Mehr Übersicht in Muoler Versorgungsdschungel: Zwei Wasserkorporationen wollen fusionieren

In Muolen kommt das Wasser heute von drei verschiedenen Versorgern. Zwei von ihnen wollen sich nun zusammenschliessen. Für die Verbraucher ändere sich nicht, versichern sie.

Michel Burtscher
Hören
Drucken
Teilen

Sie versorgen die Muolerinnen und Muoler mit Trink-, Brauch- und Löschwasser. Sie betreiben Pumpwerke, bauen Leitungen, stellen Hydranten auf und überwachen die Wasserqualität. Drei Versorger kümmern sich heute im 1200-Seelen-Dorf um das lebenswichtige Gut: Die Wasserkorporationen Muolen und Oberegg-Rotzenwil-Blidegg decken den grössten Teil ab, die Technischen Betriebe Amriswil sind in einem kleinen Gebiet an der Gemeindegrenze tätig (siehe Karte). Früher waren es sogar noch mehr.

Diese Situation mit verschiedenen Versorgern sei historisch bedingt, sagt Beat Eigenmann, der Präsident der Wasserkorporation Muolen. Einst habe noch jeder Weiler eine eigene Zisterne gehabt. Später, als man Quellen erschloss, um die Wasserversorgung sicherer zu machen, habe man sich dann zusammengetan. Die Wasserkorporation Muolen etwa wurde im Jahr 1899 gegründet.

Die Rückmeldungen sind positiv

Bald dürften aus den drei Versorgern in der Gemeinde indes zwei werden. Im Herbst haben die Verwaltungsräte der beiden Wasserkorporationen beschlossen, eine Zusammenlegung zu prüfen. In den letzten Monaten haben sie nun die nötigen Entscheidungsgrundlagen dafür erarbeitet, wie Eigenmann sagt. Mittlerweile haben die Verwaltungsräte der Wasserkorporationen auch die Bevölkerung darüber informiert. Die Rückmeldungen seien sehr positiv, sagt Eigenmann. Die Fusion sei zwar noch nicht abgesegnet worden, aber «sehr wahrscheinlich».

Für ihn liegen die Vorteile auf der Hand: Rechtlich seien die beiden Wasserkorporationen zwar noch selbstständig, technisch würden sie aber bereits seit 30 Jahren eng zusammenarbeiten. Die Wasserkorporation Oberegg-Rotzenwil-Blidegg hat beispielsweise die Betreuung ihrer Fernwartungs- und Alarmsysteme an die Wasserkorporation Muolen ausgelagert. «Es ergibt keinen Sinn mehr, dass wir weiterhin parallel fahren», sagt Eigenmann.

Für die Verbraucher ändert sich nichts

Zudem wollte er sein Amt als Präsident abgeben. Doch Freiwillige zu finden, die es nach ihm übernehmen wollten, sei schwierig gewesen. «Ich habe darum Leo Künzle, den Präsidenten der Wasserkorporation Oberegg-Rotzenwil-Blidegg, angefragt, ob er sich das vorstellen könnte – und er hat schliesslich zugesagt.»

Für die Wasserverbraucher in Muolen ändere sich durch den Zusammenschluss nichts, sagt Eigenmann. Im März wird nun zuerst an der Bürgerversammlung der Wasserkorporation Oberegg-Rotzenwil-Blidegg über das Vorhaben abgestimmt. Danach unterstellt die Wasserkorporation Muolen das Geschäft noch dem Referendum. Wenn diese Hürden genommen werden, steht der Fusion nichts mehr im Weg.