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Verkehrsunfall in St.Gallen: Nach der Blutspende direkt ins Spital

Nach einer Blutentnahme hat ein 51-Jähriger im Auto das Bewusstsein verloren und einen Unfall gebaut. Beim Blutspendezentrum in St.Gallen spricht man von einer Ausnahme. Spender sollen sich davon nicht abschrecken lassen.
Roger Berhalter
Ärztin Monica Braisch untersucht Blutproben im Ostschweizer Blutspendezentrum an der Rorschacher Strasse 111. (Bild: Ralph Ribi)

Ärztin Monica Braisch untersucht Blutproben im Ostschweizer Blutspendezentrum an der Rorschacher Strasse 111. (Bild: Ralph Ribi)

Vergangene Woche vermeldete die Stadtpolizei einen ungewöhnlichen Unfall. Ein 51-Jähriger war am Dienstag mit seinem Wagen gegen das Heck eines anderen Autos gekracht, gegen eine Hauswand geprallt und danach in ein parkiertes Auto gefahren. Der Mann verletzte sich beim Unfall und wurde ins Spital gebracht. Gegenüber der Polizei gab er an, nach einer Blutspende sei ihm schwarz vor Augen geworden, und er habe das Bewusstsein verloren.

Monica Braisch, stellvertretende leitende Ärztin des Ostschweizer Blutspendezentrums in St.Gallen, kann sich den Unfall nicht erklären. In mehr als 20 Jahren Berufserfahrung als Ärztin habe sie noch nie von einem solchen Fall gehört. Entsprechend müsse sich auch niemand von einem solchen Vorfall abschrecken lassen. Sie betont:

«Wir nehmen das Blutspenden nicht auf die leichte Schulter.»

Nach der Spende folgt eine halbe Stunde Erholung

Zu jeder Blutspende gehöre eine sorgfältige Vor- und Nachbereitung, sagt Monica Braisch. Jeder Spender muss zunächst einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen. «Haben Sie seit 1980 eine Bluttransfusion erhalten?», «Wurde bei Ihnen jemals eine Operation an Gehirn oder Rückenmark durchgeführt?», «Waren Sie in den letzten sechs Monaten ausserhalb der Schweiz?»: Auf solche und viele weitere Fragen muss jeder Spender eine Antwort geben. «Wir fragen auch, ob der Spender Medikamente genommen hat oder wie lange seine letzte Krankheit zurückliegt», sagt Braisch.

Zudem stelle man sicher, dass die Spender nicht gerade nach einem Nachtdienst oder nach einer Prüfung ins Zentrum kommen, und dass sie vor der Blutspende gegessen und getrunken haben. Braisch sagt:

«Nur ein gesunder Mensch wird bei uns zur Spende zugelassen.»

Entsprechend den Vorschriften wird den Spendern bis zu einem halben Liter Blut entnommen, was diese erfahrungsgemäss gut vertragen. Nach der Blutentnahme ruhen die Spender zunächst noch einige Minuten auf der Liege. Danach können sie in die Cafeteria gehen und sich etwas zu essen und zu trinken holen. «Die meisten bleiben nach der Spende noch etwa eine halbe Stunde bei uns, unter ständiger Beobachtung», sagt Braisch. Erst danach darf der Spender – sofern er sich wohlfühlt – das Zentrum verlassen. «Wir empfehlen, sich insgesamt etwa 45 Minuten Zeit zu nehmen.»

Lokführer müssen länger warten

Auf Sport und andere körperliche Anstrengungen sollte man nach einer Blutspende verzichten. Hingegen ist Autofahren laut Monica Braisch grundsätzlich erlaubt. Strengere Sicherheitsvorschriften gelten für Risikoberufe wie Buschauffeure, Lokführer und Piloten. Sie alle müssen nach einer Blutspende mindestens zwölf Stunden warten, bevor sie ihren Beruf wieder ausüben dürfen. Für jeden Spender gilt: Zwischen zwei Blutentnahmen sollten mindestens zehn Wochen liegen. Im St. Galler Zentrum ist gemäss Braisch ein Abstand von drei Monaten üblich. Männer dürfen viermal pro Jahr Blut spenden, Frauen dreimal pro Jahr.

Im vergangenen Jahr zählte das St. Galler Blutspendezentrum insgesamt rund 10'000 Blutentnahmen, wie es im Jahresbericht 2017 heisst. 4200 dieser Blutspenden fanden im Zentrum in St.Gallen statt, 5800 bei mobilen Blutspendeaktionen in den Kantonen St.Gallen sowie Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden.

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