Wahlporträt
Matthias Gehring in Thal auf Stimmenfang: Er will die Gemeinde mit Herz und Verstand regieren

Matthias Gehring (SVP) muss sich bei der Ersatzwahl fürs Gemeindepräsidium in Thal gegen zwei Kandidaten behaupten. Er macht das mit viel Zuversicht. «Ich bin eine nachhaltige Wahl», sagt der 42-Jährige. Als amtierender Gemeindepräsident von Hauptwil-Gottshaus brauche er bei einer Wahl in Thal keine lange Einführungszeit, um zu verstehen, wie der Laden läuft, sondern er könne das Geschäft nahtlos weiterführen. Ins Rennen geschickt wird er von der Findungskommission.

Rudolf Hirtl
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Matthias Gehring: «Thal hat unglaublich spannende Facetten und auch hohes Entwicklungspotenzial.»

Matthias Gehring: «Thal hat unglaublich spannende Facetten und auch hohes Entwicklungspotenzial.»

Bild: Benjamin Manser

Die überparteiliche Findungskommission schlägt den Stimmbürgern von Thal Matthias Gehring (SVP) als Nachfolger von Felix Wüst (FDP) und damit als künftigen Gemeindepräsidenten vor. Der 42-jährige Gehring übt dieselbe Funktion seit Juni 2011 bereits im thurgauischen Hauptwil-Gottshaus aus.

Ende Juni, zwei Wochen nachdem er dort noch durch die Gemeindeversammlung geführt hatte, gab er bekannt, sein Amt per Ende Jahr niederzulegen und in der Gemeinde Thal zu kandidieren. Er habe sich zwar bereits im März entschieden, eine neue Herausforderung zu suchen. Ob in der Privatwirtschaft oder in der Politik, sei damals aber noch nicht festgestanden. «Als das Stelleninserat von Thal an mich herangetragen wurde und ich mich ausgiebig mit dieser Gemeinde beschäftigt hatte, wurde mir rasch klar, dass ich mich bewerben werde», so Matthias Gehring.

Der unfaire Wahlkampf schade der Gemeinde

«Für mich war immer klar: Wenn ich meine Gemeinde wechsle, dann nur zu einer Gemeinde mit viel Entwicklungspotenzial, wunderbarer Natur und spannenden Herausforderungen. Genau das bietet Thal.»

Mit dem hohen Entwicklungspotenzial, dem Flughafen, dem Seeanstoss und einem Autobahnanschluss sowie einem Bahnhof sei es seiner Meinung nach zudem die einzige Gemeinde in der Schweiz, die diese vier Verkehrsanbindungen aufweisen könne. Die spannende Industrie, das starke lokale Gewerbe und die Ortsteile mit ihren Eigenheiten würden die Vielfalt der Gemeinde abrunden. Vereinfacht habe es auch, dass seine Frau in Thal arbeite und sich dort sehr wohlfühle. Dass er nach der Nominierung durch die Findungskommission seinen Rücktritt auf Ende Jahr in Hauptwil-Gottshaus bekanntgegeben habe, sei die logische Folge. er sagt:

«Klar hätte ich das Ergebnis der Wahl abwarten und bei einer Nichtwahl in Hauptwil bis zur nächsten Erneuerungswahl bleiben können. Dies wäre aber gegenüber der Behörde und der Bevölkerung nicht fair gewesen.»

Dass seine Wählbarkeit vom Komitee «Simon Diezi» angezweifelt wird, kann Matthais Gehring nicht nachvollziehen. «In den vergangenen zehn Jahren durfte ich zusammen mit der Bevölkerung von Hauptwil-Gottshaus die Gemeinde weiterentwickeln und weiterbringen. Wir konnten den Steuerfuss um 14 Prozent senken, ein Grossteil der Schulden zurückzahlen, grosse Infrastrukturprojekte umsetzen und ein erhebliches Bevölkerungswachstum wahrnehmen. Dass jetzt diese anonyme Gruppe diese völlig falschen Gerüchte in Thal verbreitet, ist unentschuldbar. Ich hatte mich immer auf einen fairen Wahlkampf gefreut, was jetzt passiert, ist für die Gemeinde extrem schade.»

