Nach dem sehr guten Abschneiden von Laura Bucher am Wochenende in St.Gallen: SP hat gute Karten im Kampf ums Stadtpräsidium

SP-Regierungskandidatin Laura Bucher hat am Sonntag in der Stadt St.Gallen fast doppelt so viele Stimmen wie SVP-Konkurrent Michael Götte gesammelt. Und sie liess auch den Erstplatzierten des zweiten Wahlgangs, Beat Tinner von der FDP, um rund 3500 Stimmen hinter sich.

Reto Voneschen
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Beat Tinner (FDP), Michael Götte (SVP) und Laura Bucher (SP) standen am Sonntag im zweiten Wahlgang für die St.Galler Kantonsregierung. Gewählt wurden Tinner und Bucher.

Beat Tinner (FDP), Michael Götte (SVP) und Laura Bucher (SP) standen am Sonntag im zweiten Wahlgang für die St.Galler Kantonsregierung. Gewählt wurden Tinner und Bucher.

Bild: Gian Ehrenzeller/KEY (19.4.2020)

In der Stadt St.Gallen ist die SP seit längerem die stärkste Partei. Auch ihre Kandidatinnen und Kandidaten für Majorzwahlen (Ständerat, Regierungsrat, Stadtrat) haben in der Kantonshauptstadt in den vergangenen Jahren regelmässig stark abgeschnitten. Insofern ist das ausgezeichnete Resultat von Laura Bucher vom Sonntag die Bestätigung eines Trends.

In der Stadt Beat Tinner und Michael Götte hinter sich gelassen

Allerdings ist bemerkenswert, wie deutlich die Rheintalerin Bucher in der Stadt ihre Kontrahenten hinter sich lassen konnte. Michael Götte (SVP) stammt immerhin aus der Region und ist in St.Gallen selber auch kein Unbekannter. Trotzdem sammelte Bucher fast doppelt so viele Stimmen wie er. Und auch Beat Tinner (FDP), den Erstplatzierten des zweiten Wahlgangs in die Regierung, liess Bucher in der Stadt um fast 3500 Stimmen hinter sich.

Die nächsten Majorz- oder Personenwahlen finden in der Stadt St.Gallen am 27. September statt. Dann geht es um die fünf Sitze im Stadtrat und vermutlich auch ums Stadtpräsidium. Allgemein wird angenommen, dass Stadtpräsident Thomas Scheitlin (FDP) auf eine erneute Kandidatur verzichten wird. Seine diesbezügliche Erklärung liegt allerdings noch nicht vor.

SP mit guter Ausgangslage, Wahl hängt von vielen Faktoren ab

Sollte es tatsächlich zu einer Ausmarchung ums Stadtpräsidium kommen, hätte eine Kandidatin oder ein Kandidat der SP von vornherein sehr gute Karten und intakte Wahlchancen. Diesen allgemeinen Schluss darf man aufgrund des Resultats des zweiten Wahlgangs in die Kantonsregierung vom Sonntag sicher ziehen. Bei weitergehenden Rückschlüssen ist allerdings vorsichtig geboten: Eine Wahl oder Nichtwahl hängt am Schluss immer von vielen verschiedenen Faktoren ab.

Peter Jans.

Peter Jans.

Bild: Michel Canonica (11.1.2019)

Doch mit wem tritt die SP allenfalls zum Wahlkampf fürs Stadtpräsidium an? Derzeit sitzen zwei Vertreter der Partei in der fünfköpfigen St.Galler Stadtregierung – Peter Jans und Maria Pappa. Sollte es im Herbst tatsächlich zu einer Kampfwahl um Stadtratssitze kommen, ist nicht davon auszugehen, dass die Partei einen dritten Sitz anstrebt. Das wäre trotz ihrer Stärke definitiv zu viel des Guten.

Maria Pappa.

Maria Pappa.

Bild: PD (9.3.2020)

Sollte es hingegen wie erwartet eine Ausmarchung ums Stadtpräsidium geben, könnte sich die grösste Stadtpartei daraus sicher nicht heraushalten. Seit einiger Zeit wird spekuliert, welchen ihrer Bisherigen die SP in dem Fall ins Rennen schicken würde.

Der Erfahrenere wäre Peter Jans. Ihm wird aber nachgesagt, dass das Repräsentieren nicht seine Lieblingsbeschäftigung sei. Das gute Abschneiden von Laura Bucher in der Stadt könnte nun durchaus der Idee einer Frauenkandidatur mit Maria Pappa Schub geben.