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Nach über zwanzig Jahren beim Freizytchörli Gossau-Flawil: Dirigentin Cäcilia Mauchle verabschiedet sich

Über zwanzig Jahre lang leitete Cäcilia Mauchle das Freizytchörli Gossau-Flawil. Nun gibt sie ihr letztes Konzert.
Livia Grob
«Wir sahen uns immer als Pläuschlerverein», sagt Cäcilia Mauchle. (Bild: Ralph Ribi)

«Wir sahen uns immer als Pläuschlerverein», sagt Cäcilia Mauchle. (Bild: Ralph Ribi)

Sie ist nicht nur seit der Gründung mit dabei. «Ich bin die Gründung», sagt Cäcilia Mauchle und lacht. Die langjährige Dirigentin des Freizytchörli Gossau-Flawil gibt diesen Sonntag ihr letztes Konzert mit den Jodlern. «Ich habe die Aufgabe sehr gerne gemacht, doch jetzt ist es Zeit, aufzuhören.» So habe sie mehr Platz in ihrem Terminkalender für ihren Mann, für die Familie und insbesondere für die Grosskinder, sagt Mauchle. Ganz zieht sie sich jedoch nicht aus der Jodlerszene zurück: Den Jodlerclub Waldkirch wird sie weiterhin dirigieren.

Offiziell wurde das Freizytchörli Gossau-Flawil vor 22 Jahren gegründet. Ein Jahr zuvor hatte Cäcilia Mauchle mit Freunden aus Gossau und Flawil die Idee, einen gemischten Chor auf die Beine zu stellen. «In der Jodlerszene wurden gemischte Chöre früher eher belächelt», erzählt Mauchle. Chöre mit Frauen als Vorjodlerinnen oder reine Männerjodelchöre waren die Norm.

«Feuerwehrübung» in Uzwil

Die Freunde trafen sich trotzdem regelmässig, um zusammen zu singen. Nur fehlte ihnen ein Dirigent oder eine Dirigentin. Darum beschloss Mauchle kurzerhand, selbst die Ausbildung zur Dirigentin zu machen. «In Jodlerkreisen sind Dirigenten rar», sagt sie. Das zeigt sich auch daran, dass sie zeitweise drei verschiedene Jodlerchöre leitete. In Uzwil wollte sie nur notfallmässig einspringen – sie nennt es eine «Feuerwehrübung» – und blieb schliesslich mehr als drei Jahre.

Anfangs trat das Freizytchörli an Hochzeiten und Geburtstagen von Freunden und Familie auf. Als der damalige Präsident des Nordostschweizerischen Jodelverbands den Chor singen hörte, schlug er ihnen jedoch vor, im Jahr 2001 am Jodlerfest in Herisau mitzumachen. «Wir sahen uns immer als Pläuschlerverein», so Mauchle. Trotzdem meldeten sie sich an. Schliesslich könne man dabei nichts verlieren, dachten sie sich. Und prompt holte die Gruppe die Bestnote. Auch an den folgenden dreizehn Jodlerfesten erzielte der Chor konstant die Bestnote.

Zum zehnjährigen Bestehen des Freizytchörlis brachte die Gruppe sogar eine CD heraus, die schnell ausverkauft war. «Doch Jodlerfeste sind nur das eine», sagt Mauchle. «Auftritte an Gottesdiensten und in Altersheimen oder auch Konzerte mit anderen Formationen geben einem wirklich etwas zurück.» Sie habe stets versucht, die Lieder zum Leben zu erwecken, sagt Mauchle. Wenn das Publikum mit Tränen in den Augen zuhöre, merke man, dass der Funke übergesprungen sei.

Dirigentin wird zur Sängerin

«Es gibt keine Dirigenten beim Jodeln», betont Mauchle. Sie studiert zwar mit dem Chor die Lieder ein, übt die Einsätze mit ihnen und probt die Bühnenpräsenz. Beim eigentlichen Auftritt jedoch steht Cäcilia Mauchle in den Reihen des Chors und singt mit. Nur um ein neues Lied anzustimmen, steht sie kurz vorne hin und gibt den Ton an.
Diesen Sonntag darf das Freizytchörli den Bettagsgottesdienst in der evangelischen Kirche Haldenbühl in Gossau musikalisch umrahmen. Der Anlass beginnt um 9.40 Uhr. «Wir singen Lieder, die mir am Herzen liegen», sagt Cäcilia Mauchle. Ein «Best of» der letzten Jahre wolle man dabei bieten. Es ist ihr letzter Auftritt mit dem Chor. So könne sie sich von den Leuten aus dem Dorf verabschieden, sagt die Dirigentin.

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