MUOLEN
Der Wittenbacher Gemeindeschreiber Florian Hafner soll neuer Gemeindepräsident von Muolen werden

Die überparteiliche Findungskommission fürs Gemeindepräsidium Muolen ist fündig geworden. Sie schlägt den 31-jährigen Florian Hafner zur Wahl vor. Hafner ist in der Region verwurzelt und arbeitet seit 2018 als Gemeindeschreiber von Wittenbach.

Luca Ghiselli
Drucken
Teilen
Der Wittenbacher Gemeindeschreiber Florian Hafner soll Nachfolger von Bernhard Keller als Gemeindepräsident von Muolen werden.

Der Wittenbacher Gemeindeschreiber Florian Hafner soll Nachfolger von Bernhard Keller als Gemeindepräsident von Muolen werden.

Bild: PD

Nach 17 Jahren im Amt macht Bernhard Keller (Die Mitte) im kommenden Frühjahr Schluss. Seit 2005 lenkte er als Muoler Gemeindepräsident die Geschicke der 1200-Einwohner-Gemeinde in der nordwestlichen Ecke des Wahlkreises St.Gallen. Seit Freitag ist klar, wer in Kellers Fussstapfen treten soll, wenn es nach der überparteilichen Findungskommission (Fiko) geht. Es ist der Wittenbacher Gemeindeschreiber Florian Hafner.

Die Findungskommission bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Ortsparteien von Mitte, SP, SVP und FDP schlägt den 31-Jährigen «nach einem intensiven Such- und Auswahlprozess» einstimmig zur Wahl vor, schreibt sie in einer Mitteilung.

Ein prallgefüllter Rucksack trotz jungen Alters

Florian Hafner ist in Häggenschwil aufgewachsen und wohnt mittlerweile mit seiner Frau in Muolen. Er ist Mitglied der Partei Die Mitte. Vor seiner Tätigkeit als Gemeindeschreiber in Wittenbach arbeitete er in verschiedenen Verwaltungen kleinerer und grösserer Gemeinden und ist seit 2019 patentierter Rechtsagent. Aktuell besucht er eine Weiterbildung an der Universität Bern, um den eidgenössischen Fachausweis als Spezialist für das öffentliche Beschaffungswesen zu erlangen. Auf Anfrage erklärt Hafner, dass er sich über den Einerticket-Vorschlag sehr freue. «Er zeugt davon, dass ich den richtigen Rucksack für das Amt mitbringe.»

Seine Tätigkeit als Gemeindeschreiber in Wittenbach habe diesen Rucksack mit einem wichtigen Element gefüllt, sagt Hafner. «Ich habe politische Prozesse und grosse Projekte wie die Einheitsgemeinde begleitet.» Dabei habe er auch immer wieder über die Gemeindegrenzen hinaus mit den Nachbargemeinden Häggenschwil, Muolen und Berg kooperiert – eine wertvolle Erfahrung für das Amt als Muoler Gemeindepräsident.

Bernhard Keller, Gemeindepräsident Muolen (Mitte), hat im Sommer seinen Rücktritt per Ende März 2022 bekanntgegeben.

Bernhard Keller, Gemeindepräsident Muolen (Mitte), hat im Sommer seinen Rücktritt per Ende März 2022 bekanntgegeben.

Bild: PD

Sollte es klappen mit der Wahl als Muoler Gemeindepräsident am 23. Januar, möchte Hafner nicht alles auf den Kopf stellen. «Bernhard Keller hat während vieler Jahre sehr gute Arbeit geleistet», sagt Hafner. Die Gemeinde sei gut aufgestellt, und zwar von A bis Z. Diese gute Arbeit gelte es weiterzuführen. Und sich auch weiterhin Gedanken zur Ortsplanung zu machen.

«Damit Muolen attraktiv bleibt.»

Hafner beabsichtigt, die Aufgabe als Gemeindepräsident im Falle einer Wahl zunächst mit einem 50-Prozent-Pensum zu bewältigen, um sich in Projekte und Planungen einzuarbeiten. Ab Januar 2023 möchte er dann um 20 Prozent aufstocken und zusätzliche Verwaltungsaufgaben übernehmen.

Anfang Dezember nominiert Die-Mitte-Partei offiziell

Eigentlich hätte die Fiko am liebsten mehrere Kandidierende präsentiert. Es haben sich auch mehrere Bewerberinnen und Bewerber aus verschiedenen Kantonen gemeldet. Doch nach mehreren Gesprächen hätten sich einige Kandidierende aus diversen Gründen zurückgezogen, andere Kandidaturen seien von der Findungskommission nicht mehr weiterverfolgt worden.

Roger Eggenberger, Präsident der Findungskommission.

Roger Eggenberger, Präsident der Findungskommission.

Bild: PD

Roger Eggenberger, Präsident der Findungskommission, zeigt sich vom Ergebnis der Kandidatensuche sehr überzeugt.

«Florian Hafner bringt alle Voraussetzungen mit, die es braucht.»

Rechnet er mit einer Gegenkandidatur? «Wir hoffen es nicht. Aber Gewissheit haben wir erst am Abend des 24. November, wenn die Einreichefrist abläuft.»

Wie geht es jetzt weiter? Anfang Dezember veranstaltet Die Mitte eine Nominationsversammlung, um Florian Hafner offiziell als Kandidaten aufzustellen. Im Anschluss ist ein öffentlicher Austausch zwischen dem Kandidaten und der Bevölkerung geplant. Am 23. Januar findet dann die Wahl statt. Sollte Hafner wie erwartet gewählt werden, kommt es voraussichtlich zu einer kurzen Vakanz im Muoler Gemeindepräsidium: Der bisherige Amtsinhaber Bernhard Keller verlässt das Gemeindehaus Ende März, Hafner hat eine Kündigungsfrist von drei Monaten und könnte somit erst Anfang Mai beginnen. «Das ist aber kein Problem und auch nicht unüblich», sagt Eggenberger. Das Vorgehen sei auch mit Bernhard Keller so vereinbart.

Aktuelle Nachrichten