Nach zwei Jahren Leerstand: Der Kiosk in St.Georgen öffnet wieder

Ab Freitag bietet der Kiosk an der Bergstation der Mühleggbahn wieder Snacks und Süsses – in neuem Verkaufsraum und als Sozialprojekt.

Christina Weder
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Florian Scherrer und einer seiner Mitarbeiter sind bereit für die Eröffnung des Kiosks.

Florian Scherrer und einer seiner Mitarbeiter sind bereit für die Eröffnung des Kiosks.

Bild: Christina Weder

Wer vom Stadtzentrum in Richtung Drei Weieren hochgeht, kann seit heute wieder einen Glacehalt einlegen: Der Kiosk an der Bergstation der Mühleggbahn in St. Georgen ist erstmals seit langem wieder geöffnet. Bei «Georg», wie der Kiosk neu heisst, gibt es neben Glace auch Süssigkeiten, Pommes-Chips, Snacks, Kaffee, Gipfeli, Zeitungen, Zeitschriften und Zigaretten. Betrieben wird der Kiosk von der Organisation Workaut, die Menschen mit Autismus begleitet.

Deren Leiter Florian Scherrer freut sich auf den morgigen Tag, auch wenn er bedauert, dass das geplante Eröffnungsfest aufgrund der Coronakrise auf unbestimmte Zeit verschoben werden muss. Viele Quartierbewohnerinnen und -bewohner hätten ihm aber versichert, sie seien froh, dass der Kiosk im Quartier endlich wieder öffne. «Das stimmt mich zuversichtlich für die Zukunft.»

Arbeitsplatz für Personen mit Autismus

Zwei Jahre ist es her, seit der alte Kiosk wegen sinkender Umsätze dichtmachte. Nun wechselt nicht nur der Betreiber, auch das Erscheinungsbild des Kiosks hat sich in den vergangenen Wochen gewandelt. Die einstige Warenauslage ist verschwunden. Nach einem Umbau ist ein rund 20 Quadratmeter grosser Verkaufsraum entstanden, den Kundinnen und Kunden durch eine Schiebetür betreten. Im Angebot ist ein klassisches Kiosksortiment. Gipfeli und Backwaren stammen aus den beiden Quartiersbäckereien Ruppeiner und Weder. Florian Scherrer sagt dazu:

«Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum Angebot
im Quartier.»

Auf der Schiebetür des Kiosks fallen Symbole, Buchstaben aus dem Fingeralphabet und aus der Blindenschrift ins Auge. Das ist kein Zufall. Denn es handelt sich um den ersten «inklusiven Kiosk» in der Region, wie die Betreiber mitteilen. Im Verkauf werden Personen mit Autismus oder körperlichen Beeinträchtigungen mitarbeiten. Unterstützung erhalten sie von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. «Das Konzept ist vergleichbar mit jenem im Hotel Dom», sagt Scherrer.

Das geplante Café muss noch warten

Den Umbau des Kiosks haben Stiftungen und Privatpersonen mitfinanziert. Doch nun müsse der Kiosk selbsttragend funktionieren, sagt Scherrer. Dereinst soll im Verkaufsraum ein Café mit fünf Plätzen entstehen, das zu einem neuen Treffpunkt im Quartier werden könnte. Doch aufgrund der Coronakrise müssen die Betreiber damit zuwarten. Solange die Hygieneregeln und Vorschriften gelten, dürfen sich vorerst höchstens zwei Kunden gleichzeitig im Verkaufsraum aufhalten.
Da auch Jugendliche aus sonderpädagogischen Schulen einzelne Halbtage mitarbeiten werden und die Schulen derzeit wegen des Coronavirus geschlossen haben, sind die Öffnungszeiten zu Beginn noch reduziert. In der Regel dauern sie täglich von 9 bis 17 Uhr. Ziel von Florian Scherrer und seinem Team ist es aber, die Öffnungszeiten bald auszuweiten.

Mehr Informationen zum Kiosk Georg gibt es hier.