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Das sind die Standorte der in St.Gallen geplanten 5G-Mobilfunkantennen

Was Gossau schon hat, soll bald auch St.Gallen erhalten: Eine 5G-fähige Mobilfunkantenne. Auf Stadtgebiet sind derzeit gar 21 Antennen geplant. Die Stadt ist jedoch der Meinung, dass es für 5G keine grosse Antennen, sondern mehr kleine braucht.
Marlen Hämmerli
Auch in St. Gallen werden bald 5G-Antennen installiert. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone)

Auch in St. Gallen werden bald 5G-Antennen installiert. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone)

Noch ist die neue Mobilfunk-Technologie 5G in der Stadt St.Gallen nicht verfügbar. Doch das wird sich bald ändern. Auf Stadtgebiet sollen – Stand Ende Mai – drei Antennen neu gebaut und 18 umgebaut werden (siehe Karte). Damit werden sie 5G-fähig, was es unter anderem ermöglicht, grössere Datenmengen schneller zu übertragen. Fünf Gesuche, darunter jene für die zwei neuen Antennen, werden derzeit noch geprüft. Deren Adressen sind deshalb noch nicht öffentlich. Das geht aus Daten hervor, die die Dienststelle Umwelt und Energie der Stadt St.Gallen auf Anfrage bereitgestellt hat.

«Bei uns treffen laufend Gesuche ein», sagt Andreas Küng von Umwelt und Energie. Bisher wurde der grösste Teil der Antennenwechsel im sogenannten Bagatellverfahren behandelt, also ohne öffentliches Baugesuch. Auf diese Weise entstand etwa in Gossau beinahe unbemerkt eine 5G-Antenne, die seit kurzem in Betrieb ist.

Beim Bagatellverfahren erhöht sich die elektrische Feldstärke nur leicht. So wird lediglich das Datenblatt zur Antenne angepasst und von der kantonalen Fachstelle für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung geprüft. Möglich wird die vereinfachte Bewilligung, wenn gewisse Kriterien erfüllt sind.

Mobilfunkanbieter sind frei, 5G aufzuschalten

Auch wenn eine Antenne neu 5G-fähig ist, sind die Mobilfunkbetreiber frei, 3G, 4G oder 5G zu verwenden. Ihnen wird nicht eine Technologie bewilligt, sondern Sendeleistungen, Senderichtungen und Abstrahlcharakteristiken. An diese müssen sie sich halten, ebenso wie an die Grenzwerte. Trotzdem ist es wahrscheinlich, dass Besitzer von 5G-fähigen Handys die Technologie in St.Gallen bald nutzen können.

Swisscom und Sunrise wollen gemäss Medienauskunft bis Ende Jahr über 90 Prozent der Bevölkerung mit der neuen Mobilfunktechnologie versorgen. Salt will sie in der zweiten Jahreshälfte einführen.

Grenzwerte müssen für 5G nicht erhöht werden

«Die Krux der Betreiber ist, dass die Technologie sich so rasant entwickelt», sagt Harry Künzle, Leiter der Dienststelle Umwelt und Energie. Im Prinzip müssten sie derzeit – 2G inbegriffen – vier Technologien parallel betreiben. Könnten die Mobilfunkbetreiber 2G und 3G abschalten, würde das Kapazität für 5G schaffen. Jedoch können bisher nur wenige Smartphones 5G empfangen.

Swisscom, Sunrise und Salt fordern, höhere Grenzwerte für den Strahlenschutz. So argumentiert etwa Sunrise, in den Städten seien neun von zehn Antennen bis zum Grenzwert ausgelastet. Um 5G in einzuführen bräuchte es unter dem geltenden Grenzwert mindestens 15'000 neue Antennen in der ganzen Schweiz.

Die Forderung nach einem schwächeren Strahlenschutz ist laut Harry Künzle unnötig: «Um 5G in der Innenstadt anzubieten, ist es nicht nötig, neue, grosse Antennen auf die Dächer zu stellen. Besser ist es mit vielen Kleinzellen zu arbeiten.» Dazu werden an Hauswänden, Balustraden oder Strassenlampen kleine Antennen befestigt und ans Glasfasernetz angebunden. Ziel ist es, die Daten über möglichst kurze Distanz drahtlos zu übertragen, um sie ins Glasfasernetz einzuspeisen. Je kürzer die Funkstrecke, desto weniger Sendeleistung ist nötig, was die Strahlung reduziert – auch jene des Endgeräts.

Strahlung sank, obwohl mehr Antennen sendeten

Das die Gleichung «mehr kleine Antennen, weniger Strahlung» aufgeht, hat die Stadt im Pilotprojekt St.Galler Wireless 2013 bewiesen. Eine Studie der Hochschule für Technik Rapperswil ergab, dass die elektrische Feldstärke dank der Kleinzellen um rund einen Drittel sinkt. Doch die Mobilfunkbetreiber lehnten das Kleinzellenkonzept bisher ab. «Sie behaupten, es wäre zu teuer, können aber nicht beweisen, dass das stimmt», sagt Künzle. Trotzdem hat die Stadt den Betreibern eine Zusammenarbeit beim Aufbau eines kleinzelligen Mobilfunknetzes angeboten. Das geht aus der Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss hervor. Gespräche laufen, zwei Firmen sind interessiert. Welche zwei will Künzle nicht sagen, solange noch verhandelt wird.

Auch für die Stadt hat 5G Vorteile. So ermöglicht es die Technologie zum Beispiel Lichtsignalanlagen, Stadtbusse in Echtzeit zu erfassen. Ein Programm errechnet, wann die Ampel auf Grün springen muss, damit der Bus nicht halten muss. Heute müssen die Busse oft noch abbremsen. Auch das Projekt Smart Parking könnte von 5G profitieren. Dabei erfassen Sensoren, ob ein Parkplatz frei ist. Die Stadtpolizei hat solche Sensoren bis vor kurzem getestet.

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