«Zur Sache»
Den Marktfahrern und der Partyszene geht es schlecht: Im Zentrum des TVO-Talks «Zur Sache» stehen die Massnahmen gegen Corona und die Aussicht, dass es auch diesen Sommer ein Kulturfestival gibt

In der Sendung «Zur Sache» kommen auf TVO Hiltrud Frei, Präsidentin Ostschweizer Marktverband, und Lukas Hofstetter, Vorstandsmitglied «Nachtgallen» und Leiter Kulturfestival, zu Wort. «Tagblatt»-Chefredaktor Stefan Schmid moderiert das Gespräch – und will wissen, wie die Vertreter aus der Partyszene sowie die Marktfahrer und Schausteller über ein mögliches Ende des Lockdowns denken.

Rosa Schmitz
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Zu Gast beim TVO-Format «Zur Sache» waren heute Lukas Hofstetter, Vorstandsmitglied «Nachtgallen» und Leiter Kulturfestival, und Hiltrud Frei, Präsidentin Ostschweizer Marktverband. «Tagblatt»-Chefredaktor Stefan Schmid (mitte) moderierte.

Zu Gast beim TVO-Format «Zur Sache» waren heute Lukas Hofstetter, Vorstandsmitglied «Nachtgallen» und Leiter Kulturfestival, und Hiltrud Frei, Präsidentin Ostschweizer Marktverband. «Tagblatt»-Chefredaktor Stefan Schmid (mitte) moderierte.

Bild: Arthur Gamsa

Ein Mal mehr schaut die Schweiz am Freitag gebannt auf den Bundesrat. Die Landesregierung entscheidet, wie es mit den Coronamassnahmen weitergeht – dies bei einer drohenden dritten Welle und der Ostschweizer Forderung nach Lockerungen.

Seit einem Jahr steht in der Ostschweiz vieles still – wie in der ganzen Schweiz. Am Tag und in der Nacht. Noch ist unklar, wann Bars und Clubs wieder öffnen und Festivals und Jahrmärkte wieder durchgeführt werden dürfen. Moderator und «Tagblatt»-Chefredaktor Stefan Schmid und Vertreter aus der Szene, Hiltrud Frei, Präsidentin Ostschweizer Marktverband, und Lukas Hofstetter, Vorstandsmitglied «Nachtgallen» und Leiter Kulturfestival St.Gallen, diskutieren, wie es weitergehen soll.

Die TVO-Sendung «Zur Sache» vom Dienstagabend.

Video: TVO

Viele leben seit einem Jahr von Reserven

«Wie geht es den Ostschweizer Marktfahrenden im Moment?»: Das ist die erste Frage, die Schmid Hiltrud Frei stellt. «Nach einem Jahr ohne Arbeit geht es ihnen wirklich schlecht», sagt die Präsidentin des Ostschweizer Marktverbands. Es gebe viele, die aufgegeben und das Geschäft hätten stilllegen müssen. Einige hätten noch Hoffnung, dass die Lage sich wende. Gut sehe die Situation allerdings nicht aus. Hiltrud Frei:

«Viele Markthändler leben seit einem Jahr von Reserven. Irgendwann sind diese aber aufgebraucht.»

Es gebe keine Garantie, dass es nach der Pandemie weiterhin grosse Märkte geben werde wie früher. Die Zahl geschlossener Stände nehme mit jedem Monat zu, sagt Frei.

Als Nächstes will Schmid von Lukas Hofstetter wissen, wie es in der Kulturszene aussieht. «Es gibt unterschiedliche Einschätzungen der Situation – eigentlich die ganze Bandbreite», antwortet der Kulturfestival-Macher. Manche seien ermattet, müde. Manche verunsichert. Andere Kulturveranstalter wieder würden vorausschauen. Hofstetter sagt:

«Wir planen weiterhin, diesen Sommer ein Kulturfestival zu veranstalten.»

In welcher Form das Ganze genau stattfinden wird, ist noch unklar. Die Organisatoren werden beobachten, wie andere mit der Situation umgehen – zum Beispiel das Open Air St.Gallen. «Dann wird es wohl einen Dominoeffekt geben.»

Turbo-Öffnung oder Zuwarten?

Die Forderung an den Bundesrat, möglichst schnell den Lockdown zu beenden, unterstützen die beiden Gäste grundsätzlich. Sie wollen, dass die Schweiz wieder zur Normalität zurückkehrt. Allerdings mit Vorsicht. Von einer sogenannten Turbo-Öffnung sind sie nicht völlig überzeugt. Hofstetter plädiert dafür, nicht gleich alles wieder zu öffnen, die Coronamassnahmen nicht allesamt frühzeitig und unüberlegt aufzuheben:

«Sonst könnte es zu einem Jo-Jo-Effekt kommen. Und das kostet viel Geld – mehr als ein verlängerter Lockdown.»

Frei ist weniger besorgt und eher bereit, die Dinge in Bewegung zu bringen. Die Coronafallzahl sei derzeit nicht so schlimm, die Schutzkonzepte ausreichend, sagt sie. Und:

«Menschenleben stehen über allem. Riskieren wollen wir nichts.»

Von einem Impfpass halten Frei und Hofstetter allerdings wenig. «Wir werden eher auf Schnelltests setzen. Das sehen wir als realistischeres Ziel an», sagt Hofstetter. Frei stimmt ihm zu: «Mit fleissigem Testen könnten wir sicher wieder arbeiten», sagt sie.

Hinweis: «Zur Sache» wird ab 18.30 Uhr auf TVO ausgestrahlt oder unter www.tvo-online.ch gestreamt.