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Nach zwei Jahren übernimmt der Vize: Stefan Täschler wird neuer Kirchenverwaltungsratspräsident in Gossau

Stefan Täschler wird im April neuer Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Gossau. Er hat eine Vision: Die Organisation der Kirche soll vereinfacht werden – sodass sich alle auf ihre Aufgaben konzentrieren können.
Nina Rudnicki
Stefan Täschler ist auch fasziniert von der japanischen Religion Shintō. (Bild: Urs Bucher)

Stefan Täschler ist auch fasziniert von der japanischen Religion Shintō. (Bild: Urs Bucher)

Stefan Täschler ist Gossauer durch und durch. Der zukünftige Kirchenverwaltungsratspräsident der Katholischen Kirchgemeinde lebt mit seiner Familie in dem Haus in Gossau, in dem er bereits als Kind aufgewachsen ist. Jeden Tag pendelt er mit dem Auto zwischen seinem Unternehmen in Herisau und seiner Heimatstadt hin und her. In Gossau ist er gut vernetzt: Täschler engagiert sich seit jeher ehrenamtlich in der Kirche. So war er etwa mehrere Jahre Mitglied im Pfarreirat und ist seit 25 Jahren Kommunionhelfer.

Seit vier Jahren ist er im Kirchenverwaltungsrat tätig. Anfangs April wird er nun zu dessen Präsidenten gewählt. «In unserer Kirchgemeinde gibt es über 400 ehrenamtlich tätige Personen. Wir sind eine lebendige Pfarrei, in der es Spass macht, sich zu engagieren», sagt er und fügt an:

«Jede Person sollte sich auf irgendeine Weise ehrenamtlich engagieren. Nur so funktioniert unsere Gesellschaft.»

Amt bringt viel Verantwortung mit sich

Dass er zum Kirchenverwaltungsratspräsidenten gewählt wird, empfindet Stefan Täschler als Ehre. «Aber andererseits drückt es auch. Das Amt erfordert viel Zeit und bringt viel Verantwortung mit sich. Davor habe ich Respekt», sagt der 53-Jährige. Er ist Geschäftsführer einer Firma, die Laserdistanzmessgeräte produziert und vertreibt. Geschäftlich ist er auf der ganzen Welt unterwegs. Die typische 40-Stunden-Woche kennt er nicht. «Meine Arbeitsstunden zähle ich längst nicht mehr», sagt er.

Fürer ist umgezogen

Die Wahl eines neuen Präsidenten für den Kirchenverwaltungsrat wird nötig, weil Matthias Fürer das Amt nach zwei Jahren bereits wieder abgibt. Der Grund dafür ist sein Wegzug nach St. Gallen im Juni 2018. «Wir haben jahrelang in Gossau nach Wohneigentum gesucht, aber nichts gefunden», sagt der scheidende Präsident. In der Nachbarstadt war ihm mehr Glück beschieden. Für das Amt besteht eine Wohnsitzpflicht. Die Katholische Administration musste Fürers Verbleib im Amt bis zur Kirchbürgerversammlung am 7. April bewilligen. (jw)

Für die Seelsorgeeinheit Gossau hat er eine Vision: Als Präsident möchte er «für alle Mitarbeitenden und für alle ehrenamtlich Tätigen eine optimale Verwaltung schaffen». Die Informatik und die Organisation sollen so gestaltet werden, dass es weniger Aufwand braucht, Dinge zu erledigen. «Eine optimierte Verwaltung ist die Voraussetzung dafür, dass die Seelsorge gute Arbeit leisten und sich auf ihre Aufgaben konzentrieren kann.»

Durch den regelmässigen Kontakt mit den Seelsorgern weiss Täschler, welche Projekte anstehen und welche Themen relevant sind. In Gossau soll etwa die Jugendarbeit gefördert werden. «Es ist wichtig, dass sich auch Jugendliche in der Kirche wiedererkennen und Ansprechpersonen sowie Räume haben», sagt er. Die Stärke der Kirche sieht er darin, dass sie eine Gemeinschaft bietet. «Und diese braucht jeder Mensch.»

Leidenschaft für die japanische Kultur

Ausgleich zu seiner Arbeit findet Stefan Täschler, wenn er sich in einer ruhigen Minute hinsetzt. «Meist genügt es mir, wenn ich mich irgendwo kurz besinnen kann. Ich brauche dafür keinen bestimmten Ort», sagt er. Auch die japanische Kultur begeistert ihn. Bei diesem Stichwort gerät Täschler ins Schwärmen und ins Schwelgen in Erinnerungen. Seine Frau, eine Japanerin, hat er vor über 20 Jahren während eines Sprachaufenthaltes in Chicago kennen gelernt. Dabei wurde auch sein Interesse für die japanische Kultur geweckt. «Bis heute fasziniert mich, wie die Japaner in der Gemeinschaft und im Jetzt leben», sagt er.

So gebe es eine japanische Redewendung, die besage, dass jeder Moment einzigartig ist und sich nicht wiederholen lässt. Und was vorbei ist, könne man nicht ändern. Auch von der japanischen Religion Shintō ist er fasziniert. «Diese Religion kennt Tausende Götter: Etwa Bäume, Sterne und die Gottheiten aller anderen Religionen», sagt er. Das Ziel des Shintoismus sei es, im Einklang mit allen Göttern und somit im Einklang mit der Natur, den Ahnen und den anderen Religionen zu leben.

Täschlers vier Kinder sind allerdings alle katholisch. «Religion ist eine Gemeinschaftserfahrung. Daher macht es Sinn, dass sie in der Schweiz Mitglied der katholischen Landeskirche wurden», sagt er. Durch die religiöse Erziehung hofft er für seine Kinder ein Grundfundament zu schaffen.

«Sie sollen das Vertrauen in Gott haben, dass sie immer ihren Weg finden werden.»

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