Nachfolge von Thomas Müller: CVP-Stadtrat Stefan Meier verzichtet auf Kandidatur

Der Rorschacher CVP-Stadtrat Stefan Meier tritt bei der Ersatzwahl für das Stadtpräsidium nicht an. Ob die CVP-Ortspartei nun den ihrer Meinung nach «guten bürgerlichen Kandidaten» Robert Raths von der FDP unterstützt, bleibt offen.

Rudolf Hirtl
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Stadtrat Stefan Meier auf dem Lindenplatz in Rorschach: «Ich bin froh, dass meine Entscheidung nun kommuniziert wurde und ich die Weihnachtszeit geniessen kann.» (Bild: Rudolf Hirtl)

Stadtrat Stefan Meier auf dem Lindenplatz in Rorschach: «Ich bin froh, dass meine Entscheidung nun kommuniziert wurde und ich die Weihnachtszeit geniessen kann.» (Bild: Rudolf Hirtl)

Ich trete nicht an» – sagt Stefan Meier beim Gespräch mit dem «Tagblatt» und wirkt dabei ruhig und besonnen. Eigentlich hätte er allen Grund sauer zu sein, nachdem sich die örtliche FDP Ende September nicht an das Gentlemen’s Agreement hielt und vorschnell Robert Raths für die Nachfolge von Stadtpräsident Thomas Müller positionierte. Damit brachte sie den in der Vergangenheit als chancenreichsten Müller-Nachfolger gehandelten CVP-Stadtrat in eine zumindest schwierige Situation.

War der Ärger schuld dafür, dass sich Stefan Meier lange Zeit liess, um seine Entscheidung zu kommunizieren? «Nein, ich war zwar überrascht, hege aber keinen Groll gegen die FDP», macht Meier klar. «Es gibt eine gute bürgerliche Kandidatur. Aus diesem Grund habe ich mich in Absprache mit der Partei entschieden, auf eine eigene Kandidatur zu verzichten.»

«Es war richtig, besonnen statt vorschnell zu handeln»

Wichtig sei ihm das Wohl von Rorschach. Aus diesem Grund hätten er und die Partei auch nicht vorschnell gehandelt. «Wir haben die FDP-Kandidatur zur Kenntnis genommen, diskutiert und analysiert. Es war richtig, besonnen zu handeln und sachlich zu bleiben», sagt Meier. Seiner Meinung nach wäre es wichtig, dass ein bürgerlicher Kandidat die Nachfolge von Thomas Müller antrete, weil dies Gewähr biete, dass die vom Stadtrat und vom Stadtpräsidenten aufgegleiste Entwicklung weitergeführt werde.

«Die positive Entwicklung von Rorschach muss weitergehen.»

«Die Stadt Rorschach hat sich baulich und strukturell erfreulich entwickelt. Dies zeigt sich auch darin, wie positiv die Projekte angenommen werden und die erfreuliche Nachfrage etwa bei Wohnungen. Nun ist es wichtig, auch die gesellschaftliche Komponente parallel zur strukturellen Entwicklung zu fördern», sagt Meier, der auch dem Rorschacher Gewerbeverein als Präsident vorsteht. Insbesondere was gesellschaftliche Anlässe angehe, vertrete er aber dieselbe Meinung wie Bundesrätin Karin Keller-Sutter, «Privat vor Staat». Dort wo Private durch ihr Engagement etwas auf die Beine stellen würden, solle die Stadt bestmöglich Unterstützung bieten, aber nicht selber eingreifen.

CVP entscheidet erst nach Anhörung der Kandidaten

Egal, wer der nächste Stadtpräsident werde, auch in Zukunft werde er konstruktiv im Stadtrat mitarbeiten. So brauche es in Rorschach beispielsweise eine durchdachte Tagestruktur für Familien. Einerseits, um Rorschach noch attraktiver zu machen und anderseits sei es in der heutigen Zeit wichtig, dass verschiedene Formen des Familienlebens möglich seien. «Auch bei diesen Aufgaben würde ich gerne mitanpacken und daher werde ich auch für die nächste Legislaturperiode als Stadtrat kandidieren», so Meier. Welchen Kandidaten die CVP-Rorschach nun zur Wahl empfehlen werde, stehe noch nicht fest. «Wir werden alle Kandidaten zu einem Hearing einladen und dann darüber entscheiden», sagt Meier. Persönlich werde er sich als Mitglied des Stadtrates nicht in den Wahlkampf einmischen.