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Dieser Gossauer fährt mit dem Velo um die Welt

43'000 Kilometer hat Martin Ruggle auf dem Velo bereits zurückgelegt. Auf seiner Reise durchquert er Wüsten und Gebirge – und trifft Menschen aus verschiedenen Ländern.
Nina Rudnicki
Am liebsten radelt Martin Ruggle durch Wüsten. «Dort gibt es keinen Grund anzuhalten.» (Bild: PD)

Am liebsten radelt Martin Ruggle durch Wüsten. «Dort gibt es keinen Grund anzuhalten.» (Bild: PD)

Martin Ruggle sitzt in einem Hostel in Valparaiso in Chile. Dort gibt es eine gute Internetverbindung. Diese benötigt der Gossauer, etwa um über Whatsapp-Telefonie Interviews zu geben oder um Beiträge für seinen Blog www.imout.ch zu schreiben. Auf diesem hält er die Etappen seiner Veloreise durch Europa, Asien und Amerika fest. Seit drei Jahren ist er unterwegs. 43000 Kilometer hat er bereits zurückgelegt.

Unterwegs in Chile. (Bild: PD)

Unterwegs in Chile. (Bild: PD)

In Valparaiso legt Ruggle nun eine längere Pause ein. Die Stadt erinnert an eine Mischung aus Berlin, Hamburg und San Francisco. Es gibt einen Hafen, viele steile Strassen, Strassenkunst und unzählige Cafés. «Es ist jedes Mal wie ein Kulturschock, wieder in einer Stadt zu sein. Vor allem wenn ich wochenlang durch einsame Naturlandschaften gefahren bin.»

In meditativem Zustand durch die Wüste

«Am liebsten fahre ich durch Wüsten», sagt der 32-Jährige.

«Dort gibt es keinen Grund anzuhalten. So kann ich bis zu 200 Kilometer am Tag zurücklegen und gelange in einen meditativen Zustand.»

Ausserdem gebe es in der Wüste keine Moskitos.

In Bolivien hat Martin Ruggle etwa die Salar de Uyuni durchquert, die grösste Salzwüste der Welt. Auch Pässe und Gebirge haben es dem Gossauer angetan. In Peru ist er Pässe gefahren, die auf 5000 Höhenmeter hinaufführen. Nun möchte Martin Ruggle noch den Ort Ushuaia an der Südspitze Südamerikas erreichen. Im Mai will er dann in Argentinien ein Flugzeug Richtung Europa besteigen, mit dem Velo zum Nordkap hinauffahren und über Finnland und Osteuropa in die Schweiz zurückkehren. «Nach drei Jahren ist es an der Zeit, nach Hause zu kommen», sagt er.

Die erste grosse Tour führt um die Welt

Martin Ruggle ist gelernter Velomechaniker. Nach der Lehre hatte er als Mountainbike-Guide in Savognin und in einer Marketingabteilung gearbeitet. In dieser Zeit wurde sein Wunsch, einmal eine Weltreise zu machen, immer stärker.

«Für das Velo entschied ich mich, weil man damit schnell genug von A nach B kommt. Gleichzeitig ist man langsam genug unterwegs, um die Kulturen kennen zu lernen.»

Eine längere Velotour hat Martin Ruggle vor seiner Weltreise nie unternommen. Als er von Gossau durch Österreich aufbrach, hatte er daher erst einmal mit Schmerzen vom langen Sitzen zu kämpfen. «Da war die Hölle los.» Zwei Wochen habe es gedauert, bis der Ledersattel eingesessen gewesen sei. Dafür könne er mittlerweile sogar ohne extragepolsterte Velohosen fahren.

Campen am Strand in Costa Rica. (Bild: PD)

Campen am Strand in Costa Rica. (Bild: PD)

Fünf bis sechs Stunden ist er im Durchschnitt pro Tag auf dem Velo unterwegs. Meist fährt er ohne grosse Planung los, die grobe Route hat er nur mit Hilfe einer Karte festgelegt. «GPS oder Google Street View verwende ich nur selten. Manchmal folge ich allerdings der Route anderer Velofahrer, die ihre Tour auf der Plattform ‹ride with GPS› festhalten.» In Südamerika seien Tausende Velofahrer aus Europa unterwegs. Auf beliebten Strecken habe er alle zwei, drei Tage einen anderen Velofahrer getroffen. Mit einem Engländer war er einmal zwei Monate lang gemeinsam unterwegs. In Südostasien hat er hingegen während dreier Monate keine anderen Veloreisenden gesehen.

6000 Franken Budget pro Jahr

6000 Franken pro Jahr beträgt Martin Ruggles Budget. Er reist mit seinem eigenen Zelt und hat einen Benzinkocher dabei. Wird es dunkel, schlägt er an einem geeigneten Ort sein Zelt auf. «Am liebsten übernachte ich an einem Fluss, auf einer gut gemähten Wiese und hinter einem Busch als Sichtschutz», sagt er. Meist informiere er sich bei Personen aus der Umgebung, wo es einen solchen Schlafplatz gebe und wie sicher es in der Gegend sei. «Bislang bin ich damit gut gefahren. Ich habe glücklicherweise noch nie eine gefährliche Situation erlebt», sagt er.

Camping mit Blick auf den Fulkan Del Fuego. (Bild: PD/Martin Ruggle)

Camping mit Blick auf den Fulkan Del Fuego. (Bild: PD/Martin Ruggle)

Auf diese Weise ist Martin Ruggle schon an die aussergewöhnlichsten Orte gelangt. Einmal schlug er sein Zelt auf einem Berg vor einem aktiven Vulkan in Guatemala auf. «Ich spürte die Erde beben und sah die Wolken aus dem Vulkan aufsteigen», sagt er.

«Es ist eine meiner schönsten Erinnerungen. Dieses Erlebnis hätte mir kein Reiseführer bieten können.»

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