Das Baugesuch für die neue Coop-Filiale in Gossau liegt öffentlich auf - 14 Monate nach der Einreichung

Im Gebiet Eichen, im Westen von Gossau, will Coop eine neue Filiale bauen. Dabei sollen 30 Arbeitsplätze entstehen. Seit Donnerstag liegt das Baugesuch öffentlich auf.

Marion Loher
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Die Filiale im westlichen Industriegebiet soll ein eingeschossiger Holzelementbau werden. (Bild: Visualisierung: PD)

Die Filiale im westlichen Industriegebiet soll ein eingeschossiger Holzelementbau werden. (Bild: Visualisierung: PD)

Rund 9,5 Millionen Franken investiert Coop in seinen zweiten Verkaufsladen in Gossau. Entstehen soll er auf dem ehemaligen Hastag-Areal im westlichen Industriegebiet der Stadt. Für Ivo Dietsche, Leiter der Coop-Verkaufsregion Ostschweiz-Ticino, ist der Standort geradezu ideal: «Das Gebiet liegt auf der Hauptverkehrsachse von Gossau. Wir erreichen dort sowohl Pendler als auch jene, die ihren Arbeitsplatz im Industriegebiet haben.»

Zudem würden die «gute Erreichbarkeit und die grosszügigen Platzverhältnisse» ebenfalls für die Lage sprechen. Nicht betroffen vom Neubau ist die Filiale im Zentrum. «Sie bleibt weiterhin bestehen», sagt Dietsche.

Ende 2016 erwarb Coop Ostschweiz-Ticino das Grundstück im Gebiet Eichen von der Hastag St. Gallen Beton AG für 4,8 Millionen Franken. Möglich gemacht hatte dies ein Entscheid des Stadtparlaments Anfang Dezember 2016. Damals lehnte es die Ausübung des Vorkaufsrechts der Stadt für das Areal ab. Das Geschäft stiess jedoch nicht überall auf Gegenliebe. Insbesondere die SP befürchtete, dass mit dem neuen Supermarkt am Stadtrand das Zentrum abgewertet werde und ein grösseres Verkehrsaufkommen im Widerspruch zum Stadtentwicklungskonzept stehe. Letzteres wurde nur wenige Wochen zuvor vom Stadtparlament verabschiedet.

Neue Filiale nur einstöckig

Im Dezember 2017 hat Coop das Baugesuch eingereicht. Seit Donnerstag nun – 14 Monate später – liegt es öffentlich auf. «Das Bauprojekt wurde zwischenzeitlich zusammen mit der Stadt weiterentwickelt und optimiert», heisst es seitens Coop. Diese Abstimmungen und das Klären von Detailfragen hätten einige Zeit in Anspruch genommen. Worum es bei dieser «Klärung von Detailfragen» ging, wollte der Detailhändler nicht sagen. Die Auflagefrist für das Baugesuch dauert bis am 27. Februar.

Auf dem Grundstück soll ein «modernes Gebäude im Holzelementbau» nach Minergie-Standard entstehen. Beheizt wird es mit der Abwärme der Kühlanlagen. Die Beleuchtung erfolgt mittels LED und auf dem Dach ist eine Fotovoltaik-Anlage vorgesehen. Auf der 690 Quadratmeter grossen Verkaufsfläche werden rund 18000 Artikel des «täglichen Bedarfs» angeboten. Ausserdem wird es eine Annahmestelle der Oecoplan-Textilreinigung und eine Abholstation für Online-Bestellungen geben. Gemäss Coop sollen rund 30 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Nachdem das Bauprojekt vor gut zwei Jahren noch zwei Geschosse vorsah, ist aktuell eine Verkaufsstelle ohne Obergeschoss geplant. Allerdings gebe es langfristig Ideen, wie das Potenzial des Areals gewerbemässig noch besser ausgeschöpft werden könne, sagt der Leiter der Coop-Verkaufsregion Ostschweiz-Ticino. Dabei sei eine Aufstockung des Ladens eine Option. «Die weiterführenden Ideen sind jedoch noch nicht spruchreif.»

Für die neue Coop-Filiale rechnet Ivo Dietsche ab dem Spatenstich mit einer Bauzeit von rund einem Jahr. Momentan geht er von einer Eröffnung im Herbst 2020 aus.

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