Mit Comics gegen Diskriminierung – Am Bahnhofsplatz sind Erfahrungsberichte zum Thema Rassismus ausgestellt

Das Projekt «Facettenreich» konfrontiert Passanten mit realen Alltagsgeschichten von Menschen mit Migrationshintergrund.

Miguel Lo Bartolo
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In den Guckkästen am Bahnhofsplatz können Passanten Comics zum Thema Rassismus lesen. (Bild: Miguel Lo Bartolo)

In den Guckkästen am Bahnhofsplatz können Passanten Comics zum Thema Rassismus lesen. (Bild: Miguel Lo Bartolo)

«Hadi in der Altstadt», «Nirgül im Bus» oder «Pawan bei der Ticketkontrolle» – so lauten Titel der Kurzgeschichten, die Passanten in Guckkästen am Bahnhofsplatz lesen können. Die interaktive Comic-Ausstellung ist ein Projekt von Sonja Koch und dem Verein Permeable. Die in der Ausstellung integrierten Kurzgeschichten sind nicht frei erfunden. Koch verwendet für die Comics ausschliesslich Informationen, die sie bei Gesprächen mit Personen mit Migrationshintergrund erhält.

Die Rückmeldungen der Besucher seien sehr positiv gewesen. «Einige sind erstaunt darüber, dass man in der heutigen Zeit überhaupt noch auf diese Thematik aufmerksam machen muss.» Wie sich «Facettenreich» damit befasst, komme aber gut an.

«Vorurteile sind etwas Menschliches»

Ungewöhnliche Nachnamen und auffällige Kopfbedeckungen reichen laut Koch oft aus, um diskriminiert zu werden. Vorurteile seien zwar etwas Menschliches. «Sie helfen dabei, Erlebtes einzuordnen und sich in neuen Situationen schneller zurechtzufinden. Allerdings führten sie des Öfteren zur unrechtmässigen Schubladisierung der Menschen. «Themen wie behördliche Willkür, Diskriminierung und Alltagsrassismus werden ungern diskutiert», sagt Koch. Ein Blick in die Guckkästen soll dieses Tabu brechen und gesellschaftliche Missstände aufzeigen. Die Guckkästen stehen noch bis Samstag, 28. September, am Bahnhofsplatz und können frei genutzt werden.

Weitere Informationen dazu können hier abgerufen werden.