Mit dem Nein zum Planungskredit spart Gossau kein Geld

Wenn die SVP für Klimaschutz weibelt und die SP mit einem Aussenbad Energie verpuffen will.

Johannes Wey
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Johannes Wey.

Johannes Wey.

Ralph Ribi

Verkehrte Welt im Stadtparlament: Die SVP redet der Energiestadt Gossau ins Gewissen und bezeichnet ein beheiztes Aussenbecken als Energieschleuder. Auf der anderen Seite fordert just die SP, für diesen «Service public» Abstriche beim Klimaschutz zu machen. Die Partei notabene, die erst vor einem Monat an selber Stätte vehement für ein CO2-neutrales Gossau bis 2030 gestritten hatte.

Dass ein Aussenbecken heute nicht mehr zeitgemäss ist, müsste jedem klar sein, der den menschengemachten Klimawandel nicht grundsätzlich bestreitet. Die Menge an Heizenergie, die ein solches Aussenbecken über das ganze Jahr verbraucht, ist immens.

Daran wird auch eine noch so sorgfältige Projektierung nichts ändern. Selbst wenn die nötigen Pellets für die Holzheizung zu Fuss aus dem Buechenwald herangeschafft würden, so fehlten sie – wenn man das Potenzial der erneuerbaren Energien ausschöpfen will – an einer anderen Stelle. Die beste Energie ist die, die man nicht verbraucht.

Man darf nach den letzten Parlamentsdebatten annehmen, dass die SVP – an deren Widerstand das Aussenbecken letztlich scheiterte – das Geld doch mehr reute als das Klima. Dass sich die Gegner schon die Mittel für den Projektierungskredit des Aussenbeckens sparen wollten, ist aber ein Schuss ins eigene Bein.

Die 90000 Franken sind gemessen an den Kosten für die Planung der übrigen Sportanlagen der ersten Etappe ein verschwindend kleiner Betrag. Und bis am Dienstag hatte die Gossauer Politik zwei Jahre darauf hingearbeitet, die Frage eines Aussenbeckens den Bürgerinnen und Bürgern zu unterbreiten.

Offensichtlich fürchtet sich nun eine Mehrheit davor, dass diese – je nach Warte – eben nicht so umwelt- oder kostenbewusst abstimmen wie gewünscht. Dass die IG Sport diesen Volksentscheid mit einer Initiative erzwingen wird, ist mehr als wahrscheinlich. Und eines wird man mit einer zusätzlichen Volksabstimmung am Ende sicher nicht geschafft haben: Kosten sparen.