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Mütter lernen in Abtwil, wie sie im Alltag auch Zeit für sich selber finden können

Das Familienleben kann so stressig sein, dass Frauen ihre Bedürfnisse vergessen. An einem Workshop in Abtwil diskutierten Mütter, wie sie kleine Oasen im Alltag schaffen können.
Nina Rudnicki
Viele Mütter vergessen im Alltag, sich auch einmal Zeit für sich selber zu nehmen. (Bild: Getty)

Viele Mütter vergessen im Alltag, sich auch einmal Zeit für sich selber zu nehmen. (Bild: Getty)

«Wenn ich mir etwas Gutes tun möchte, dann fahre ich in die Shopping Arena und kaufe mir dort schöne Kleider», sagt eine Teilnehmerin des Workshops «Ungeschminkt» im katholischen Pfarreiheim in Abtwil. Eine andere Teilnehmerin erwähnt, dass sie sich hin und wieder mit einer Kollegin am Samstagmorgen zum Kaffee trifft. Dann entscheiden die beiden spontan, was sie an diesem Tag unternehmen sollen. Oftmals sind es aber einfach auch nur eine Tasse Kaffee oder ein Schöggeli zwischen Babygeschrei, Kindergezeter und Haushalt, die für eine kurze Auszeit sorgen.

Strategien, Tipps und kreative Methoden, um trotz Mutteralltag die Seele baumeln zu lassen, standen bei dem Workshop von Cornelia Luterbacher am Dienstagabend im Mittelpunkt. Sie ist psychologische Einzel-, Paar- und Familien-Beraterin. Zu dem Kurs eingeladen hatte die FG Family der katholischen Frauengemeinschaft Abtwil. Neun Frauen waren gekommen, um ihre Aufmerksamkeit für einmal nicht auf die Kinder, den Partner oder den Job auszurichten. «Heute Abend geht es nur um uns. Denn oft genug stehen wir beispielsweise an der Bushaltestelle. Unsere Kinder sind in Kappen und dicke Jacken eingepackt und dann merken wir, dass wir als einzige unseren Schal vergessen haben», begrüsste Cornelia Luterbacher die Frauen.

Männer sind im Kurs in der Unterzahl

Bei Kerzenschein, warmem Tee und Musik forderte sie diese auf, stressige Gedanken auf eine Karte zu schreiben und dann für den Rest des Abends zu vergessen. Im Zentrum sollten Entspannungsübungen wie die Bauchatmung, Gespräche und das Perlenbuch stehen. Bei letzterem handelt es sich um ein Notizheft, in dem man seine Stärken sammelt. An dunkelgrauen Tagen – wenn gerade alles schief läuft – nimmt man es hervor und liest darin. «In solchen Momenten tut das der Seele gut», sagt Cornelia Luterbacher.

Auch wenn sie an diesem Abend nicht erschienen sind, so sind auch Familienmänner an den verschiedenen Kursen von Cornelia Luterbacher willkommen. «Im Schnitt melden sich ein bis zwei Männer an. Sie sind zwar in der Unterzahl, aber trotzdem gibt es zunehmend mehr Männer, die in der Familie präsent sein und auch während der Wochentage zu Hause sein wollen», sagt sie.

«Diese neue Generation Mann ist an Tipps und Beratung interessiert.»

Nur sei der Workshop «Ungeschminkt» mit der ergänzenden Bezeichnung «Ein Treff für Mamis und Frauen» wohl zu spezifisch beschrieben, als dass sich ein Mann dorthin getraut hätte.

Die Idee zu dem Workshop hatte Luterbacher während ihrer Arbeit mit Familienfrauen. Sie merkte, dass diese oftmals das Gefühl haben, stets lachen zu müssen. «Dabei ist der Alltag als Mutter häufig so streng, dass man sich selbst vergisst und seine Bedürfnisse hinten anstellt», sagt sie.

«Daher wollte ich eine Oase schaffen, aus der man gestärkt in den Alltag zurückkehrt.»

Der Workshop ist unterteilt in vier Abende. Die Frauen können alle Abende besuchen oder auch nur einen einzelnen. Weitere Schwerpunkte nebst «zu sich selbst schauen» sind unter anderem «Kommunikation in der Beziehung» und «Heimatglocke – Woher komme ich? Welche gelernten Muster erschweren mir den Familienalltag?».

Einfach einmal alles stehen und liegen lassen

Am Workshop diskutieren die Frauen mittlerweile darüber, weshalb sie nicht einfach einmal die Beine hochlegen, wenn das Kind schläft. Denn in solchen Momenten wird meist noch schnell die Wohnung geputzt. «Das sind Muster, die uns bereits in unserer eigenen Kindheit so beigebracht wurden. Lob bekamen wir damals beispielsweise für gute Noten oder aufgeräumte Zimmer. Heute als Erwachsene versuchen wir immer noch, diese Muster zu erfüllen», sagt Cornelia Luterbacher.

Ihr Rat: Einfach einmal alles stehen und liegen zu lassen und wieder einmal seine Lieblingsplatte zu hören – so wie früher eben, in der Zeit vor den Kindern.

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