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Mit Zebras und Löwen auf Tuchfühlung: Was zwei Ostschweizer Wildtierpfleger des Walter Zoo in Kenia erlebten

Simon Seiler und Dominic Kast haben ihren Job als Wildtierpfleger für eine Woche mit zwei Kenianern getauscht. Als Ranger unterstützten die Schweizer die heimischen Pfleger bei der Arbeit im Nationalpark.
Alexandra Pavlovic
Untersuchung eines Zebras in der Masai Mara: Mathew Mutinda, Dominic Kast, Simon Seiler und weitere Kollegen. (Bild: SRF)

Untersuchung eines Zebras in der Masai Mara: Mathew Mutinda, Dominic Kast, Simon Seiler und weitere Kollegen. (Bild: SRF)

«Jederzeit!» Simon Seiler und Dominic Kast sind sich einig. Sie würden gleich morgen wieder nach Kenia fliegen. Im Rahmen der SRF-Sendung «Jobtausch» haben die zwei Wahlostschweizer ihren Beruf als Wildtierpfleger im Walter Zoo in Gossau für eine Woche gegen jenen des Rangers im Nationalpark Masai Mara in Kenia getauscht. Auch Wochen nach dem Erlebnis strahlen die Gesichter der beiden, wenn sie von ihrem Abenteuer erzählen. Sie hätten nicht nur eindrückliche Dinge erlebt, sondern vor allem auch neue Freunde gewonnen. «Wir haben uns von der ersten Minute an mit den Rangern verstanden. Es hat sich angefühlt, als ob wir uns seit Jahren kennen würden.»

«Ich war überzeugt, dass wir nach Südamerika fliegen»

Lange war aber nicht klar, wohin die Reise der Beiden gehen würde. Vor zwei Jahren war der Walter Zoo bei SRF für die Sendung im Rennen, doch leider habe es damals nicht geklappt, erklärt Thomas Harder, Leiter Marketing und Verkauf. In diesem Jahr wurden sie schliesslich vom Schweizer Fernsehen angefragt – und auch genommen. Im Juli hiess es Koffer packen, Zielort: unbekannt.

Weder Seiler noch Kast wurde mitgeteilt, wo und mit wem sie ihre Arbeit eine Woche tauschen würden. «Aufgrund der Impfungen, welche wir machen mussten, war ich überzeugt, dass wir nach Südamerika fliegen», sagt Simon Seiler im Nachhinein. Kurz vor Abreise im Walter Zoo erlöste eine Karte des Fernsehsenders die Wildtierpfleger. Es ging nach Nairobi.

In Kenia erfuhren die beiden am Flughafen, dass sie in einen Nationalpark gehen würden. Nach über 16 Stunden Fahrt und zwei Autopannen kamen sie im Masai Mara an, wo sie von Rangern empfangen wurden. Die Überraschung war dem SRF gelungen. Kast erzählt:

«Nie im Leben hätte ich daran gedacht, dass wir in einem Nationalpark als Ranger arbeiten würden.»

Nicht nur der 29-Jährige, auch sein 27-jähriger Kollege war überwältigt. Was sie in den Folgetagen erlebten, überstieg ihre Vorstellungen. Sie konnten Zebras, Löwen, Giraffen und Elefanten aus nächster Nähe sehen, den Rangern bei der Arbeit helfen und an deren Alltag teilhaben.

Das Wohl der Tiere hat oberste Priorität

Das eindrücklichste Erlebnis für die Wildtierpfleger waren aber die Gespräche mit den Rangern. «Die jungen Männer setzten für die Tiere ihr Leben aufs Spiel», erzählt Dominic Kast weiter. Gefahr drohe ihnen besonders von Wilderern. Mit immer perfideren Mitteln würden diese die Tiere jagen und töten – ohne Rücksicht auf Verluste. Besonders beliebt bei den Jägern waren die Nashörner. «Von ihnen gibt es im 1510 Quadratkilometer grossen Nationalpark nur noch 19 Exemplare. Die Ranger beschützen diese rund um die Uhr. Unvorstellbar», ergänzt Simon Seiler.

Im Masai Mara Nationalpark: Simon Seiler, Dominic Kast, Chef Mathew Mutinda (in der Mitte mit Hut) und Kollegen von Kenya Wildlife Services. (Bild: SRF)

Im Masai Mara Nationalpark: Simon Seiler, Dominic Kast, Chef Mathew Mutinda (in der Mitte mit Hut) und Kollegen von Kenya Wildlife Services. (Bild: SRF)

Während sich die Schweizer in Kenia als Ranger bewiesen, unterstützten im Gegenzug zwei Kenianer ihre Kollegen im Walter Zoo in Gossau: Der 54-jährige Daniel Lelimo und seine 30-jährige Kollegin Faith Mutunga. Beide waren das erste Mal in der Schweiz und beeindruckt von allem. Auch sie wurden von den Organisatoren überrascht. Denn auch sie wussten nicht, wo es hingeht oder dass sie eine Woche in einem Zoo verbringen würden.

Die Überraschung ist auch hier gelungen. Nicht nur für die beiden Ranger, auch für die Zoo-Mitarbeiter war es «eine spannende Erfahrung und bereichernde Zeit», wie Thomas Harder sagt. Die Gäste aus Kenia hätten vor allem die Kleinigkeiten geschätzt. Besonders seien sie vom Umgang und der Fütterung mit den Tieren beeindruckt gewesen.

Ankunft der kenianischen Ranger im Zoo: Faith Mutunga, Zoodirektorin Karin Federer und Daniel Lelimo. (Bild: SRF)

Ankunft der kenianischen Ranger im Zoo: Faith Mutunga, Zoodirektorin Karin Federer und Daniel Lelimo. (Bild: SRF)

Als gemeinsames Ziel das Wohl der Tiere

Zum einen erlebten Seiler und Kast die Tiere in freier Wildbahn, zum anderen arbeiten sie mit ihnen in Gefangenschaft. Nehmen sie die Tiere Zuhause nun anders war? «Nein», sagt Dominic Kast.

«Klar hat die Woche in Kenia Spuren hinterlassen. Aber ein schlechtes Gewissen unseren Tieren gegenüber habe ich deswegen jetzt nicht.»

Es seien zwei unterschiedliche Welten, in denen Ranger und Wildtierpfleger arbeiteten. Und nicht nur das: auch die Tierhaltung sei eine andere. «Das kann man nicht vergleichen.»

Im Masai Mara Nationalpark: Dominic Kast, Chef Mathew Mutinda, Simon Seiler. (Bild: SRF)

Im Masai Mara Nationalpark: Dominic Kast, Chef Mathew Mutinda, Simon Seiler. (Bild: SRF)

Trotz der Unterschiede hätten die Kenianer und Schweizer ein Ziel gemeinsam: Das Wohl der Tiere. «Für uns alle ist das oberste Priorität. Wir tun alles dafür, dass es den Tieren gut geht und ihre Arten geschützt werden», sagt Simon Seiler. Die Zeit in Kenia habe ihnen das nochmals vor Augen geführt. Beide wollen künftig in ihren Tiervorträgen mehr darüber sprechen, um damit das Bewusstsein der Zoo-Besucher zu schärfen. «Mehr denn je müssen wir unsere Tiere schützen. Und zwar überall auf der Welt.»

«Jobtausch»

Die ganze Sendung über die Ostschweizer Tierpfleger in Kenia können Sie am Freitag, 4. Oktober, ab 21 Uhr auf SRF1 anschauen.

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