Mit dem Ei durch die Golferei: Cornel Eberle eröffnet einen Golfparcours auf der Straussenfarm in Mörschwil

Cornel Eberle und seine Familie nutzten die Quarantäne, um einen Golfparcours zu bauen.

Aybüke Köseoglu
Drucken
Teilen
Cornel Eberle in Aktion auf seinem neuen Golfparcours.

Cornel Eberle in Aktion auf seinem neuen Golfparcours.

Bild: Aybüke Köseoglu

Auf der Weide von Landwirt Cornel Eberle, Besitzer der Straussenfarm in Mörschwil, steht ein altes Güllefass. Es dient als das Spielloch «Güllespritzer» der 18 übergrossen Golfhindernisse, die auf der neuen XXL-Golfanlage zu meistern ist.

Beim Golfparcours handelt es sich um eine unkonventionelle Art des Golfens. Als Golfball dient ein Plastikball, der etwas kleiner als ein Fussball ist. Mit dem selbstkonstruierten, eiförmigen Eisenschläger befördert man ihn durch die Hindernisse. Darum nennt Eberle sein Angebot auch Golferei. Für Kinder gibt es kinderfreundliche Schläger. Das Spiel gewinnt, wer am wenigsten Anläufe braucht. Die Kulisse ist speziell: Während dem ganzen Spiel ist man umsäumt von Straussen und Schafen beobachten.

Coronafolgen dienten als Motivationsschub

Eberle war bemüht, die Golferei-Idee möglichst nachhaltig zu realisieren. Die Hindernisse bestehen aus alten gebrauchten Materialen wie zum Beispiel ein alter Traktorreifen. Seine Schafe dienen ihm als Rasenmäher. «Selber die 1,5 Hektare zu mähen, wäre zu aufwendig», sagt Eberle.

«Ich wollte ein Golfspiel für alle entwickeln und keine elitäre Sportart»

Zur Idee motiviert wurde Eberle durch die Coronasituation. Da auch sein Betrieb teilweise von der Krise betroffen war, musste eine schnelle Lösung her. So sass er während der Quarantäne mit seiner Familie zu einem Brainstorming zusammen und kamen auf die Idee der Golferei. «Ich wollte ein Golfspiel für alle entwickeln und keine elitäre Sportart», meinte der Landwirt und Unternehmer. Da viele diesen Sommer ausserdem die Schweiz nicht verlassen würden, sei die Golferei ein ideales Freizeitsangebot.

Das Spielloch «Güllespritzer» auf der Golferei.

Das Spielloch «Güllespritzer» auf der Golferei.

Bild: Aybüke Köseoglu

Innert sieben Wochen wurde die Idee mit Hilfe aller vier Kinder auf die Beine gestellt. Der älteste Sohn Lukas war vor allem zuständig für die Homepage, der zweitälteste für die Einzäunung und die zwei jüngeren Kinder, ein Sohn und eine Tochter, hätten einfachere Aufgaben übernommen. «Ohne die Familie hätte ich es nicht geschafft», meint Eberle.

Es gibt etwas zu essen

Wer beim Golf spielen Hunger bekommt, könne sich selbst bedienen, sagt der auf dem Hof aufgewachsene Landwirt. Ess- und Trinkmöglichkeiten werden angeboten. Möglich sei aber auch selbst Verpflegung mitzunehmen. Wer in grösseren Gruppen einen Ausflug plant, kann auch reservieren. Die Golferei ist im Sommer jeden Mittwoch und Freitag von 13 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 20 Uhr offen.