Mit Hofgarten und begrünten Dächern: Am Perron des Rorschacher Bahnhof Stadt entsteht ein neues Wohnquartier

In Rorschach soll neben dem Perron ein neues Quartier entstehen: mit 45 Mietwohnungen und 65 Parkplätzen. Derzeit liegen die Pläne auf und die Bevölkerung darf sich zum Vorhaben äussern.

Jolanda Riedener
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Innenhof, begrünte Flachdächer und Dachgärten sollen Lebensqualität in unmittelbare Nähe zum Stadtbahnhof bringen.

Innenhof, begrünte Flachdächer und Dachgärten sollen Lebensqualität in unmittelbare Nähe zum Stadtbahnhof bringen.

Visualisierung: PD

Der Bahnhof Stadt in Rorschach ist eine Grossbaustelle. Mit dem Infrastrukturausbau der Doppelspur und des Bahnhofs soll aber auch das Umfeld ein neues Gesicht erhalten – oder mehr noch: einen «Neustadtkern», wie es in einer Mitteilung der Stadtkanzlei heisst. Die Entwicklung des Bahnhofsumfelds hängt gemäss Stadtrat mit drei Schlüsselprojekten zusammen: dem Feldmühleareal, der Neugestaltung von Strassen und Plätzen in Bahnhofsnähe und mit der Gebietsentwicklung Löwenstrasse Ost.

Bei Letzterer liegt nun ein Richtprojekt vor, das ein neues Wohnquartier entlang des Bahnperrons, zwischen Stadelstrasse und Sonnenweg vorsieht. Ausgearbeitet hat es die Baulink AG Generalunternehmung aus Davos. Entstanden ist das Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Rorschach über mehrere Monate und entsprechend dem städtebaulichen Leitbild und dem Stadtentwicklungskonzept, heisst es.

Drei der fünf Wohnhäuser sind entlang des Bahnperrons geplant, zwei etwas weiter unten.

Drei der fünf Wohnhäuser sind entlang des Bahnperrons geplant, zwei etwas weiter unten.

Visualisierung: PD

Dachgärten zur Begrünung

Die Grundstücke innerhalb des Planungsgebiets weisen zusammen eine Fläche von 3700 Quadratmetern auf. Mit Ausnahme der Liegenschaft am Sonnenweg 6 werden die bestehenden Wohnhäuser abgebrochen. Das neue Quartier grenzt unmittelbar an den Stadtbahnhof an, weshalb über die ganze Länge des Perrons eine Sichtschutzwand vorgesehen ist, die Emissionen des Bahnbetriebs abschirmt.

Drei viergeschossige Gebäude sind entlang der Gleise, zwei ein Niveau tiefer geplant. Zwei Häuser am Bahndamm sind mit Zwischenbauten und Dachgärten jeweils mit den tieferliegenden Gebäuden verbunden. Alle Neubauten haben Flachdächer, die begrünt oder zur Gewinnung von erneuerbaren Energien genutzt werden.

Der Blick von oben: Unten das Perron, oben ist die Tiefgarageneinfahrt angedeutet.

Der Blick von oben: Unten das Perron, oben ist die Tiefgarageneinfahrt angedeutet.

Visualisierung: PD

Gemäss Christoph Sauter, Head of Architecture bei Baulink, entstehen 45 grosszügige Mietwohnungen mittlerer Grösse. Eine Herausforderung sei dabei der Höhenunterschied zwischen dem Gleiskörper des Stadtbahnhofs und der Stadelstrasse respektive der Löwenstrasse von fünf bis sechs Metern. Sockelgeschosse gleichen den Niveauunterschied aus.

Tiefgarage ergibt sich aus der Topografie

Inmitten der Wohnbauten ist ausserdem ein begrünter Hofgarten mit Bäumen geplant, der zum Verweilen und Spielen einladen soll. Vom Innenhof führt eine überdachte Freitreppe nach unten zur Stadelstrasse und weiter in Richtung See.

Die Erschliessung des Wohnquartiers erfolgt über die Stadelstrasse. Die Projektstudie sieht rund 65 Autoabstellplätze in einer Tiefgarage vor. Aufgrund der topografischen Verhältnisse sei eine Reduktion des Angebotes nicht sinnvoll, da das Tiefgaragengeschoss sich aufgrund des Terrainverlaufs sowieso ergibt, heisst es in der Mitteilung weiter.

Zur Realisierung wird ein Sondernutzungsplan erlassen. Das Raumplanungsgesetz verpflichtet den Stadtrat, die Bevölkerung in die Planungsvorgänge einzubeziehen. Die Unterlagen liegen noch bis am 7. September beim Bereich Bau und Stadtentwicklung auf und können eingesehen werden. Hinweise und Vorschläge zum Vorhaben können im Mitwirkungsverfahren schriftlich eingereicht werden.

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