Die Künstlerin Carole Isler ist mit dem Malpinsel vom Thurgau nach Buenos Aires gereist 

Ostschweizer Künstler zeigen in den Ausstellungsräumen der IT-Firma Abacus in Wittenbach ihre Bilder und Skulpturen.

Laura Widmer
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Markus Graf und Carole Isler vor der Firma Abacus. (Bild: Laura Widmer)

Markus Graf und Carole Isler vor der Firma Abacus. (Bild: Laura Widmer)

Der Firmensitz von Abacus mit dem gläsernen Pyramidendach ist schon von aussen eine Erscheinung. In den kommenden Wochen beherbergt er bereits zum zehnten Mal eine Ausstellung Ostschweizer Künstler, organisiert von Thomas Kölla.

Carole Islers Bilder erzählen von der Welt. Vier Monate hat sie als Boardmalerin auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet, Kurse gegeben und Bilder gemalt, die von den Reiseorten inspiriert sind. Andere der im Untergeschoss ausgestellten Gemälde sind im argentinischen Buenos Aires entstanden. Dort verbrachte die Thurgauer Künstlerin ein halbes Jahr während eines Atelieraufenthalts. Das imposante Teatro Colón und Tangotänzer, eng umschlugen, zeigen ein Land, das vielen fremd ist.

Reisende in der kleinen Blase ihrer Privatsphäre

Eine weitere Serie heisst «Unterwegs» und dokumentiert Zugfahrten. Die Reisenden sind in Gedanken versunken oder schauen aufs Handy und fühlen sich ungestört in ihrer kleinen Blase der Privatsphäre. «Ich mag Bilder, die aus dem Leben schöpfen», sagt Isler, die selbst viel mit dem Zug unterwegs ist. Die Wände im Abacus-Gebäude sind bunt, wovor Isler anfangs Respekt hatte. Es zeigt sich jedoch, dass die in kräftigen Farben gemalten Bilder gut mit dem Raum harmonieren. Von Rolf Hauenstein, der schon einmal bei Abacus ausgestellt hat, wird ein Querschnitt seines Schaffens gezeigt. Dazu gehören sowohl frühe Radierungen als auch aktuelle Werke.

Massive Stahlplatten aus Frauenfeld

Markus Grafs Plastiken sind hauptsächlich im Freien aufgestellt. Die grossformatigen Arbeiten, die in seinem Frauenfelder Atelier entstehen, sind aus massiven Stahlplatten gefertigt. Sie brauchen Raum, um zu wirken. Drei kleinere Skulpturen stehen zusätzlich im Untergeschoss. Manche, wie der «Leuchtturm», geben einen Hinweis auf die Inspiration, andere sind deutungsoffen. Beim reduzierten Stil kommt es auf jeden Schnitt und jede Krümmung im Stahl an.

Gespräche mit den Künstlern über ihre Arbeit sind während der betreuten Öffnungszeiten möglich. Nicht immer interessiert die Besucher, was man erwarten würde. «Viele Leute wollen nicht wissen, welche Muse mich geküsst hat, sondern haben eine technische Frage», sagt Markus Graf. Etwa ein alter Schlosser, der sich dafür interessierte, wie er das Material bearbeitet habe. «Solche Begegnungen sind eine Bereicherung.»

Öffnungszeiten in Anwesenheit der Künstler, bis 7. Dezember: Di, Mi, Fr 18 – 20 Uhr, Sa, So 14 – 17 Uhr.