Mit vollem Elan und Herz dabei

Felix Wüst will Nachfolger von Röbi Raths in Thal werden. Ihm ist die Kommunikation mit der Bevölkerung wichtig.

Ines Biedenkapp
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Einer der Lieblingsorte von Felix Wüst: Der Hafen in Staad. (Bild: Ines Biedenkapp)

Einer der Lieblingsorte von Felix Wüst: Der Hafen in Staad. (Bild: Ines Biedenkapp)

Im September ist es soweit: Die Thalerinnen und Thaler müssen sich entscheiden wen sie als Nachfolge von Röbi Raths wählen. Ihnen stehen fünf Kandidaten von SVP, CVP, FDP und auch einem Parteilosen zur Auswahl. Aufstellen lassen hat sich auch Felix Wüst. Der 55-Jährige kandidiert für die FDP.

Der Entscheid sei ihm anfangs allerdings nicht leicht gefallen. Denn der gebürtige Thaler hat sich vor zwei Jahren selbstständig gemacht. «Würde ich als Gemeindepräsident von Thal gewählt, könnte ich nicht beides wahrnehmen», ist sich Wüst sicher.

«Denn wenn ich etwas mache, dann mit vollem Herzen und Elan.»

Doch was genau würde mit seiner Beratungsfirma mit dem Schwerpunkt Informatik passieren? «Die würde ich meinem Partner übergeben», sagt er weiter. «Das haben wir bereits besprochen.»

Erfahrungen im IT-Bereich sollen mit einfliessen

Die Überlegung, sich für seine Heimatgemeinde einsetzen zu wollen, nahm dann doch die Oberhand. Seine Erfahrungen im Bereich IT würde er auch mit in die Arbeit als Gemeindepräsident einfliessen lassen. So könne er sich die Umsetzung eines digitalen Dorfes vorstellen. Eine Ahnung, wie dies einmal aussehen soll, hat er bereits:

«Es soll eine Plattform sein, die verbindet. Es kann eine Art digitaler Marktplatz sein, oder auch eine Plattform zum Informationsaustausch».

«Aber – das ist mir ganz wichtig – es soll sich um eine Ergänzung handeln. Der Papierweg muss auch weitergehen», ist er sich sicher. Die Plattform sei daher auch dazu da, um Synergien zu nutzen. «Es soll das Dorf weiter beleben und das Gemeindewohl steigern.»

Vor etwa einem Jahr trat er bei der FDP ein. Für ihn ist Politik ein Weg zur Weitergestaltung und das Finden von Lösungen, auch im Konsens. Dabei will er alle mit einbeziehen: Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft. Auch die Wohnsituation gehöre dazu. «Das ist ein Zusammenspiel», sagt er. «Ohne das eine, funktioniert meines Erachtens auch das andere nicht.» Seit seiner Kindheit lebt und arbeitet der 55-Jährige in Thal. Für drei Jahre zog es ihn in die Ferne. Ein Jahr auf Weltreise nach Australien, die anderen zwei verbrachte er im Appenzeller Land. Doch immer zog es ihn zurück nach Thal.

Einarbeiten und einlesen käme als Erstes

Er gehe mit viel Ehrfurcht in den Wahlkampf: «Das ist ein enormer Führungsauftrag», sagt er. «Die Arbeit als Gemeindepräsident ist sicherlich mit viel Positivem, aber sicher auch mit Rückschlägen verbunden.» Darauf vorbereitet, habe ihn das Berufsleben. Nach seiner Ausbildung als Maschinenzeichner, machte er die Ausbildung zum Kaufmann. Später holte er das Handelsdiplom nach und absolvierte das Studium zum Dipl. Wirtschaftsinformatiker. Vom Verkäufer arbeitete er sich zum Verkaufsleiter hoch. Er sagt:

«Durch einen Headhunter bin ich zu einer Firma gekommen, bei der ich 15 Jahre Niederlassungsleiter mit Budget- und Personalverantwortung war.»

Vor zwei Jahren startete er seine eigene Beratungsfirma.

Die Arbeit als Gemeindepräsident sieht Felix Wüst als Verbindung zwischen Verwaltung und Bevölkerung. Daher sei ihm die Kommunikation mit den Mitbürgern besonders wichtig. Dabei helfen würde das Vereinsleben. «Sie organisieren viele Veranstaltungen und bringen Jung und Alt zusammen.» In seiner Freizeit nimmt er selbst gerne am Vereinsleben teil, geht zum Tennisspiel, zum wandern oder grillt gerne. Ob er schon Pläne als Gemeindepräsident habe? «Als Erstes, mich einlesen und einarbeiten», sagt er. Er freue sich erst einmal auf einen fairen Wahlkampf. Sie hätten alle ein gemeinsames Ziel: das Beste für Thal.