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Nach jahrelanger Verzögerung rückt die Überbauung der Ruckhalde näher

An der Unteren Ruckhalde sollen bis 2022 zwei Wohnhäuser entstehen. Das Projekt ist mehr als zehn Jahre alt – und wohl bald am Ziel.
David Gadze
Im unteren Teil der Ruckhalde sind zwei Neubauten geplant. Das Gebäude links des Trassees der Appenzeller Bahnen soll ihnen weichen. (Bild: Ralph Ribi/8. August 2019)

Im unteren Teil der Ruckhalde sind zwei Neubauten geplant. Das Gebäude links des Trassees der Appenzeller Bahnen soll ihnen weichen. (Bild: Ralph Ribi/8. August 2019)

Die Ruckhalde gehört zu den wichtigsten, weil grössten innerstädtischen Baulandreserven in der Stadt St.Gallen. Nach dem Wegfall der Zahnradstrecke der Appenzeller Bahnen infolge der Eröffnung des Tunnels unter der Ruckhalde bietet sie ein grosses Potenzial für eine zentral gelegene Wohnüberbauung. Nach Schätzung von Fachleuten gibt es dort Wohnraum für rund 600 Personen. Anfang Mai hat das Stadtparlament die Umzonung der Ruckhalde zur viergeschossigen Wohnzone angenommen, genehmigt ist sie aber noch nicht. Bis die ersten Häuser entstehen, dürften noch etliche Jahre vergehen.

An der Unteren Ruckhalde, zwischen den Familiengärten und der Oberstrasse, könnten hingegen bald Bagger auffahren: Dort plant die Bauherrin Ela Immo-Bau AG eine neue Überbauung mit zwei Wohnhäusern. Vorgesehen sind zwei längliche Gebäude in fünfeckiger Form. Die Liegenschaft Oberstrasse 119 soll abgerissen werden.

Verzicht auf drittes Gebäude

Der Überbauungsplan lag vor knapp viereinhalb Jahren öffentlich auf. Doch mehrere Einsprachen aus der Nachbarschaft blockierten das Projekt. Inzwischen seien sie bereinigt, sagt Dominik Scheiwiller vom Rechtsdienst der Direktion Planung und Bau. Nach langen Verhandlungen habe der Stadtrat drei der vier Einsprachen ganz oder teilweise abgewiesen, die Einsprecher hätten auf einen Rekurs gegen diesen Entscheid verzichtet. Die vierte Einsprache sei infolge von Anpassungen am Bauprojekt beziehungsweise am Überbauungsplan obsolet geworden. Dieser sah als Option an der Tschudistrasse, gleich neben der Ruckhaldetreppe, Möglichkeiten für eine Sanierung der bestehenden Liegenschaft (Tschudistrasse 69) oder einen Neubau mit leicht grösserem Volumen vor. Diese Pläne sind gemäss Scheiwiller nun vom Tisch: Der überarbeitete Überbauungsplan sieht nur noch die beiden Gebäude an der Oberstrasse vor. Deren Volumen bleibt unverändert.

Am Projekt selbst gab es jedoch ein paar Anpassungen: Die Zahl der Wohnungen hat die Bauherrschaft von insgesamt 42 auf 48 erhöht (25 Zweieinhalb-, zwölf Dreieinhalb- und elf Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen). Ursprünglich sei geplant gewesen, in einem Gebäude Miet- und im anderen Eigentumswohnungen zu realisieren, sagt Architekt Rico Heider. Da sich der Markt in all den Jahren verändert habe, gebe es nun in beiden Neubauten Mietwohnungen. Statt der vorgesehenen grossen Eigentumswohnungen entstehen mehrere kleinere, was zur Erhöhung der Gesamtzahl geführt habe.

«Da es sich nicht um ein Gebiet an exklusiver Lage handelt, macht es keinen Sinn, so grosse Mietwohnungen anzubieten.»

Zusätzlich gebe es rund 280 Quadratmeter Gewerberaum. Auch ein Pavillon, eine Art «Begegnungszentrum» für die Mieterinnen und Mieter der neuen Gebäude, soll entstehen.

Wohnungen sollen 2022 bezugsbereit sein

Die Planung der Überbauung an der Unteren Ruckhalde dauert inzwischen mehr als zehn Jahre. Das Projekt basiert auf einem Studienauftrag aus dem Jahr 2008. Die Bauherrschaft musste es jedoch schon vor der öffentlichen Auflage des Überbauungsplans mehrmals überarbeiten. So änderte beispielsweise die Bundesgesetzgebung über die Bachoffenlegung, was zur Folge hatte, dass die Bauherrschaft das Ruhsitzbächlein ans Tageslicht führen muss. Infolge dessen musste sie auch die Grösse des einen Gebäudes aufgrund des Grenzabstands zum Bach verkleinern.

Das Baugesuch soll laut Viktor Schenkel, Verwaltungsrat der Ela Immo-Bau AG, im September öffentlich aufgelegt werden. Falls dagegen keine Einsprachen eingehen, sollen Anfang 2020 die Bauarbeiten starten. Die Wohnungen wären dann Ende 2021 oder Anfang 2022 bezugsbereit.

Kein direkter Bezug zum oberen Teil der Ruckhalde

Aus Sicht der Stadtplanung handle es sich um eine zeitgemässe Bebauung, die «mit differenzierten Bezügen auf die bauliche Umgebung und die Lage am Hangfuss reagiert», sagt Alexander Weiss, Abteilungsleiter Raumentwicklung. Einen direkten Zusammenhang mit einer späteren Bebauung des oberen Teils der Ruckhalde gebe es grundsätzlich nicht. Entsprechend habe die Stadtplanung bereits vor zehn Jahren keine Auflagen an die Neubauten daraus abgeleitet. Beim Projekt der Ela Immo-Bau AG handle es sich vielmehr um eine «eher eigenständige Siedlung», die als Ergänzung der Häuserreihe entlang der Oberstrasse interpretiert werden könne.

«Gleichwohl könnte das Neubauprojekt einen ersten Impuls für die spätere Bebauung des Gebietes geben.»

Infolge des Baus der Zufahrtsstrasse von der Oberstrasse zum Nordportal des Ruckhaldetunnels gab es einen Land­abtausch zwischen der Ela Immo-Bau AG und den Appenzeller Bahnen. Wie Direktor Thomas Baumgartner sagt, übernahmen die Appenzeller Bahnen insgesamt
468 Quadratmeter von der Ela Immo-Bau AG. Im Gegenzug traten sie
87 Quadratmeter steile Bahnböschung am östlichen Ende des Gebiets, gleich oberhalb der neuen Brücke über die Oberstrasse, an die Ela Immo-Bau AG ab. Die Differenz haben die Appenzeller Bahnen finanziell abgegolten. Der Landabtausch wurde kürzlich in den Handänderungen der Stadt St.Gallen publiziert.

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