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Nach dem Coop kommt in Gossau die Migros

Die Migros plant eine neue Filiale am westlichen Stadtrand Gossaus. Zu mehr Verkehr führe das nicht, argumentiert der Detailhändler. Der Stadtpräsident ist sich dessen nicht sicher.
Adrian Lemmenmeier
Neben Aldi und Müller bald auch Migros: Der Detailhändler übernimmt im Center Moos die Ladenfläche der Modekette OVS. (Bild: Urs Bucher)

Neben Aldi und Müller bald auch Migros: Der Detailhändler übernimmt im Center Moos die Ladenfläche der Modekette OVS. (Bild: Urs Bucher)

550 Quadratmeter gross soll sie werden, die neue Migros-Filiale an der Wilerstrasse. «Das ist ein eher kleiner Supermarkt», sagt Andreas Bühler, Leiter Kommunikation bei Migros Ostschweiz. «Etwa so gross wie die Migros im Spisermarkt in St. Gallen.» Acht bis zehn Personen sollen dereinst hier arbeiten. Der Detailhändler mietet sich im Center Moos ein. Er übernimmt die Ladenfläche der italienischen Modekette OVS. Somit ist die Migros in Gossau bald an drei Standorten vertreten: an der St. Gallerstrasse, an der Stadtbühlstrasse und im Center Moos.

«Wir beobachten seit Längerem, wie die Pendlerströme über Gossau West verlaufen», begründet Bühler die Standortwahl. «Das macht den Stadtteil für eine neue Filiale attraktiv.»

Mehr Supermärkte, mehr Verkehr?

Ähnlich hatte auch der Detailhandelsriese Coop argumentiert, als er kürzlich den Bau eines neuen Supermarktes im ehemaligen Hastag-Areal – wenige hundert Meter vom Center Moos entfernt – bekanntgab. Hier erreiche man sowohl Pendler als auch Leute, die im Industriegebiet arbeiteten. Der Coop-Neubau hat in Gossau Kritik ausgelöst. Zum einen führe ein neuer Supermarkt zu mehr Verkehr, monierten linke Parlamentarier. Zum andern widerspreche der Bau von Supermärkten an der Peripherie dem 2016 erlassenen Stadtentwicklungskonzept. Dort heisst es, der Einzelhandel sei im Zentrum zu konzentrieren. Nichtsdestotrotz hat die bürgerliche Mehrheit im Stadtparlament 2016 das Vorkaufsrecht für das Areal ausgeschlagen – und so Coop den Kauf des Baulandes ermöglicht.

Natürlich verfolge auch die Migros die politischen Diskussionen in Gossau, sagt Andreas Bühler. «Wir sind aber der Ansicht, dass wir mit dem Hauptgeschäft an der St. Gallerstrasse und er Filiale beim Bahnhof dem Bedürfnis des Einkaufens im Zentrum nachkommen.» Es sei unwahrscheinlich, dass Leute vom Zentrum nach Gossau West fahren würden, um dort einzukaufen. Deshalb sei auch nicht mit mehr Verkehr zu rechnen – das zeige auch ein externes Verkehrsgutachten, dass die Migros in Auftrag gegeben habe. Auch bestünden keine Pläne, wegen der neuen Filiale Verkaufsstellen im Zentrum zu schliessen.

Stadtpräsident Wolfgang Giella sieht die Angelegenheit in einem anderen Licht: «Richtig erfreut war ich nicht über die neue Migros-Filiale am Stadtrand.» Denn der Eichenkreisel sei jetzt schon überlastet. Ob neue Supermärkte am Stadtrand tatsächlich zu mehr Verkehr führten, sei aber nicht klar. «Wenn die Leute aus dem Westen Gossaus wegen eines neuen Supermarktes weniger ins Zentrum fahren, um einzukaufen, nimmt der Verkehr ab.» Führen umgekehrt mehr Leute vom Zentrum in die Läden am Stadtrand, nehme er zu. «Wir wissen schlicht zu wenig über das Einkaufsverhalten, um die Situation genau einzuschätzen.»

Wo hört das Zentrum auf?

Das Stadtentwicklungskonzept, das den Detailhandel im Zentrum konzentrieren will, gelte es umzusetzen, so Giella. Allerdings könne die Stadt keinen Einfluss nehmen, wenn sich ein Detailhändler in einem Einkaufszentrum einmiete. Mögliche Instrumente wie ein Gesamtverkehrskonzept oder eine aktive Bodenpolitik müsste man in Gossau erst ausarbeiten. Man müsse sich aber fragen, wo denn das Zentrum der Gemeinde aufhöre. «Im Hinblick auf die Entwicklung in der Sommerau kann es sein, dass sich Gossaus Zentrum in den nächsten Jahren nach Westen verschiebt.»

So gesehen sei es durchaus sinnvoll, wenn es in diesem Stadtteil auch Einkaufsmöglichkeiten gebe.
Was aber geschieht auf der Sommerau? Seit 2014 gehört das Gebiet der Migros Ostschweiz. Der Detailhändler prüft verschiedene Nutzungen. Ein Teil der Fläche soll an das lokale Gewerbe abgetreten werden. «Das Projekt befindet sich im Moment in einer intensiven Phase», heisst es bei der Migros auf Anfrage. Konkrete Termine könne man aber erst nach einer Einigung mit Behörden und Interessenten nennen.

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