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Mörschwiler Deponieprojekt verzögert sich: «Der Zeitplan war zu optimistisch»

Es dauert länger als geplant, bis bei der Deponie Riederen in Mörschwil die ersten Lastwagen vorfahren.
Michel Burtscher
Im Gebiet links neben der Rorschacherstrasse in Mörschwil soll die neue Deponie entstehen. (Bild: Thomas Hary - 18. September 2018)

Im Gebiet links neben der Rorschacherstrasse in Mörschwil soll die neue Deponie entstehen. (Bild: Thomas Hary - 18. September 2018)

Über die Aushubdeponie Riederen wird in Mörschwil seit einiger Zeit diskutiert. Und eigentlich hätten den Worten auch schon Taten folgen und die Deponie ihren Betrieb aufnehmen sollen. Jedenfalls sagte Projektleiter Thomas Gross im September 2018 zum «Tagblatt», dass man das Gesuch dafür noch bis Ende des laufenden Jahres einreichen und Mitte 2019 dann – sofern keine Einsprachen eingehen – starten wolle.

Thomas Gross, Projektleiter(Bild: Thomas Hary)

Thomas Gross, Projektleiter
(Bild: Thomas Hary)

Passiert ist das bisher aber nicht. Am designierten Standort der Deponie – neben der Rorschacherstrasse zwischen den Weilern Riederen und Alberenberg – ist noch kein Aushubmaterial zu sehen. Das liegt aber keineswegs an Einsprachen, die das Projekt blockieren, denn so weit ist man noch gar nicht gekommen. Vielmehr zeigt sich nun: Der Zeitplan war zu optimistisch. Thomas Gross, der das Projekt im Auftrag der Deponiebetreiberin Kibag AG verantwortet, sagt: «Es gibt tatsächlich Verzögerungen. Das ist bei solchen Deponieprojekten aber nicht ungewöhnlich.» Zurzeit sei man daran, das Projekt zu bereinigen und dem Gesuch «den letzten Feinschliff» zu geben, sagt Gross.

«Wir wollen ein gutes Gesuch einreichen, bei dem es nachher keine offenen Fragen mehr gibt.»

Doch dafür hat es offenbar mehr Absprachen gebraucht als gedacht. Klärungsbedarf habe es von Seiten des Kantons insbesondere bei der Frage nach den ökologischen Ausgleichsmassnahmen gegeben, sagt Gross. Denn wer eine Deponie betreibt, ist rechtlich dazu verpflichtet, nach Abschluss der Anlage einen gewissen Teil des Gebiets als naturnahen Lebensraum zurückzulassen, etwa als Hecken oder Wiesen. Ziel der Massnahmen ist es, den Fortbestand der einheimischen Pflanzen- und Tierwelt sicherzustellen und das Landwirtschaftsbild zu beleben, wie es in einer Vollzugshilfe des Kantons heisst.

Inhaltlich hat sich am Projekt nichts geändert

Am Projekt selbst hat sich inhaltlich indes nichts geändert, wie Gross betont. Das bedeutet: Noch immer ist vorgesehen, dass die Deponie Riederen während rund fünf Jahren betrieben wird und dort auf einer Fläche von sieben Hektaren bis zu 350000 Kubikmeter unverschmutzter Aushub wie Erde oder Felsmaterial abgeladen wird. Die Bevölkerung wurde laut Gross nicht aktiv über die Verzögerung informiert. Mit den Gemeindebehörden jedoch sei man ständig in Kontakt.

Wann die Deponie Riederen den Betrieb nun tatsächlich aufnehmen wird, darüber will Gross nicht mutmassen. Nur soviel: «Wir werden den Prozess sicher nicht künstlich verlängern», sagt er. Am Ende komme es darauf an, ob und wie viele Einsprachen eingehen – und wie lange es geht, um diese zu klären. Dass es Einsprachen gibt, ist nicht auszuschliessen, denn im Dorf haben nicht alle Freude am Deponieprojekt.

Häggenschwiler haben keine Anmerkungen

Auch in Häggenschwil soll eine neue Aushubdeponie entstehen – und zwar im Gebiet Rütiholz. Anfang September fand eine Infoveranstaltung statt, an der viel diskutiert wurde. Danach hatte die Bevölkerung 30 Tage Zeit, um beim Gemeinderat Anmerkungen zum Projekt zu deponieren. Das hat jedoch niemand getan, wie Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring sagt. Überrascht ist er nicht. «Bereits an der Infoveranstaltung wurden viele Fragen geklärt», sagt er. Nun liege es an der Deponiebetreiberin Resdag AG, die Projektunterlagen einzureichen. Danach könnten die betroffenen Häggenschwiler immer noch von ihren demokratischen Rechten Gebrauch machen und eine Einsprache einreichen, wenn sie Einwände haben, so Eisenring. (mbu)

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