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Mister Geothermie wirbt für Solarstrom auf Einfamilienhäusern von Mörschwil bis Rorschach

Die regionale «Plattform für Energie und Mobilität» stellt ihr erstes Projekt vor: Sie ermuntert Hausbesitzer zum Kauf von Solaranlagen.
Melissa Müller
Möglichst viele Dächer in der Ostschweiz sollen mit Solarzellen bestückt werden. Bild: Christian Beutler/KeystoneMöglichst viele Dächer in der Ostschweiz sollen mit Solarzellen bestückt werden. Bild: Christian Beutler/Keystone
Möglichst viele Dächer in der Ostschweiz sollen mit Solarzellen bestückt werden. Bild: Christian Beutler/KeystoneMöglichst viele Dächer in der Ostschweiz sollen mit Solarzellen bestückt werden. Bild: Christian Beutler/Keystone
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Mister Geothermie wirbt für Solarstrom

Ende Jahr geht das AKW Mühleberg vom Netz. Die Schweiz will erneuerbare Energien fördern und bis 2050 aus der Kernkraft aussteigen. Viel Potenzial steckt noch in der Solarenergie. «Noch stammen erst etwa drei Prozent des Schweizer Stroms aus Solaranlagen», sagt Marco Huwiler, Präsident der Plattform für Energie und Mobilität (Plemo).

Die sechs Gemeinden Wittenbach, Tübach, Steinach, Muolen, Berg und Häggenschwil haben die Plemo vor einem Jahr gegründet. Jetzt starten sie mit ihrem ersten Projekt: Zusammen mit der Energieagentur St.Gallen lancieren sie eine Fotovoltaik-Aktion.

Der Vorstand fragt sich: Wo geht die Reise hin?

Ein Jahr war es still um die frisch gegründete Plattform, bei der auch die Gewerbevereine Steinach und Wittenbach-Häggenschwil sowie die SAK (St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke) dabei sind. Ziel der Plemo: Gemeinden, Firmen und Private sollen sich gemeinsam positionieren, um die Energiewende zu bewältigen.

«Wir hatten bereits diverse Sitzungen», sagt Huwiler. «Dabei fragten wir uns: Wo geht die Reise hin? Was können wir leisten?» Zentral sei die Zusammenarbeit mit Gewerbe und Industrie. «Wir wollen Initialzündungen bei Projekten zu erneuerbarer Energie und Mobilität auslösen.»

Hausbesitzern die Hemmschwelle nehmen

Jetzt will die Plemo den Ausbau von Solaranlagen auf Einfamilienhäusern vorantreiben. Im März will sie die Bevölkerung in Wittenbach, Goldach und Rorschacherberg über die Solaranlagen-Aktion informieren. «Wir wollen Hausbesitzern an diesen Infoanlässen die Hemmschwelle nehmen», sagt Huwiler. Bewohnerinnen und Bewohner sollen erfahren, was zu tun ist, wenn man ein kleines Solarkraftwerk auf seinem Dach haben will.

Beim St.Galler Erdbeben an vorderster Front

«Die Fotovoltaikanlagen sind in den letzten Jahren effizienter und günstiger geworden», sagt Marco Huwiler, der sich selbst eine FV-Anlage auf seinem Haus in Mörschwil leisten will.

«Ich will meinen selbst produzierten Strom auch für mein zukünftiges Elektroauto nutzen.»

Huwiler ist in der Region kein Unbekannter. Er stand als «Mister Geothermie» im Rampenlicht, als Geothermie-Bohrungen im Sittertobel vor über sechs Jahren ein Erdbeben auslösten. Er war Bereichsleiter bei den St.Galler Stadtwerken, führte die Koordinationsstelle des Energienetzes GSG (Gossau-St.Gallen-Gaiserwald) und leitet heute die Technischen Betriebe Wil.

Installateure sollen fixfertige PV-Anlagen zum Einheimpreis bieten

Aktuell sucht die Plemo mit Inseraten in Gemeindeblättern Installateure, die Solaranlagen montieren. Das Ziel: Die Installateure stellen sich an den Infoanlässen im kommenden Frühjahr den Hausbesitzern vor. Sie garantieren potenziellen Kundinnen und Kunden eine fixfertig installierte Solaranlage – zum einheitlichen Preis. «Wir wollen damit auch das Gewerbe unterstützen», sagt Huwiler. Die FV-Aktion wurde durch die Energieagentur St.Gallen im Rheintal und im Linthgebiet bereits durchgeführt. Im Rheintal wurden daraufhin 150 Solaranlagen installiert.

Kanton will Produktion von Solarstrom verdreifachen

Heute beträgt die produzierte Strommenge der Fotovoltaikanlagen im Kanton St.Gallen rund 156 GWh pro Jahr. Damit kann der jährliche Stromverbrauch von 30000 Vierpersonenhaushalten in Einfamilienhäusern gedeckt werden. Das Ausbauziel des Kantons St.Gallen sieht für das Jahr 2030 eine Verdreifachung der Solarstromproduktion vor. «Kleinstanlagen auf Dächern von Einfamilienhäusern sind ein Tropfen auf den heissen Stein», sagt Huwiler. «Und doch tragen sie etwas bei zur Gesamtbilanz.»

«Intelligente Systeme» in Tiefgaragen

Das zweite Thema der Plemo ist die Förderung der E-Mobilität. «Wir befassen uns mit E-Ladelösungen für Elektroautos», sagt Huwiler. Wenn jeder Mieter in der Tiefgarage seine Ladestation anzapft, überlaste dies das Stromnetz zu einseitig. Durch «intelligente Systeme» könnten Elektroautos in Parkhäusern so gekoppelt werden, dass sie zu verschiedenen Zeiten aufgeladen werden.

Bis jetzt sind erst sechs Gemeinden sowie die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG und die IKZ Suisse AG bei der Plemo. Sie sind Gründer und Träger der Plattform. Die Gemeinden berappen einen jährlichen Mitgliederbeitrag von 3500 Franken, KMU zahlen 500 Franken. «Wir haben im ersten Jahr leider noch nicht so viele neue Mitglieder gewonnen wie erhofft», sagt Huwiler. «Gern hätten wir nebst weiteren Unternehmungen auch die Gemeinden Rorschach, Rorschacherberg, Goldach, Thal, Eggersriet, Untereggen und Mörschwil mit im Boot.» Obwohl sie nicht Mitglied sind, beteiligen sich auch diese Gemeinden an der Fotovoltaik-Aktion. Der Mörschwiler Gemeinderat etwa hat einen einmaligen Beitrag von 2300 Franken gesprochen.

Das kosten Solarzellen

Eine Fotovoltaik­anlage ist bei einer Leistung von fünf bis zehn Kilowatt für 14 000 bis 18 000 Franken zu haben. Der Bund hilft bei der Finanzierung: Er gewährt Besitzern von Anlagen mit einer Leistung von weniger als 100 kW eine «Einmalvergütung für kleine Anlagen» (Kleiv). Die Lebensdauer einer solchen Anlage beträgt gegen 30 Jahre. Die Energie des Sonnenlichts wird mittels Solarzellen in Elektrizität umgewandelt. So können Besitzerinnen und Besitzer, je nach Anlagengrösse und Energieverbrauch, rund 30 Prozent ihres Strombedarfs decken.




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