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Nach trockenem 2018: Bauern freuen sich über einen Haufen Heu auf ihren Höfen

Wegen des trockenen Sommers gab es 2018 in der Region St.Gallen, Gossau und Umgebung zu wenig Heu. Dieses Jahr sieht es anders aus.
Rossella Blattmann
René Eigenmann aus Berg hat dieses Jahr einen vollen Heustock. (Bilder: Urs Bucher)

René Eigenmann aus Berg hat dieses Jahr einen vollen Heustock. (Bilder: Urs Bucher)

Die sengende Hitze machte allen zu schaffen. Nicht nur die Menschen, sondern auch die Flora und Fauna in der Region St.Gallen und Umgebung litten unter der Trockenheit des Sommers 2018. So herrschte im gesamten Gebiet Heumangel, und die Heupreise schnellten in die Höhe. Auch im laufenden Jahr gab es bereits heisse Tage. Doch diesmal dürfen sich die Bauern und ihr Vieh freuen.

Heuberge in 
Berg

Auf seinem Betrieb in Berg produziert René Eigenmann Heu und Emd für seine rund 60 Milchkühe. «Ich habe bereits Anfang Juni fertig geheut.» In der Zwischenzeit sei bereits der erste Schnitt Emd – das getrocknete Gras ab dem zweiten Schnitt – konserviert worden. Es stünden noch zwei bis drei Schnitte an. «Aufgrund der ersten zwei Schnitte sieht es sehr gut aus dieses Jahr», sagt der 36-Jährige. Ob die letzten zwei bis drei Schnitte auch so gut würden, hänge vom Wetter ab.

«Wie dieses Jahr wirklich wird, können wir erst im Herbst feststellen.»

Eigenmanns Kühe haben dieses Jahr genug Heu zu fressen.

Eigenmanns Kühe haben dieses Jahr genug Heu zu fressen.

Seine Wiesen hätten sich sehr gut von der Dürre 2018 erholt, und zu den grossen Mengen an Heu geführt, die sich nun auf seinem Hof befinden, sagt Eigenmann. «Das hat auch mich überrascht.» Die extreme Hitze des letzten Juniwochenendes habe zwar vorerst zu einem leicht geringeren Wachstum des Grases geführt. Doch auch wenn diesen Sommer erneut eine Hitzewelle über die Region ziehen sollte:

«2019 stapeln sich zirka 25 Prozent mehr Heu in meinem Heustock als 2018 zu dieser Jahreszeit.»

2019 ist wohl genug Heu für Eigenmanns Milchkühe und Kälber vorhanden.

2019 ist wohl genug Heu für Eigenmanns Milchkühe und Kälber vorhanden.

Eine Frage der 
Qualität

Auch der Gossauer Peter Mosberger hat 2019 mehr Heu. «Ich bin erleichtert.» 2018 habe er wegen Hitze und Wassermangel etwa einen Drittel weniger Heu als in einem normalen Jahr gehabt. Ende Mai hat Mosberger dieses Jahr zum ersten Mal Heu geschnitten. Auch wenn die Heumenge gross sei: «Von welcher Qualität das Heu ist, wird sich noch zeigen.» Er hätte lieber zwei Wochen früher, sprich Mitte Mai, den ersten Schnitt vorgenommen, ergänzt der 31-Jährige. «Dann wäre das Heu besser geworden.»

Nährstoffreserven in den Böden

Andreas Widmer, Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbandes. (Bild: PD)

Andreas Widmer, Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbandes. (Bild: PD)

Auch Andreas Widmer, Geschäftsführer des St.Galler Bauernverbandes, zeichnet ein positives Bild. «Im Talgebiet und in den Hügelgebieten konnte 2019 bisher sehr viel Heu und Emd produziert werden.» Die Wärme im Juni habe dem Boden gutgetan. «Da der Boden im Frühjahr genügend Wasser gespeichert hat, herrschte in den letzten sechs Wochen ideale Bedingungen für das Gras.»

Die Dürre 2018 hat laut Widmer gleichzeitig für Mangel und Überschuss gesorgt. «Es macht den Anschein, dass sich im letzten Jahr in den Böden aufgrund des trockenen Sommers mit tiefen Erträgen grosse Nährstoffreserven gebildet haben.» Diese Reserven hätten das Wachstum in diesem Jahr stark gefördert.

Der Preis für 100 Kilo Heu liege aktuell bei 30 Franken, sagt Widmer. 2018 kostete dieselbe Menge zeitweise über 40 Franken. Hans Hug von der Hug Landesprodukte in Muolen handelt mit Heu aus eigenem Anbau, aber auch mit zugekauftem Heu. Die gute Ernte gleiche das Manko von 2018 aus. Auch Hug nennt 30 Franken als aktuellen Preis für 100 Kilo Heu. Doch je nach Qualität könne der Preis auch 40 Franken erreichen.

Klimawandel fordert
 Landwirte heraus

Die Landwirte müssen sich dem Klimawandel anpassen. Das weiss auch René Eigenmann:

«Die extreme Hitze wird für uns langfristig ein Problem.»

Die Wiesen zu bewässern, sei keine Option. Dies bräuchte viel zu grosse Wassermengen, und würde für die Bauern, welche die Wiesen bewirtschaften, hohe Kosten verursachen. «Bewässerungssysteme machen nur für Gemüse, Früchte und Beeren Sinn.»

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