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Mike Müller in Goldach: «Vor der Barriere sind alle gleich»

Am Wochenende gab der Schauspieler im Rahmen des «Kultur i de Aula» sein Programm «Heute Gemeindeversammlung» zum Besten. Dabei blieb auch die Region nicht verschont.
Vivien Huber
In seinem Programm schlüft Mike Müller in verschiedene Rollen. (Bild: Vivien Huber)

In seinem Programm schlüft Mike Müller in verschiedene Rollen. (Bild: Vivien Huber)

Am Freitagabend war die Aula in Goldach gefüllt und die Stimmung gespannt. «Ich kenne Mike Müller von den Zirkusauftritten und bin gespannt, wie sein Programm ‹Heute Gemeindeversammlung› wird», sagt Andrea Schär aus dem Publikum vor dem Auftritt.

Um 20 Uhr ist es soweit: Mike Müller betritt die Bühne und spielt in der Rolle des Gemeindepräsidenten Raoul Furrler und anderen Gemeindemitgliedern eine Gemeindeversammlung. Schon beim zweiten Traktandum, der Subvention von Kindergeburtstagen, kommt es zur Diskussion. Will die Gemeinde auf Ferien verzichten, um die Geburtstagsfeiern der Nachbarsgemeinde zu übertrumpfen?

Eine Fusion war auch in der Region schon Thema

Das wichtigste Traktandum der Gemeindeversammlung dreht sich jedoch um die Fusion mit der Nachbarsgemeinde. Das Argument der Finanzchefin, dass es in der Gemeinde nur einen Drogenabhängigen oder Hochbegabten brauche, um das Budget zu sprengen, spreche für die Fusion. Zudem beantragt sich die Umnutzung und den Verkauf eines bisher ungenutzten Grundstücks. Kurz vor der Abstimmung schert ein Mitbürger aus: Er beschuldigt Furrler, der Besitzer des besagten Grundstücks zu sein. Die Diskussion eskaliert. Die Gemeindemitglieder beschuldigen sich gegenseitig, Geheimnisse kommen ans Licht. Gemeindepräsident Furrler stellt die Vertrauensfrage.

Nach dem von ihm gespielten fiktiven Schlagabtausch kommt Mike Müller auf die real gescheiterte Fusion von Goldach, Rorschach und Rorschacherberg im Jahr 2014 zu sprechen. Trotz aller Eigenarten der drei Gemeinden: «Vor der Barriere in Goldach sind alle Menschen gleich.»

Auf die Frage, wie sein Programm entstanden sei, blickt der Schauspieler zurück. Nach neun Jahren Late Night Show zusammen mit Viktor Giacobbo im Schweizer Fernsehen – die stets auch politisch war –, habe er wieder «etwas Politisches und Satirisches» machen wollen.

«Die Gemeindeversammlung als Urform der Schweizer Politik bot dafür Potenzial.»

Die Idee, die lokalen Gemeinden einzubauen, sei ihm bei den ersten Proben gekommen. Das Programm «Heute Gemeindeversammlung» sei ein Angebot an das Publikum. «Was die Zuschauer daraus machen, ist ihnen überlassen.» Er sei zufrieden: «Das Goldacher Publikum war schnell, hat gut zugehört.»

«So viele authentische Charaktere auf einmal»

Dies bestätigt der Organisator der Eventreihe Guido Schwalt: «Ich habe bereits positive Rückmeldungen bekommen.» Ihm hat der Auftritt auch gefallen: «Es war eine riesige Leistung, so viele Charaktere auf einmal authentisch zu spielen.» Das ist auch dem Publikum aufgefallen: «Ich fand den Wechsel im Streitgespräch am Schluss witzig und interessant», sagt Besucher Florin Göggel. Karin Klein und Markus Gächter gefiel der lokale Teil. «Wir haben etwas Gutes erwartet und das wurde erfüllt.»

Mike Müller genügt für ein abendfüllendes Programm nur ein Stuhl und ein Glas Wasser auf der Bühne. (Bild: Vivien Huber)

Mike Müller genügt für ein abendfüllendes Programm nur ein Stuhl und ein Glas Wasser auf der Bühne. (Bild: Vivien Huber)

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