Menschenansammlungen im St.Galler Nachtleben: Stadtpolizei denkt über weitere Corona-Massnahmen für Auffahrtstage nach

Während in St.Gallen vielerorts die Abstandsregeln vernachlässigt wurden, verzichtete die Stadtpolizei darauf, Bussen zu verteilen. Bis Mittwoch will sie entscheiden, ob neue Massnahmen ergriffen werden.

Philipp Wolf
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Das «Bermuda Dreieck» war am vergangenen Wochenende bereits wieder gut besucht. Solche Bilder wie von vor knapp drei Jahren gab es aber nicht.

Das «Bermuda Dreieck» war am vergangenen Wochenende bereits wieder gut besucht. Solche Bilder wie von vor knapp drei Jahren gab es aber nicht.  

Archivbild: Benjamin Manser (29. Juli 2017)

Vergangenes Wochenende schien Corona in St.Gallen zeitweise weit weg. Es wurde flaniert, in Pärken verweilt und das Nachtleben erstmals seit Wochen wieder genossen. Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen, sagt:

«Es waren sehr viel mehr Leute unterwegs als zuvor.»

Und doch verteilte die Stadtpolizei über das gesamte Wochenende hinweg keine Bussen. Einzig gegen sechs Gastwirtschaftsbetriebe, die sich nicht an die Schliessungszeiten gehalten haben, wurde Anzeige erstattet. Momentan müssen Restaurants und Bars um Mitternacht schliessen.

Gut besuchtes «Bermuda Dreieck»

Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen)

Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen)

pd

Man habe generell keine Bussen gesprochen, sondern die Menschen immer wieder darauf aufmerksam gemacht, die Abstandsregeln einzuhalten, sagt Widmer. So hätten sich etwa die Demonstranten, die am Samstagnachmittag am Hauptbahnhof gegen die Anti-Corona-Massnahmen protestierten, friedlich verhalten. Zudem hätten sie der Aufforderung der Polizei, die Aktion zu beenden, Folge geleistet.

Reges Treiben herrschte in St.Gallen schliesslich besonders abends, viele Bars in der Innenstadt waren gut besucht. So beispielsweise im «Bermuda Dreieck». Dort befanden sich laut «20 Minuten» zeitweise dutzende Menschen auf kleinstem Raum. Der Stadtpolizei seien Bilder davon bekannt, sagt Widmer. «Meldungen sind diesbezüglich aber keine eingegangen. Ebenso konnten wir dies nicht selbst feststellen.»

Stadtpolizei überlegt sich, die Vorgehensweise anzupassen

Auf das Auffahrtswochenende hin prüft die Stadtpolizei nun, ob und was für weitere Massnahmen gegen grössere Menschenansammlungen ergriffen werden können. Widmer sagt: «Es geht vor allem um jene Örtlichkeiten oder Plätze, wo sich Menschen ansammeln und diese nicht zirkulieren». Inwiefern die Stadtpolizei ihr Vorgehen anpassen will, werde sie bis Mittwoch entscheiden, so Widmer.

Auch am St.Galler Marktplatz herrschte am vergangenen Wochenende ein reges Treiben.

Auch am St.Galler Marktplatz herrschte am vergangenen Wochenende ein reges Treiben. 

Bild: Raphael Rohner

Zudem stellt sich die Frage, inwiefern Inhaber von Bars belangt werden können, wenn vor ihrem Lokal die Abstandsregeln nicht eingehalten werden. Dazu sagt Widmer:

«Wenn sich Personen unmittelbar vor dem Lokal befinden, liegt es in der Verantwortung des Inhabers, die Personen auf die Abstandsregeln hinzuweisen.»

Solange die Betreiberin oder der Betreiber des Lokals versuchen, die Ansammlung aufzulösen, lasse er oder sie sich jedoch nichts zu schulden kommen. Würden die Leute der Aufforderung des Barbesitzers nicht Folge leisten, könne dieser die Polizei kontaktieren.

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