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Rorschacher Sandkünstler modelliert Radiomoderatorin im Studio

Urs Koller, Gründer des Sandskulpturen-Festivals in Rorschach, hat gestern live im Studio von Radio SRF 1 das Abbild einer Moderatorin modelliert. Diese hat bis zuletzt nichts davon gewusst.
Rossella Blattmann
Der Rorschacher Künstler Urs Koller arbeitet konzentriert an der Büste von Radiomoderatorin Marietta Tomaschett. (Bild und Video: Rossella Blattmann)

Der Rorschacher Künstler Urs Koller arbeitet konzentriert an der Büste von Radiomoderatorin Marietta Tomaschett. (Bild und Video: Rossella Blattmann)

«Ah, Sie sind vom Sand-Galler Tagblatt!» Es ist kurz nach 9 Uhr am Dienstagmorgen im Studio von Radio SRF 1. Die Stimmung ist heiter, die Temperatur drückend heiss. Beim Radiosender dreht sich an diesem Tag alles um das Thema Sand. Der Rorschacher Künstler Urs Koller, Initiator und künstlerischer Leiter des Sandskulpturen-Festivals, modelliert den ganzen Tag aus einem Sandblock die Büste von Radiomoderatorin Marietta Tomaschett.

Jedoch: Ausser Koller und ein paar wenigen Mitarbeitern des Senders ist niemand eingeweiht. Nicht einmal Tomaschett selbst. Auf Facebook rätseln die Hörer den ganzen Tag, wessen Abbild Koller aus dem Sandblock wohl fertigt. Drei Stunden später, um die Mittagszeit, lassen sich bereits erste Gesichtszüge erkennen. Erste Hörer haben bereits erkannt, um wen es sich handelt. Andere tappen noch komplett im Dunkeln. «Es ist eine Mischung zwischen Mann und Frau», glaubt jemand zu wissen.

"Ich arbeite lieber draussen"

Immer wieder schauen neugierige Radiomitarbeiter Koller über die Schulter. «Normalerweise arbeite ich alleine», sagt Koller. Es sei zwar nichts Neues, dass er drinnen statt draussen, und in Gesellschaft statt alleine an einer Sandskulptur arbeite. Dennoch sei es ein ungewohntes Gefühl, während des Arbeitens im Zentrum des medialen Interesses zu stehen. Zudem sei für ihn das Licht im Radiostudio zu grell. «Ich arbeite lieber draussen an der frischen Luft», sagt Koller.

Für den Sand-Thementag habe er sehr früh aufstehen müssen: «Sechs Uhr morgens! Ich hatte vergessen, dass es eine solche Zeit überhaupt gibt.» Mit 200 Kilogramm Sand, Holzbrettern und Werkzeug im Gepäck ist Koller von Rorschach nach Zürich Oerlikon gefahren. «Mit meinem Smart. Mein 50 Jahre alter Lieferwagen hat leider den Geist aufgegeben.»

200 Kilogramm Sand und 30 Liter Wasser

Während Koller konzentriert an der Skulptur feilt, bröselt immer wieder Sand auf den Studioboden. «Das fertige Sandkunstwerk besteht schlussendlich aus 150 Kilogramm Sand», sagt er, und schaut wieder auf Tomaschetts Foto in seiner Hand.

Damit Koller aus einem Sandblock ein Gesicht formen kann, ist neben seinem geschulten Auge und seinem Werkzeug etwas besonders wichtig: Wasser. «Für diese Sandbüste brauche ich circa dreissig Liter Wasser», sagt er. Damit der Sand eine bestimmte Feuchtigkeit behält, greift Koller zwischendurch immer wieder zu einer mit Wasser gefüllten, durchsichtigen Sprühflasche.

«Ich habe Hühnerhaut»

Ein Blick auf den Livestream aus dem Studio zeigt: Um 14 Uhr haben bereits mehrere Hörer richtig erkannt, dass es sich um das Konterfei von Tomaschett handelt. Doch als die Radiomoderatorin um 15 Uhr selbst ins Büro kam, habe sie zunächst nichts geahnt, sagt SRF 1-Radiopraktikantin Angela Wagner auf Anfrage. «Alle waren aufgeregt, als Marietta Tomaschett ins Büro kam», sagt Wagner. Doch sie sei direkt zu ihrem Arbeitsplatz gegangen, ohne dass sie die Sandskulptur überhaupt gesehen habe. «Wir mussten sie unter einem Vorwand zu ihrer Büste locken», sagt Wagner.

Als Tomaschett endlich ihr Abbild aus Sand erblickt, erkennt sie sich sofort. «Ich habe Hühnerhaut», sagt sie. «Es kommt nicht jeden Tag vor, dass man zur Sandskulptur wird.» Der Sandkünstler Koller zeigt sich erleichtert. «Eine grosse Anspannung fällt von mir ab», sagt Koller. Es bedeute ihm viel, wenn ein Modell so glücklich mit seinem Kunstwerk sein. «Das ist der Lohn für meine harte Arbeit.»

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