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Nach 14 Jahren ist Schluss: Diakon Hans Imboden kehrt zurück in die Innerschweiz

Während 14 Jahren hat Hans Imboden in Bernhardzell als Diakon gewirkt. Als er sich auf die Stelle bewarb, musste er den Ort erst auf der Landkarte suchen.
Nina Rudnicki

Für die Zeit nach seiner Pension habe er bereits eine Anfrage erhalten: Ob er sich ehrenamtlich als Internetseelsorger engagieren wolle. Der 65-jährige Hans Imboden arbeitet noch bis Ende Juli als Diakon für die katholische Pfarrei St. Johannes Baptist in Bernhardzell. Danach wird er nach 14 Jahren pensioniert. Seinen Abschiedsgottesdienst hat er bereits gefeiert. Nun stehen ihm und seiner Frau noch die Vorbereitungen für den Umzug zurück in ihren Heimatkanton Nidwalden bevor.

Allrounder mit Pikettdienst

«In Bernhardzell fühle ich mich sehr wohl. Allerdings möchte ich das Feld für meinen Nachfolger räumen», sagt er. Am Dorf gefällt ihm vor allem das Ländliche und seine Bewohnerinnen und Bewohner. Diese hätten ihm stets das Gefühl vermittelt, dass sie ihrem Diakon besondere Sorge tragen müssten, vor allem seit sie keinen eigenen Pfarrer mehr hätten. Zu den Bernhardzellern hat Hans Imboden einen persönlichen Bezug. Die Aufgabe als Seelsorger in der Anonymität des Internets wäre das komplette Gegenteil. «Ob ich das Angebot annehmen werde, habe ich daher noch nicht entschieden», sagt er.

Als Diakon hat Hans Imboden das Pfarramt geleitet, zusammen mit dem Pastoralteam die Agenda gestaltet, Predigten geschrieben und Gottesdienste gefeiert, die Bewohnerinnen und Bewohner des Altersheims betreut und an der Primar- und Oberstufe Religionsunterricht erteilt. Zu seinen Aufgaben gehörte ausserdem, rund um die Uhr im Pikettdienst zu sein. So erhielt er im Januar 2007 mitten in der Nacht den Anruf, dass die Kirche brenne. Ein Defekt in einem Luftbefeuchter hatte den Brand ausgelöst.

Imboden führt in die Kirche gleich neben seinem Wohnhaus. Der Altar, der Ambo und die Hocker bestehen aus blauem Glas und greifen die Farbe der Verzierungen in der Kuppel auf. «Für diese Neugestaltung der Kirche habe ich mich nach dem Brand eingesetzt», sagt er. «Sie greift das Motiv des Wassers auf, das etwa für die Taufe steht.»
Abgesehen von dem Brand war Imbodens Alltag ruhig. Bevor er in den Ort zog, arbeitete er als Diakon in Zollikon, das an die Stadt Zürich grenzt. Dann sah er das Stelleninserat aus Bernhardzell, dessen Jobprofil ihn ansprach. Obwohl er auf der Landkarte erst einmal nachschauen musste, wo der Ort überhaupt lag, bewarb er sich. «Als ich dann hierher kam hatte ich das Gefühl, die Zeit sei um 15 Jahre zurückgedreht», sagt er.

Gross verändert habe sich Bernhardzell während seiner 14 Jahre als Diakon nicht. «Was die Gemeinde heute noch genauso auszeichnet wie damals, ist die gut funktionierende Nachbarschaftshilfe. Die Menschen hier unterstützen sich gegenseitig, reden miteinander und teilen Freude und Leid.» Zudem gebe es hier noch immer überdurchschnittlich viele Kirchenbesucherinnen und -besucher. «Etwa jeder Zehnte geht hier regelmässig in den Gottesdienst.»

«Herunterfahren», wandern und fotografieren

Als Diakon ist Imboden ein Quereinsteiger. Ursprünglich war er Lehrer. Nebenberuflich half er regelmässig in der kirchlichen Jugendarbeit mit. So erfuhr er von einer freien Stelle in diesem Bereich und bewarb sich. «Ich hatte in meinem Leben das Glück, dass ich oftmals mit Pfarrern zu tun hatte, die mir etwas zutrauten», sagt er. In der Freizeit wandert und fotografiert Imboden gerne. Die Hobbys will er nun stärker pflegen. «Vor allem aber möchte ich erst einmal herunterfahren und mich darauf einlassen, dass ich jetzt nichts mehr tun muss, sondern nur noch tun darf.».

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