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Rätselhaftes Aus nach neun Monaten: Der «Hirschen» in Wittenbach ist bereits wieder zu

Das Restaurant auf dem Wittenbacher Dorfhügel ist von einem Tag auf den nächsten
geschlossen worden. Warum, ist unklar. Das Pächterpaar wirtete erst neun Monate im «Hirschen».
Perrine Woodtli
Andy Pöhler und Sindy Berger vor dem 1738 erbauten «Hirschen», kurz nach der Eröffnung im vergangenen August. (Bild: Benjamin Manser)

Andy Pöhler und Sindy Berger vor dem 1738 erbauten «Hirschen», kurz nach der Eröffnung im vergangenen August. (Bild: Benjamin Manser)

Wer in diesen Tagen im Restaurant Hirschen in Wittenbach einkehren möchte, wird enttäuscht. Das Lokal ist seit vergangener Woche geschlossen. Auf Facebook hiess es am Montagmorgen lediglich: «Der ‹Hirschen› ist leider ab sofort geschlossen!» Warum, bleibt unklar – am Abend des selben Tages änderten die Betreiber lediglich noch ihr Profilbild:

Auch auf der Website des Restaurants ist nicht mehr zu erfahren. Und auch auf Anfrage will Pächter Andy Pöhler nichts sagen – noch nicht. Es sei zu früh, um schon Auskunft zur Schliessung geben zu können.

Lange wirteten Andy Pöhler und seine Partnerin Sindy Berger nicht im «Hirschen». Erst im vergangenen August übernahmen sie das Restaurant auf dem Wittenbacher Dorfhügel. Sie arbeitete bereits zuvor in der Gastronomie. Er hatte ebenfalls Erfahrungen in der Gastroszene gesammelt und war als Zimmermann tätig.

Die beiden Deutschen aus dem Rheintal sprühten vor neuen Ideen für das Restaurant: Eröffnungsapéro, Sonntagsbrunch, neues Mittagsmenu oder ein Stand am Weihnachtsmarkt. Gleichzeitig betonten sie, dass sie «zurück zum Ursprung» wollten. Der «Hirschen» solle wieder eine Dorfbeiz werden, in die Vereine einkehren. Gegenüber dieser Zeitung sagte das Paar damals, dass die Dorfbeiz ihr Ticket in die Selbstständigkeit sei. Sie wurde aber auch zum neuen Zuhause; die beiden zügelten mit ihren zwei Töchtern in die Wohnung über dem Restaurant. Pöhler und Berger betonten, dass sie im Restaurant und auch im Dorf präsent sein wollten.

Auch der Vorgänger blieb nicht lange

Ob der Grund für die abrupte Schliessung fehlende Gäste sind, ist offen. Die Besucher blieben zumindest unter dem Vorgänger aber je länger je mehr aus. Vor Andy Pöhler und Sindy Berger wirtete Qaisar Butt im «Hirschen». Der Hotelier hatte grosse Pläne und wollte das Restaurant neu ausrichten. Der Pakistani war mehr Unternehmer als Beizer und nicht immer vor Ort.

Sein Konzept kam nicht an, der Betrieb rentierte nicht und Butt zog die Konsequenzen. Im Sommer 2018 ging es Knall auf Fall: Vor den Sommerferien empfing noch Butt die Gäste, nach den Ferien stand bereits das neue Pächterpaar hinter dem Tresen. Butt bliebt nur rund ein Jahr lang. «Ich habe hier nur meine Zeit verschwendet», sagte er nach seinem Weggang.

Doch vor Qaisar Butt war der «Hirschen» lange in denselben Händen: Werner Trunz führte während 34 Jahren das Wittenbacher Traditionsrestaurant in dritter Generation. Im April 2017 ging schliesslich eine Ära zu Ende, als er sich zur Ruhe setzte. Fast 90 Jahre lang hatte das Restaurant Hirschen der Familie Trunz gehört.

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