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Steinacherin sucht Kinderkleidern ein neues Zuhause

Die Steinacherin Monika Raible betreibt seit sieben Jahren einen Secondhand-Laden für Kindersachen. Das Konzept funktioniert, Raible hat das Geschäft inzwischen zwei Mal ausgebaut.
Martin Rechsteiner
Monika Raible (hinten) bedient eine Kundin. Diese hat soeben Kinderkleider vorbeigebracht, am Verkaufserlös erhält sie eine Beteiligung. (Bild: Martin Rechsteiner)

Monika Raible (hinten) bedient eine Kundin. Diese hat soeben Kinderkleider vorbeigebracht, am Verkaufserlös erhält sie eine Beteiligung. (Bild: Martin Rechsteiner)

Neben dem Eingang der Kinderbox an der Steinacher Hauptstrasse stehen Plastiksäcke. Sie sind gefüllt mit Playmobil-Teilen und Lego-Figuren. «Die muss ich noch ins Sortiment aufnehmen», sagt Geschäftsführerin Monika Raible. «Es geht auf Weihnachten zu. Da wird bei den Kindern ausgeräumt, damit wieder Platz ist für neue Geschenke», sagt sie und zuckt mit den Schultern. Sie hat die Kinderbox vor sieben Jahren gegründet, «um etwas gegen die Wegwerfgesellschaft zu unternehmen», wie sie betont.

Das Geschäft ist ein Secondhand-Laden für Kinderartikel und Babyzubehör. Puzzles, Spielzeugautos, Puppenhäuser – in der Kinderbox gibt es alles, was das Herz der Jüngsten begehrt. Kleider, Schuhe und Sportartikel sind dort ebenfalls zu finden. Diese zwar auch nur für Kinder, «daran sind jedoch vorderhand ihre Eltern interessiert», sagt Raible mit einem Schmunzeln.

Die Ware kommt von «Spendern»

Monika Raibles Konzept mit den Occasion-Kinderartikeln trifft offenbar einen Nerv, das Geschäft läuft gut. Im vergangenen Frühling konnte sie den Laden zum zweiten Mal ausbauen. Jetzt hat es auch Platz für die Laufgitter, Kindersitze und Kindervelos, die sie erhält. «In den sieben Jahren Betrieb konnte ich ein sehr gutes Beziehungsnetz knüpfen», sagt sie.

Raible erhält ihre Ware von Freiwilligen, die sie in ihrem Laden abgeben. «Wenn ich die Sachen verkaufe, erhalten sie 40 Prozent des Erlöses zurück, bei Gegenständen für über 100 Franken sind es 65 Prozent.» Rund tausend Leute aus den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden geben der Steinacherin regelmässig Kinderutensilien ab.

«Es ist unglaublich, wie viel da zusammenkommt. Ich kann natürlich nur einen Bruchteil davon in den Laden aufnehmen. Das wissen meine Lieferanten inzwischen.»

Es sind deshalb meist nur die besten Stücke. Die Kleider, die im Laden hängen, sehen aus wie neu. Gewisse sind es auch. Ungetragen. «Im Ausverkauf der Läden sind die Kleidungsstücke oft so günstig, dass die Leute sie einfach einmal kaufen. Danach landen die Sachen manchmal direkt bei mir», sagt Raible. «Einerseits finde ich es schade, dass viele Artikel praktisch ungebraucht in meinen Laden kommen, anderseits freut es mich natürlich, dass ich diese wieder verkaufen kann.» Wenn Raible etwas nicht annehmen kann, empfiehlt sie den Besitzern, es bei der Stiftung Hoffnung für Kinder in Not in Rorschach abzugeben. Dasselbe tut sie mit Kleidern und Spielzeugen aus ihrem Laden, die sich nicht verkaufen. «Ich werfe kaum etwas weg.»

Vier Mitarbeitende sind nötig

Immer im März und im September gibt es in der Kinderbox speziell zwei Annahmewochen für Kleider der kommenden Saison. «Dabei erhalten wir normalerweise so viele Sachen, dass wir zu fünft tagelang nur dabei sind, sie zu etikettieren, aufzuhängen und zu ordnen», sagt Raible. Sie beschäftigt vier Angestellte im Stundenlohn.

Als Raible die gelernte Detailhändlerin das Geschäft 2011 eröffnet hat, habe sie nie gedacht, dass es einmal zu dieser Grösse anwachsen würde. Auch die Zahl der Arbeitsstunden, die sie in den Laden investieren muss, ist damit gestiegen. «Es ist nicht so, dass ich und meine Familie davon leben könnten», sagt die 47-Jährige. «Das Geschäft war und ist eine Herzensangelegenheit von mir.» Dennoch denkt Raible auch etwas wirtschaftlich. Derzeit arbeitet sie mit einer Outdoor-Bekleidungsfirma aus der Region zusammen, deren Artikel sie im Laden anbietet.

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