Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Mit lupenreiner Arbeit überzeugen: Gossauer nimmt an den Worldskills teil

Der Gossauer Dario Colucci kämpft in Russland um eine Medaille als bester Nachwuchs-Drucktechnologe der Welt.
Ursula Ammann
Dario Colucci nimmt an den Worldskills in Kazan teil. (Bild: Michel Canonica (25. Juli 2019))

Dario Colucci nimmt an den Worldskills in Kazan teil. (Bild: Michel Canonica (25. Juli 2019))

Noch wenige Tage, dann hebt der Flieger mit 42 jungen Schweizer Berufsleuten ab ins Land der goldenen Zwiebeltürme. An den Worldskills in der russischen Millionenstadt Kazan messen sich im August Landschaftsgärtner, Köche, Plattenleger sowie Vertretende vieler anderer Berufe mit ihren Pendants aus aller Welt. Für die Schweiz an Bord geht auch Dario Colucci.

Der 19-Jährige ist Drucktechnologe – sozusagen frisch ab Presse. Er hat die vierjährige Ausbildung soeben als Klassenbester mit der Note 5,4 abgeschlossen. Nach der anstrengenden Lehrabschlussphase kann sich der Gossauer wieder ganz auf die Worldskills konzentrieren. Dort muss er sich gegen 14 andere Drucktechnologen aus Ländern wie Japan, China, Brasilien und den USA durchsetzen. «Die Nervosität kommt wahrscheinlich erst im Flugzeug», sagt Dario Colucci. «Aber ich mache mir trotzdem schon viele Gedanken.»

Seit November läuft das Training

Nach seinem Erfolg an den Swissskills qualifizierte sich der Gossauer vergangenes Jahr für die Berufsweltmeisterschaft in Russland. Seit November bereitet er sich darauf vor – zusammen mit seinem Experten Rolf Wyss, der ihn nach Kazan begleitet. Unter anderem standen in den vergangenen Monaten zwei Trainingsaufenthalte beim Druckmaschinenhersteller Heidelberg, nahe der gleichnamigen deutschen Stadt, auf dem Programm. An Dario Coluccis Lehrort, der Galledia AG in Flawil, absolvierten die beiden rund 200 Übungsstunden. «Rolf Wyss stoppte zum Beispiel die Zeit, wenn ich einen Kundenauftrag ausführte», erklärt Colucci. Denn am Wettbewerb gehe es nicht nur darum, möglichst gut, sondern auch möglichst speditiv zu arbeiten. «Ich muss einfach schneller sein als der Rest», fasst der Drucktechnologe zusammen.

Um sein Können zu beweisen, bleiben ihm an den Worldskills insgesamt 18 Stunden, verteilt über vier Tage. In dieser Zeit muss er je einen Auftrag an einer Offsetdruckmaschine und an einer Digitaldruckmaschine von A bis Z selbstständig ausführen. Eine denkbare Aufgabe ist zum Beispiel der Druck von Flyern, Plakaten oder Visitenkarten. Die Jury bewertet zudem, wie gut Dario Colucci Farben mischt. Und nicht zuletzt muss er technische Störungen an Druckmaschinen finden und beheben können.

Schweizerdeutsch nur an den Randzeiten

Die Wettbewerbssprache ist Englisch. Jeweils abends und morgens darf sich Dario Colucci eine halbe Stunde mit Experte Rolf Wyss auf Schweizerdeutsch unterhalten, um Aufträge zu besprechen. «Ansonsten muss entweder jemand dabei sein, der unsere Sprache versteht, oder wir müssen auf Englisch umstellen», erklärt der 19-Jährige. Bewertet werden die Kandidatinnen und Kandidaten nie von ihrem eigenen, sondern von allen anderen Experten. Deshalb muss Wyss in den Ausstand treten, wenn es an die Beurteilung seines Schützlings geht. 100 Punkte kann Dario Colucci maximal erreichen. Doch Hauptsache, es reicht für eine Medaille. Als eine Art Glücksbringer nimmt er eine persönliche Lupe nach Russland mit. «Die Lupe ist ein wichtiges Hilfsmittel und ein täglicher Begleiter des Drucktechnologen», sagt der Gossauer.

Als Dario Colucci – damals noch als Schüler – verschieden Berufe unter die Lupe nahm, hat es ihm jener des Drucktechnologen besonders angetan. Die Begeisterung hält bis heute: «Ich kann mir keinen besseren Beruf vorstellen», sagt er. Der Galledia AG bleibt er nach der Lehre treu. So wird er fortan als ausgelernter Drucktechnologe im Unternehmen tätig sein.

Nach den Worldskills in der russischen Stadt Kasan will sich der 19-Jährige vorerst ganz seiner Arbeit widmen. Den enormen Zeitaufwand für die Berufsmeisterschaft bereut er jedoch keine Sekunde, unabhängig davon, wie der Wettbewerb ausgeht. «Das letzte Jahr war anstrengend, aber es hat sich gelohnt», sagt Dario Colucci. «Die Chance, an den Worldskills teilzunehmen, bietet sich nur einmal im Leben.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.