nicht zum Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid bringen.

Sondern?

Wir suchen einen Partner, der die Kunststoffe sinnvoll verwertet. Das muss natürlich in der näheren Umgebung sein, schliesslich wäre es nicht ökologisch, die Abfälle beispielsweise nach Genf zu bringen. Von den gesammelten Kunststoffen soll möglichst wenig verbrannt werden. Und die Kosten für die Entsorgung müssen sich in Grenzen halten.

Was für Rückmeldungen haben Sie aus der Bevölkerung erhalten?

Die Vernehmlassung hat gezeigt, dass Sammelstellen auf wenig Gegenliebe stossen. Zudem lehnen es die Einwohner ab, den Kunststoff zu festgelegten Zeiten irgendwo abzugeben. Insgesamt würde die Bevölkerung eine Kunststoffsammlung aber begrüssen.

Und wie halten Sie persönlich es zu Hause mit Ihrem eigenen Kunststoff-Abfall?

Ich trenne in meinem Haushalt die Kunststoffe seit längerem vom Abfall, aus Überzeugung. Bislang muss ich dafür die Säcke mit dem Kunststoff aber selber bei einem Recycling-Unternehmen vorbeibringen.