Mit Rauchmaschine, Brechwerkzeug und Sauerstoffmaske: Hier probt die Feuerwehr in Wittenbach für den Ernstfall

In Wittenbach wurde das Brandhaus Hofen saniert. Die Feuerwehr verspricht sich realistischere Übungsszenarien.

Fabio Fornito
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Die sanierte «Brandruine».

Die sanierte «Brandruine».

Bild: Johannes Wey (27. März 2020)

Rauch qualmt durch die Tür. Ein Glühen dringt durch den Türspalt und lässt die Hitze erahnen, die im nächsten Raum tobt. Vor diesem Raum sitzen drei Männer. Alle in schwarzem Ganzkörperanzug und einer Sauerstoffmaske auf dem Rücken. Die Tür wird geöffnet und der Hitzeschwall trifft die Männer wie eine Wand. Doch keiner macht auch nur einen Wank.

Was wie eine Szene aus einem Film wirkt, ist in Wirklichkeit ein kontrollierter Test im Brandhaus Hofen in Wittenbach. Dieses wurde in den letzten zwei Monaten saniert und erweitert. Laut Matthias Rutzer, dem Mediensprecher der St.Galler Feuerwehr, war das alte Brandhaus stark abgenutzt und renovierungsbedürftig: Die Gebäudesubstanz wurde auf statische Mängel untersucht und die für den Übungsbetrieb nötigen Türzargen und Fensterläden mussten ersetzt werden. Ausserdem entsprach das Haus nicht mehr den heutigen Ansprüchen des Amtes für Umwelt.

Mit Brechwerkzeug Türen aufbrechen

Neben zwei neuen Brandstellen und einer Rauchmaschine besitzt das Übungsgebäude neu auch eine «Aufbruchtür», an der die Nutzung von Brechwerkzeug trainiert werden kann. Ausserdem kann in beiden Etagen gleichzeitig geübt werden. «Das Brandhaus bietet moderne, variantenreiche Übungsmöglichkeiten und wurde so konzipiert, dass realitätsnahe Zimmerbrände simuliert werden können», sagt Rutzer. Die neuen Übungsszenarien seien wesentlich realistischer und anspruchsvoller.

Ein realistischer Test für Ernstfälle

Laut Matthias Rutzer hat ein Brandhaus, in welchem mit echtem Feuer geübt wird, wesentliche Vorteile. So würden die Feuerwehrleute erleben, wie sich Rauch und Löschwasser bei einem realen Brand verhalten.

«Dies bringt Routine und somit Sicherheit, wenn die Feuerwehr einen echten Brand bekämpfen muss.»

Sobald die Pandemie vorbei ist, soll das sanierte Brandhaus in Wittenbach wieder eröffnet werden. Die Feuerwehrgruppen können es dann mieten und zwischen verschiedenen Übungsszenarien auswählen.