Mobiler Spuckschutz aus Thal reduziert Ansteckungsgefahr - Rohstoffpreise für Plexiglas explodieren

Im Industriegebiet Hegi steht Plexiglas derzeit hoch im Kurs. Die Wanzl AG benötigt es, für einen neu konstruierten Spuckschutz, der vor allem bei Infoschaltern und Welcome Desks zur Anwendung kommt.

Rudolf Hirtl
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«Rheinpark»-Leiter Gianfranco Bennardo testet mit einer Mitarbeiterin den beinahe unsichtbaren Spuckschutz.

«Rheinpark»-Leiter Gianfranco Bennardo testet mit einer Mitarbeiterin den beinahe unsichtbaren Spuckschutz.

Bild: Rudolf Hirtl

Fast jeder ist vermutlich auf der Burietstrasse schon am silbrigen Gebäude mit der grossen Glasfront vorbeigefahren, ohne dem markanten, blauen Schriftzug «Wanzl» allzu viel Beachtung zu schenken. Allerdings dürfte beinahe jeder von uns schon mal ein Produkt in den Händen gehalten haben, das von der Wanzl (Schweiz) AG im Industriegebiet Hegi in Thal vertrieben wird.

Etwa, wenn er einen Einkaufswagen durch einen Supermarkt schiebt, seine Koffer auf einen Gepäcktrolley legt, das Drehkreuz bei einem Durchgang passiert oder seinen Parkschein bei einem Ticketautomaten löst. Alles Produkte, die zum Kerngeschäft der weltweit tätigen Firma gehören.

Durchreiche verringert Ansteckungsgefahr

Nicht erst, seit das Coronavirus die Welt in seinem Atem hält, beschäftigt sich die Wanzl AG mit Mitarbeiter- und Kundenschutz. So gehören beispielsweise mobile Abstandhalter, Raumteiler oder Schutzscheiben, derzeit bei Supermarktkassen besonders gefragt, zum gängigen Sortiment. Reagiert hat die Firma laut Geschäftsführer Werner Reifler auch auf die neuen gesellschaftlichen Herausforderungen, die das Coronavirus mit sich bringt. So werden etwa mit nützlichen Hinweisen versehene Werbeeinleger «Bitte Abstand halten!» sowie weitere Produkte angeboten, die helfen, Personenströme zu steuern und Infektionen zu vermeiden. Eines davon ist ein mobiler Spuckschutz aus Plexiglas. Dieser kann ohne fixe Montage an Rezeptionen, Schaltern und Arbeitsplätzen aufgestellt werden.

In der Schweiz produziert

Entwickelt wurde der in der Schweiz produzierte mobile Spuckschutz innert weniger Tage. «Wir sind regelmässig im Kontakt mit Kunden, die Schutzscheiben für ihre Kassenbereiche benötigen. Dabei wurde auch das Bedürfnis für eine mobile Version hörbar, die leicht an Empfangsdesks platziert werden kann», sagt Werner Reifler. Die ersten Exemplare davon hat er gleich selber im «Rheinpark» in St.Margrethen vorbeigebracht, wo sie nun die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Kundeninformationsschalter bei der Migros schützen. Die dank der hohen Transparenz beinahe unsichtbaren Plexiglaswände haben unten nur mehr eine kleine Durchreiche und verringern so markant das Risiko einer Tröpfcheninfektion.

«Für uns war es ein Anliegen, Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Kundschaft möglichst rasch und effektiv zu schützen. Dass wir nun diese für uns sehr praktische mobile Lösung von einem Betrieb aus der Region beziehen können, ist umso erfreulicher», sagt Gianfranco Bennardo, seit Anfang Jahr Leiter des Einkaufszentrums Rheinpark.

Rohstoffpreis für Plexiglas schnellt in die Höhe

Viel Spielraum bei der Preisgestaltung hat die Wanzl AG nicht. Denn wenig erstaunlich ist der Preis für Plexiglas beinahe explodiert. Das Thaler Unternehmen wolle mit diesem Produkt auch nicht den grossen Reibach machen, betont Werner Reifler:

«Es ist in dieser sehr schwierigen Zeit unser Beitrag an die Bevölkerung.

Es war uns ein Anliegen, dem Detailhandel rasch und unkompliziert zu helfen», so der 49-Jährige, der sich auch in seiner Eigenschaft als Thaler Gemeinderat mit der Covid-19-Pandemie auseinandersetzen muss.