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Mit den «unwürdigen» Bestattungen in Abtwil und Engelburg ist Schluss: Heute erhält jeder Tote ein eigenes Fleckchen auf der Wiese

Bisher gab es erst sieben Bestattungen in den neuen Gemeinschaftsgräbern in Gaiserwald.
Miguel Lo Bartolo
Im neuen Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof in Engelburg wurden bislang nur wenige beigesetzt.Bild: Ralph Ribi (22. Oktober 2019)

Im neuen Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof in Engelburg wurden bislang nur wenige beigesetzt.Bild: Ralph Ribi (22. Oktober 2019)

Die Gemeinschaftsgräber in Engelburg und Abtwil wurden lange Zeit als «Betonsarkophage» bezeichnet. Grund dafür war die für «unwürdig» befundene Beisetzung der Asche. Diese wurde aus der Urne in ein Zementrohr gekippt und so in die Erde geleitet. Heinz Angehrn, ehemaliger Pfarrer der Katholischen Kirche in Abtwil, fand, die Beisetzung in dieser Form sei den Angehörigen nicht zuzumuten («Tagblatt» vom 23. März 2018).

Die Asche sei teilweise sogar erst nach der Trauerfeier ins Zementrohr geschüttet worden, um den Trauernden den unschönen Anblick zu ersparen.

Mit den neuen Gräbern dürften alle zufrieden sein. Heute erhält jeder Verstorbene ein eigenes Fleckchen auf der Wiese. Bei der Beisetzung wird jeweils ein kleines Loch gegraben. Über eine Klappe am Urnenboden lässt der Pfarrer die Asche ins Erdloch fallen. Wenn es zugedeckt wird, dürfen Angehörige die Grabstätte noch mit Blumen verzieren – «ein bedeutend schöneres Bild», sagt Urs Besmer, Gaiserwalder Gemeinderat und Präsident der Friedhofskommission.

«Wir haben das Projekt zügig vorangetrieben»

Das Anliegen einiger Abtwiler und Engelburger schien lange Zeit auf taube Ohren zu stossen. Trotz Unterstützung aus Kirche und Friedhofskommission konnte die Neugestaltung nicht schneller verwirklicht werden. Nicht nur Pfarrer Heinz Angehrn teilte den Wunsch der Anwohner, die sich jahrelang für neue Gemeinschaftsgräber starkgemacht hatten. Auch Urs Besmer schloss sich dem Anliegen an. Im Frühjahr 2018 betonten die beiden, wie wichtig es sei, den Angehörigen mit einer neuen Gedenkstätte ein Begräbnis «in Würde» zu ermöglichen.

In seiner ersten Legislaturperiode 2013/2016 nahm Urs Besmer die Erweiterung der Urnenwand auf dem Friedhof in Abtwil in Angriff. Danach richtete die Friedhofskommission ihr Augenmerk auf die Planung der neuen Gemeinschaftsgräber. Vor der Bürgerversammlung im März 2018 reichte sie einen Budgetantrag für die Erneuerung ebendieser Gräber ein. Der Kredit über rund 280000 Franken wurde gutgeheissen. «Wir haben dieses Projekt meines Erachtens äusserst zügig vorangetrieben», sagt Besmer.

Keine Rückmeldungen auf neue Gräber erhalten

Seit ihrer Erneuerung wurden die Gemeinschaftsgräber in Engelburg und Abtwil insgesamt sieben Mal genutzt. Das sei zwar ein durchschnittlicher Wert. Weil die Erneuerung erst ein Jahr zurückliegt, ist diese Zahl laut Besmer allerdings nicht sonderlich aussagekräftig.

Wie aber stehen die Bürgerinnen und Bürger zu den neuen Gemeinschaftsgräbern? «Bislang sind bei der Friedhofskommission keine Rückmeldungen diesbezüglich eingegangen», sagt Besmer. Dies sei bedauerlich, zumal die alten Gräber vor allem von Anwohnern lautstark beklagt wurden.

Laut dem Gemeinderat finden kaum mehr Erdbestattungen statt. Lediglich zwei der 51 Beisetzungen, die dieses Jahr in Gaiserwald stattfanden, waren Erdbestattungen. Die Gründe für den konstanten Negativtrend der traditionellen Bestattungsform sind laut Besmer vielfältig. Es entspräche letztlich dem Zeitgeist. Die hohen Material- und Erhaltungskosten allein dürften dafür nicht verantwortlich sein. Grundsätzlich entscheiden die Angehörigen nämlich entsprechend den Wünschen der Verstorbenen.»

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