Nach Parlamentsentscheid gegen das Aussenbecken lanciert die IG Sport Gossau eine Volksinitiative

Das Gossauer Stadtparlament will ein Aussenbecken beim neuen Hallenbad noch nicht einmal planen. Nun endet der Streit um 90'000 Franken wohl an der Urne.

Johannes Wey
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Markus Mauchle von der IG Sport (rechts) überreicht dem Gossauer Stadtpräsident Wolfgang Giella (links) ein Initiativbegehren zum Aussenbecken am Rand der Sitzung des Stadtparlaments Gossau am 3.12.19.

Markus Mauchle von der IG Sport (rechts) überreicht dem Gossauer Stadtpräsident Wolfgang Giella (links) ein Initiativbegehren zum Aussenbecken am Rand der Sitzung des Stadtparlaments Gossau am 3.12.19.

Bild: Johannes Wey

Masterplan Das Resultat kann sich jeder schon vor der Abstimmung ausrechnen: SVP, FDP und Flig stehen der CVP und der SP gegenüber. So bleibt der Projektierungskredit über 90000 Franken für ein beheiztes Aussenbecken beim neuen Schwimmbad mit 17:12 Stimmen chancenlos. Die 3,7 Millionen Franken für die Planung des übrigen Moduls 1 des Masterplans Sportanlagen sind hingegen unbestritten.

Die Gegner des Aussenbeckens führen finanzielle und ökologische Gründe ins Feld: Ungeachtet des Energieträgers sei das grosse Problem der Energieverlust. Schliesslich könne man das Becken tagsüber nicht zudecken, sagte Markus Rosenberger (SVP): «Dann wollen die Leute darin baden – schwimmen kann man ja nicht», sagt er mit Blick auf die geringe Fläche. «Und was hat ein zehn mal zehn Meter grosses Becken mit Sport zu tun?», fragt er auch die Mitglieder von Sportvereinen, die im Publikum Präsenz zeigen.

Mitglieder von Sportvereinen verfolgen die Sitzung des Gossauer Stadtparlaments.

Mitglieder von Sportvereinen verfolgen die Sitzung des Gossauer Stadtparlaments.

Johannes Wey

Ruth Schäfler von der FDP erinnert an die musischen Vereine, deren Anliegen noch auf der Warteliste stünden. Und Stefan Harder von der Flig beruft sich auf die Empfehlung des Bundesamts für Energie, auf Aussenbecken zu verzichten. «Wir sind überzeugt, dass unsere Wähler diese Meinung teilen. Deshalb müssen wir die Entscheidung auch nicht ans Volk delegieren.»

Genau in diese Kerbe schlagen die Befürworter: «Haben Sie Angst vor der Gossauer Bevölkerung?», fragt etwa Patrik Mauchle (CVP). Florian Kobler (SP) verleiht seinem Unverständnis darüber Ausdruck, dass man das Aussenbecken noch nicht einmal planen wolle, um damit verlässliche Fakten zu erhalten. Und Florin Scherrer (CVP) weist darauf hin, dass bei einem Nein zur Projektierung des Aussenbeckens kein Urnengang vermieden würde, da der eigentliche Entscheid gleichzeitig mit der Abstimmung über das übrige Modul 1 des Masterplans gefällt wird. Gerade weil das Parlament die Projektierung des Aussenbeckens ablehnt, dürfte es nun sogar zu einem zusätzlichen Urnengang kommen: Unmittelbar nach der Sitzung überreicht die IG Sport Stadtpräsident Wolfgang Giella ein Initiativbegehren. Bringt die IG 700 Unterschriften zusammen, stimmt die Bevölkerung darüber ab, ob sie voraussichtlich Ende 2021 zusammen mit dem Kredit für das erste Modul des Masterplans Sportanlagen auch über das Aussenbecken abstimmen will.