Weshalb die Studenten der HSG morgens um halb sieben ins Wasser springen

Das Schwimmteam der Universität St.Gallen bereitet sich auf internationale Wettkämpfe vor.

Robin Bleiker
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Die Studierenden der Universität St.Gallen trainieren im Hallenbad Blumenwies.

Die Studierenden der Universität St.Gallen trainieren im Hallenbad Blumenwies.

Urs Bucher

Für manche Studierende der Universität St.Gallen klingelt der Wecker am Mittwochmorgen in aller Frühe. Beim Schwimmteam der HSG ist Training angesagt, weshalb die Sportbegeisterten bereits um 6.30 Uhr am Beckenrand im Schwimmbad Blumenwies stehen. Das Morgentraining dauert 90 Minuten, bevor es an der Universität mit kopflastigeren Aufgaben weitergeht. Trotz der hohen Anforderungen des Studiums mit Abgabeterminen und anderen Verpflichtungen nehmen sich die Schwimmer drei Mal wöchentlich Zeit, um im Wasser zu trainieren.

Als Captain Dominik Hofstetter vor einigen Jahren an der Universität St.Gallen zu studieren begann, hatte diese bereits ein Schwimmangebot, jedoch war jenes auf das Training beschränkt. Er sagt:

«Es waren drei von uns im ersten Jahr, die einen ähnlichen Hintergrund hatten und sich gefragt haben, warum haben wir kein Team?»

Hofstetter war schon vor seiner Studienzeit Wettkampfschwimmer. Wer denkt, dieser Universiätsverein existiere bloss zwecks Ausgleich zum Studium, liegt falsch.

Vorbereitung im nationalen Leistungszentrum

Durch die Initiative der Schwimmer wurde das Angebot ausgebaut. Letztes Jahr wurde das Team als Verein an der Universität akkreditiert. Die Motivation und Arbeitsbereitschaft der Schwimmer haben sich auch schon entsprechend ausgezahlt. «Swimming at the HSG», wie sich das Team nennt, nimmt auch an interuniversitären Wettkämpfen teil und holte bereits in Karlsruhe und in Lausanne Podestplätze. Dieses Jahr ist über Ostern ein Trainingslager in Tenero geplant. Laut Trainer Thomas Kozinski beherbergt dieses, neben Magglingen, eine der besten Schwimmeinrichtungen der Schweiz. Das Team trainiert, um dieses Jahr Anfang Mai erneut in die Podestplätze an den Students Games in Lausanne schwimmen zu können.

Trainer Thomas Kozinski war  Profischwimmer im polnischen Nationalkader.

Trainer Thomas Kozinski war Profischwimmer im polnischen Nationalkader.

Urs Bucher

Trainer Kozinski selbst war polnischer Nationalkaderschwimmer mit internationalen Erfolgen. Als Trainer betreute er im amerikanischen Florida Triathleten und Collegeschwimmer, sowie Bundesligavereine in Deutschland. Er ist leidenschaftlich mit dem Schwimmsport verbunden. Auch Captain Hofstetter schätzt den Trainer. Je näher das Team an einem Wettkampf sei, desto mehr zeige sich die Expertise von Kozinski. Die Sportler versuchen, unter der Leitung des ehemaligen Profischwimmers, ihre Ausdauer zu verbessern und die Schwimmtechnik zu perfektionieren. Die Wassersportler treffen sich mit ihrem Captain, der selbst bei fast allen Wettkämpfen mitschwimmt, auch ausserhalb des Hallenbades zum gemeinsamen Kraft- und Konditionstraining.

Es zählt nicht nur die Leistung

Das Spektrum der Sportler reicht von Freizeitschwimmern, die an ihrer Technik arbeiten wollen, bis hin zu Athleten mit Wettkampfhintergrund. Viel mehr als die Wettkampfleistungen selbst, stehen für die Wassersportler aber der Universitätssport im Allgemeinen sowie die Freude an einer gesunden, aktiven und zielorientierten Lebensweise im Vordergrund. Das Team ist für sie wie eine kleine Familie. Der Schwimmsport hat an der Universität St.Gallen in den vergangenen Jahren grosse Sprünge gemacht.

Wie Hofstetter erzählt, waren es anfangs fünf bis sechs Sportler. Heute ist das Schwimmteam ein anerkannter und ambitionierter Verein, der stets wächst. Hofstetter zeigt sich erfreut über die Entwicklung des Vereins, der auch für zukünftige Studierende der HSG erhalten bleiben soll.