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Wie eine Gossauer Missionsschule zum Gymnasium wurde

Am Montag findet die Vernissage eines Buches statt, das die Anfangsjahre des Gymnasiums Friedberg in Gossau beschreibt. Die Arbeit des Lokalhistorikers Karl Eschenmoser ist damit noch lange nicht abgeschlossen.
Sebastian Schneider
Das Stickereigebäude auf dem Friedberg von 1870 (rechts) wurde rund 50 Jahre später zum Gymnasium. (Bild: PD)

Das Stickereigebäude auf dem Friedberg von 1870 (rechts) wurde rund 50 Jahre später zum Gymnasium. (Bild: PD)

Italien, England, USA, Brasilien und Kamerun: Die Geschichte der Pallottiner-Gemeinschaft ist international geprägt. Wer also die Geschichte der Pallottiner-Provinz in Gossau und somit auch jene des Gymnasiums Friedberg aufrollen will, muss Quellen aus unterschiedlichen Ländern konsultieren. Der Lokalhistoriker und ehemalige Friedberg-Lehrer Karl Eschenmoser hat sich dieser Arbeit angenommen.

Seit 2011 ist er am Recherchieren und Schreiben. Ein Teil seiner Arbeit mündet nun in ein dickes Buch: Ein rund 400-seitiges Werk berichtet vom heiligen Vincenzo Pallotti und seinem Wirken in Rom. Und es umschreibt die Anfänge des Gymnasiums Friedberg in Gossau bis 1948. Am Montag wird die lange Arbeit von Eschenmoser gekrönt. Um 19 Uhr findet in der Mensa des Gymnasiums die Vernissage statt.

Die Pallottiner 1891 auf Mission in Kamerun.

Die Pallottiner 1891 auf Mission in Kamerun.

Zwei Jubiläen als Anlass für ein Buch

Grund für die Publikation des Buches sind zwei anstehende Jubiläen. Die Pallottiner in der Schweiz feiern im Jahr 2020 ihr 100-jähriges Bestehen. Etwas später, im Jahr 2026, wird auch das Gymnasium Friedberg 100 Jahre alt.

Karl Eschenmoser erhielt ursprünglich vom Provinzrat den Auftrag, die Schweizer Pallottiner-Geschichte aufzuarbeiten. Im Verlauf der Zeit stellte sich heraus, dass dank der gründlichen Recherche und vieler Überschneidungen mit der lokalen Geschichte auch ein Buch über das Gymnasium möglich ist. Und so kommt nun das Werk «Gymnasium Friedberg Gossau, Anfänge bis 1948» in den Buchhandel.

Die Missionsschule wird zum Gymnasium

Wie viele Stunden Arbeit im Werk stecken, kann Rektor Lukas Krejčí nicht sagen. Aber es sei viel Liebe zum Detail investiert worden – besonders von Karl Eschenmoser, der ja über drei Jahrzehnte unterrichtet habe und das Gymnasium bestens kenne. «Ich bin glücklich und dankbar, dass das Buch erscheint», sagt Krejčí, der sich selber dafür starkgemacht habe, dass ein hochwertiges Produkt verwirklicht werden kann. Das Buch, das er gegengelesen hat, bringe viel Licht ins Dunkle der Geschichte. «Ich habe vieles gar nicht gewusst», gesteht der Rektor.

Die geschichtliche Abhandlung im Buch endet mit einem Bericht vom Abschlussfest am 9. Juli 1948. Damals stand die Schule vor einer einschneidenden Veränderung. Nach den Sommerferien soll sie nicht mehr die Missionsschule St. Notker Gossau sein, sondern das Gymnasium Friedberg, das auch Buben offensteht, die nicht Priester werden wollten.

Kurz vor dieser Wende, im Jahr 1944, gab es zwar bereits eine erste Öffnung. Ivo Fürer, der spätere Bischof von St. Gallen, war der erste Schüler, der nicht auf dem Friedberg im Internat lebte, sondern nach der Schule nach Hause ging. Der «erste Externe» des Gymnasiums erinnert sich im Schlusswort des Buches an seine Schulzeit zurück.

Friedberg-Schüler im Jahr 1939 in der typischen «Kluft».

Friedberg-Schüler im Jahr 1939 in der typischen «Kluft».

Anekdoten geben Einblick in den Schulalltag

Das Buch ist in sieben Kapiteln gegliedert und jedes Unterkapitel wird mit einer kurzen Zusammenfassung eingeleitet. Es enthält nicht nur Jahreszahlen, es bietet dank witziger Anekdoten auch Einblick ins Leben der Schüler, die teils Lausbuben waren und beispielsweise eine Kürbisschlacht veranstalteten.

Warum aber endet das Geschichtsbuch mit dem Jahr 1948? «Wir haben noch mehr vor», sagt Lukas Krejčí. Bis zum Jubiläumsjahr 2026 sollen zwei weitere Bücher über die Friedberg-Geschichte verfasst werden. «Karl Eschenmoser arbeitet bereits am zweiten Buch», verrät Krejčí. Dieses werde die Zeitspanne von 1948 bis 1993 umschliessen. In diesem Zeitraum leiteten ausschliesslich Geistliche das Gymnasium, danach folgten die Laienrektoren, wovon Krejčí der Dritte ist.

An die Vernissage vom Montag werden Karl Eschenmoser und Pater Adrian Willi, Provinzial der Pallottiner, erscheinen und das Buch vorstellen. Krejčí, der die Gesprächsrunde leiten wird, will aber auch, dass eine Diskussion über die pädagogische Ausrichtung der Schule stattfinden kann. Der Abend wird vom Schülerchor musikalisch umrahmt. Im Anschluss gibt es einen Apéro und das Buch kann am Büchertisch gekauft werden.

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