Schulhaussanierung in Mörschwil: «Wir wollen keine Pflästerlipolitik»

Soll das Schulhaus Augarten in Mörschwil saniert werden? Darüber befinden am 10.Februar die Stimmbürger. An einer Infoveranstaltung blieb kein Zweifel daran – auch wenn Fragen geklärt werden mussten.

Manuela Bruhin
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Das Schulhaus Augarten soll für rund 2,7 Millionen Franken totalsaniert werden. (Bild: Michel Canonica (21. November 2018))

Das Schulhaus Augarten soll für rund 2,7 Millionen Franken totalsaniert werden. (Bild: Michel Canonica (21. November 2018))

Feuchtigkeit im Untergeschoss, ein morsches Dach und zu wenig Platz – das 1878 erstellte Schulhaus Augarten in Mörschwil ist in die Jahre gekommen. Ein Sturm vor zwei Jahren brachte schliesslich die Gewissheit: Die baulichen Begebenheiten lassen sich nur durch eine Teilsanierung wohl nicht beheben. «Damit haben wir damals nicht gerechnet», sagte Schulrat Bruno Mitterer an einer Informationsveranstaltung am Dienstag.

Die gesetzlichen Anforderungen in Sachen Behindertengleichstellung und energetische Massnahmen liessen sich nur mit einer umfassenden Sanierung erfüllen. «Wir wollen keine Pflästerlipolitik», stellte Mitterer klar. Eine getätigte Investition sollte vielmehr von langfristiger Dauer sein. Aus diesem Grund komme nur eine Totalsanierung für rund 2,7 Millionen Franken in Frage.

Kindergartenräume sind zu klein

1989 wurden im Dachgeschoss zwei Kindergartenräume mit WC-Anlagen und Garderoben umgesetzt. Die Räume erweisen sich jedoch aus heutiger Sicht als zu klein, wie die Verantwortlichen erklärten. «Die Pädagogik hat sich in den vergangenen Jahren verändert», sagte Mitterer. Die Kinder seien bei Eintritt in den Kindergarten ein Jahr jünger, als dies noch 1989 der Fall war. Deshalb seien Bewegungs- und Spielräume besonders wichtig. Das Projekt sieht vor, die beiden Kindergartenklassen nicht mehr im Dach-, sondern im Erd- und Obergeschoss unterzubringen. Weiter soll im Erdgeschoss die Logopädie Platz finden. Die Spielgruppe, der Mittagstisch und auch die Küche werden im Dachgeschoss angegliedert. Ausserdem soll ein Lift in die Schulanlage integriert werden. Und auch das Dach und die Fenster sollen umfassend saniert werden.

Da das Schulhaus unter kantonalem Denkmalschutz steht, erweist sich die Sanierung als Herausforderung. Laut Architekt Benjamin Saner wurde das Gebäude im Vorfeld mit verschiedensten Behörden begangen, um möglichst alle Belange abzudecken. «Wir haben im Vorfeld diverse Varianten geprüft und sind überzeugt, mit diesem Projekt das Optimum herausgeholt zu haben», sagte Mitterer.

Fotovoltaikanlage ist nicht realisierbar

Die anschliessende Fragerunde wurde von den Anwesenden rege genutzt. In erster Linie wurde sowohl das Projekt wie auch die Vorarbeit der Verantwortlichen gelobt. Ob der Bau einer Fotovoltaikanlage geprüft wurde, wollte ein Bürger wissen. «Die Umsetzung erweist sich als schwierig», sagte Benjamin Saner. Die Denkmalpflege sei nicht gewillt, einem entsprechenden Bau zuzustimmen.

Auch die Liftanlage war ein Diskussionspunkt. Ob mit dem Bau eines regulären Personenlifts nicht ein ähnlicher Fauxpas wie in Waldkirch drohe, lautete eine andere Frage. Oder wäre ein Warenlift vielleicht angemessener? Saner konnte Entwarnung geben. «Wir verfügen durch die baulichen Gegebenheiten über mehr Platz. Dies bringt dem Hauswart eine gewisse Erleichterung für seine Arbeit.» Die Verantwortlichen waren sich sicher: «Mit dem Projekt investieren wir in eine nachhaltige Zukunft.» Die Mörschwiler stimmen am 10. Februar über das Projekt ab.