Nach Abstimmung: Gossauer Holzverarbeiterin kann nicht zügeln

Die Umzugspläne der Gossauer Gebrüder Eisenring AG sind ein weiteres Mal durchkreuzt worden.

Johannes Wey
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Der heutige Eisenring-Standort. (Bild: Urs Bucher (13. Oktober 2014))

Der heutige Eisenring-Standort. (Bild: Urs Bucher (13. Oktober 2014))

Seit fünf Jahren ist klar, dass die Gebrüder Eisenring AG (Geag) von Gossau nach Lenggenwil zügeln will. Nach Einsprachen und Rekursen hat das Holzverarbeitungsunternehmen am Sonntag einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. Über ihr Bauland im Gebiet Geren fand eine Grundsatzabstimmung statt. Und die Stimmbürger sprachen sich dagegen aus, auf dem Land in einer späteren Ortsplanungsrevision eine maximale Gebäudehöhe von 18,5 Metern zu erlauben.

Geag denkt über Zwischennutzung nach

Für Peter Marty, Inhaber und Geschäftsleiter der Geag, ist deshalb offen, wann und ob sein Unternehmen nach Lenggenwil übersiedelt. Diese Frage stelle sich erst wieder, wenn der neue Zonenplan rechtskräftig sei. Daher liefen derzeit auch keine Planungen. «Wir überlegen uns zurzeit einzig, wie das Areal Geren zwischenzeitlich genutzt werden könnte, auch um die auflaufenden Kosten zu senken», sagt Marty.

Peter Marty, Inhaber Gebrüder Eisenring AG. (Bild: Urs Bucher)

Peter Marty, Inhaber Gebrüder Eisenring AG. (Bild: Urs Bucher)

Zwar sei die Umsiedelung «theoretisch» auch mit einer Gebäudehöhe von 15 Metern möglich, die 18,5 Meter seien aber nicht einfach aus der Luft gegriffen gewesen. Für ihn stelle sich die Frage, ob bei einem anderen Resultat unter dem Strich nicht alle gewonnen hätten. Mit dem Neubau hätte man neue Massstäbe gesetzt, sagt Marty:

«Die Lärmemissionen wären für die Anwohner gleich null gewesen.»

Vor der Abstimmung habe sich die Geag bewusst aus der Diskussion herausgehalten. Marty beklagt aber, dass Behauptungen aufgestellt worden seien, die nicht den Tatsachen entsprochen hätten.

Die Platzprobleme bleiben noch jahrelang

Die Geag, deren Sitz an der Flawilerstrasse in unmittelbarer Zentrumsnähe liegt, plagten schon 2014 erhebliche Platzprobleme. Der Betrieb sei durch das Wachstum an seine Kapazitätsgrenzen gestossen. Die Situation verschärfte sich zusätzlich, als die Geag 2016 die Winterthurer Firma Kälin übernahm.

Für das Unternehmen mit heute über 40 Mitarbeitenden sei die Logistik am Standort Gossau «viel zu umständlich», sagt Marty, was Zeit und Geld koste. Nun werde der Betrieb aber «sicher noch über Jahre» an diesem Standort liegen. Das sei eine Herausforderung, die man laufend annehme.

Die Umzugspläne weckten Interesse am zentral gelegenen Gossauer Grundstück. Doch die Geag stellte früh klar, dass sie ihr Areal nicht verkaufen werde. Was dort dereinst entstehen soll, kann Marty weniger denn je beantworten:

«Diese Frage stellt sich in nächster Zeit nicht mehr.»