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Nach Forderung der SBB: App zur binären Uhr in St.Gallen muss umbenannt werden

Ein St.Galler Entwickler musste seine App Uhr nach Aufforderung der SBB umbenennen. Das Unternehmen hatte sich an der Verwendung seines Logos gestört.
Laura Widmer
Die binäre Uhr am Hauptbahnhof St.Gallen. (Hanspeter Schiess)

Die binäre Uhr am Hauptbahnhof St.Gallen. (Hanspeter Schiess)

«Als ich die App ‹SBBinary› genannt habe, habe ich nicht gross über den Namen nachgedacht», sagt Jan Göltenboth. «Das war leider ein Fehler.»

Der St.Galler Entwickler hatte die App für die binäre Uhr am Hauptbahnhof in St.Gallen programmiert. Mit der App können Nutzer eines Smartphones die binäre Zeitanzeige im Dezimalsystem ablesen.

Eine reine Spielerei für Göltenboth, nicht aber für die SBB. Sie forderten den Entwickler brieflich auf, den Namen des Unternehmens aus der App zu entfernen, wie das Onlinemagazin «Die Ostschweiz» bekannt machte. Sieben Tage gaben die SBB ihm dafür.

«Als Privatperson hat man nur geringe Chancen»

Göltenboth sagt, er habe vollstes Verständnis dafür, dass die SBB ihre Marke habe schützen wollen. «Gegen diese berechtigte Forderung wollte ich mich nicht wehren. Als Privatperson hat man sowieso nur geringe Chancen.»

Auch in der App wurde die Bezeichnung «SBB» entfernt. (Bild: PD)

Auch in der App wurde die Bezeichnung «SBB» entfernt. (Bild: PD)

Die App heisst nun «xbinary». Ausser dem Namen ist alles beim Alten. Beim Logo hat Göltenboth schon vor der Veröffentlichung sichergestellt, dass der Farbton von demjenigen der SBB abweicht. Göltenboth hat jedoch die App nicht umbenannt, sondern ihr ein Rebranding verpasst.

Wer «SBBinary» heruntergeladen hatte, wurde mit einer Pushnachricht dazu aufgefordert auf «xbinary» zu wechseln. Diese Migration der Nutzer auf die neue App stellte für Göltenboth eine «technische Herausforderung» dar, von der er profitiert habe.

Ein anderer Weg wäre vielleicht erfolgreich gewesen

Die SBB schreiben auf Anfrage, sie begrüssten das Engagement des privaten Softwareentwicklers in St. Gallen. «Leider hat es der Entwickler versäumt, die markenrechtlichen Vorgaben zu berücksichtigen.» Dabei mache es auch keinen Unterschied, ob mit der Verwendung des Namens Gewinn erzielt werde. Die App «SBBinary» wurde kostenlos angeboten.

Die Verwendung von geschützten Kennzeichen komme bei den SBB «äusserst selten» vor. Der letzte Fall, der für mediale Aufmerksamkeit sorgte, war die Nutzung der geschützten SBB-Uhr durch Apple.

Im Nachhinein findet Jan Göltenboth, dass ein anderer Weg klüger gewesen wäre:

«Wären die SBB früher über meine Pläne informiert gewesen, hätten sie die Idee vielleicht sogar unterstützt.»

Trotzdem zieht der Entwickler positive Schlüsse: «Klar hat es genervt, aber wir haben alle grössere Probleme.» Er hat bereits Ideen für weitere Apps, «bei denen ich aber sicher das Copyright besser abklären werde.»

Hier können Sie die App herunterladen: Android

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