Für die Bevölkerung die bestmögliche Lösung finden

Der scheidende Gemeindepräsident Felix Wüst erklärte seinen Rücktritt auch mit der schwierigen Zusammenarbeit im Thaler Gemeinderat. Konkret dazu äussert sich Gehring nicht, macht aber klar, wie er die Zusammenarbeit im Rat sieht: «Gemeinderäte sind in kleineren Gemeinden im Milizsystem angestellt. Dass sie nicht alle Geschäfte im Detail kennen, ist verständlich und nachvollziehbar. Es ist deshalb umso wichtiger, dass der Vorsitzende Detailkenntnisse der einzelnen Geschäfte aufweisen kann. Die Aufgabe des Rates ist es, Geschäfte zu hinterfragen und für die Bevölkerung die bestmögliche Lösung zu finden. Das kann auch heissen, dass die vom Präsidenten vorgeschlagene Lösung verändert oder eine komplett andere Vorgehensweise beschlossen wird.»

Nicht wie eine Fahne im Wind argumentieren

Seine Art und Weise, wie er mit Mitarbeitenden umgehe, sei am ehesten mit «kooperativer Führungsstil» zu bezeichnen. «Ich finde es wichtig, persönliche Stärken zu fördern und den Arbeitnehmenden Kompetenzen und Freiräume einzuräumen. Eigenverantwortung setze ich voraus und bin nicht die Person, die jeden Brief gegenlesen muss, der verfasst wird», so Matthias Gehring, der eine klare Kommunikation als eine seiner persönlichen Stärken bezeichnet. Zudem sei er sehr direkt, ehrlich und fair. Jede Person, egal ob Mitarbeitende oder Bürger, wisse, woran sie sei. Für ihn sei es wichtig, eine einheitliche Linie zu vertreten und nicht wie eine Fahne im Wind zu argumentieren. Matthais Gehrings sagt:

«Wenn man als Gemeindepräsident nur Freunde hat, dann hat man etwas falsch gemacht.»

Wenn er die Bürgerschaft von sich überzeugen kann, was will er bei einer Wahl als Erstes in Angriff nehmen, wo sieht er Handlungsbedarf? «Bei einer erfolgreichen Wahl ist es mir wichtig, dass ich die Menschen hinter den einzelnen Funktionen kennen lerne. Ich durfte bereits einen Grossteil des Rates treffen und bin überzeugt, dass mit einer kompetenten Führung dieser wieder an einem Strick zieht», so Matthias Gehring. Den Ratsschreiber habe er als sehr kompetente und loyale Person erlebt, die seine Fragen prompt und fachlich top beantwortet habe. Die einzelnen Ratsmitglieder verfügten über ein grosses Wissen in ihren Bereichen. Dieses Wissen gelte es abzuholen und zu bündeln. «Ich bin ein Mensch, der nur das glaubt, was er selber sieht oder erlebt. Ich nehme Aussagen zur Kenntnis. Meine Meinung bilde ich aber nur mit erlebten Tatsachen.»

Gutes weiterführen und Neues aufgleisen

Wo sieht er die Gemeinde in zehn Jahren? «Thal hat dann das Christ-Areal entwickelt, den Hochwasserschutz gelöst. Der Seeuferweg ist durchgehend und es besteht ein konkretes Projekt, die Verkehrsproblematik in Staad zu lösen. Hinzu kommt, dass die Sanierung und Aufstockung der Schulhäuser und Kindergärten in Thal abgeschlossen ist und diese für die nächsten Jahre gerüstet sind.»

Sein Ziel als eventueller Thaler Gemeindepräsident sei es, sich möglichst schnell und gründlich einzuarbeiten, Gutes weiterzuführen und Neues zusammen mit dem Gemeinderat und der Bevölkerung zu entwickeln. Gehring: «Dafür, denke ich, muss man viel zuhören und miteinander reden. Ich bitte daher die Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich mit Anliegen auf mich zuzukommen. In diesem Sinne hoffe ich, eine Mehrheit zu überzeugen, und freue mich auf eine erfolgreiche Gemeindepolitik, die ich mit Herz und Verstand gestalte.»

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