Monika Lehmann: Holzbänkli in Rorschacherberg statt Kantonsratssitz

Die Rorschachberger CVP-Kantonsrätin Monika Lehmann hat am Donnerstagabend ihren Rücktritt zum Ende der Februarsession bekanntgegeben. Für sie wird ab der Aprilsession die Goldacherin Luzia Krempl in der Pfalz sitzen.

Rudolf Hirtl
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Monika Lehmann (links) gibt den politischen Ball in den passenden Kantonsfarben an Luzia Krempl weiter. (Bild: Rudolf Hirtl)

Monika Lehmann (links) gibt den politischen Ball in den passenden Kantonsfarben an Luzia Krempl weiter. (Bild: Rudolf Hirtl)

Monika Lehmann wurde im März 2004 als Vertreterin der CVP in den Kantonsrat St. Gallen gewählt. Nach so vielen Jahren sei es an der Zeit aufzuhören, damit neue, unverbrauchte Kräfte im Rat Einsitz nehmen könnten. Sie werde daher auf Ende der Februarsession zurücktreten, sagt sie gestern anlässlich der Neujahrsbegrüssung der CVP der Region Rorschach. «Es ist mir ein Anliegen, meinen Sitz im Kantonsrat einer aktiven Kollegin übergeben zu können, die in unserem Kanton politisch noch viel bewegen will», so Monika Lehmann.

Gemeint ist damit die Goldacherin Luzia Krempl (48), die im März 2016 bei den Erneuerungswahlen hinter den bisherigen Felix Bischofberger und Monika Lehmann mit 1823 Stimmen auf den dritten Platz landete.

Der Blick zurück fällt mit Genugtuung aus

«Ich freue mich auf diese Aufgabe und werde die Wahl annehmen», bestätigt Krempl, die als Pflegefachfrau im Spital Rorschach tätig ist. «Das Gesundheitswesen», sagt sie wenig überraschend auf die Frage, welches politische Thema sie am meisten interessiere. Aber selbstverständlich wolle sie sich nicht nur diesbezüglich aktiv einbringen. Nun sei sie gespannt auf die Februarsession, während der sie erste Einblicke in die Ratsarbeit nehmen dürfe und freue sich auf ihre Vereidigung in der Aprilsession.

Monika Lehmann ist froh, dass eine Frau in ihre Fussstapfen tritt, zumal der Frauenanteil bei der CVP zu gering sei. Die politische Arbeit habe ihr gefallen und viel bedeutet, sagt sie. Unter anderem wurde sie in diverse ständige Kommissionen gewählt, etwa die Aussenpolitische Kommission und die Staatswirtschaftliche Kommission. Zudem durfte sie sechs Jahre lang in der Parlamentarier-Konferenz Bodensee Einsitz nehmen. «Ich war in 57 vorberatenden Kommissionen tätig, davon habe ich vier präsidiert. Am nächsten waren mir die Anliegen der Bildung aber auch der jungen Familien und Kinder, mit denen ich in meinem Beruf täglich zu tun habe», sagt die 60-Jährige.

Die politische Arbeit im Kanton St.Gallen hat mir viel bedeutet und von Beginn weg gefallen.

Vertreten habe sie aber auch wichtige Anliegen von Frauen, Menschen im Alter sowie der Umwelt und Gesundheit. Beim Blick zurück dürfe sie mit Genugtuung bilanzieren, dass es ihr gelungen sei, politische Akzente zu setzen. «Beispielsweise bei der Einführung der Steuerabzüge für Ausbildungskosten, oder den Jugendschutz beim Verkauf von Tabakwaren, Massnahmen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.» Dafür brauche es Allianzen, Verbündete, Seilschaften und nicht zuletzt auch Leute, die ihr vertrauten.

Mehr Zeit für den Opernchor St. Gallen

Ihr Dank gelte denn auch den Kolleginnen und Kollegen im Kantonsrat, der Regierung und der kantonalen Verwaltung. «Ich werde jetzt politisch etwas kürzertreten und mich mehr meinem Hobby, dem Singen im Opernchor St. Gallen widmen, wo es ja auch gilt, den richtigen Ton zu treffen», sagt Lehmann. Zudem bliebe nun mehr Zeit, für ehrenamtliche Projekte. Wie etwa den Panorama-Bänkliweg, den sie dieses Jahr in Rorschacherberg realisieren wolle.