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Mehr Fernwärme, weniger Strom: Die St.Galler Stadtwerke haben 2017 knapp 13 Millionen Gewinn gemacht

Die St. Galler Stadtwerke haben 2017 rund 20 Prozent mehr Fernwärme ins Netz eingespeist als im Vorjahr – und es soll künftig noch mehr werden. Die Stadtwerke wollen aber nicht nur Energieversorger, sondern auch Innovationsmotor sein.
Luca Ghiselli
Wärme und Strom in einem: Auf dem Dach der Fernwärmezentrale Waldau wurde eine Solaranlage installiert. (Bild: Michel Canonica)

Wärme und Strom in einem: Auf dem Dach der Fernwärmezentrale Waldau wurde eine Solaranlage installiert. (Bild: Michel Canonica)

Die Kurve zeigt steil nach oben: Die St. Galler Stadtwerke haben in fast allen Geschäftsbereichen ein Plus erzielt: Mehr Glasfaser-Anschlüsse installiert, mehr Erd- und Biogas verkauft, mehr Solarenergie produziert. Durch den Ausbau des Fernwärmenetzes konnten zudem rund 20 Prozent mehr Energie ins Netz gespeist werden – und 300 zusätzliche Haushalte erschlossen werden. Als Grosskunde konnte das Kantonsspital St. Gallen angeschlossen werden. «Das macht uns stolz», sagt Marco Letta, Unternehmensleiter der Stadtwerke, auf Anfrage.

Bald beginnt die dritte Ausbauetappe mit dem Bau der Fernwärmezentrale in der Lukasmühle – im Mai vergangenen Jahres wurde jene in der Waldau eingeweiht. Der im November 2017 von den Stadtsanktgaller Stimmberechtigten grossmehrheitlich gutgeheissene Ausbau bedeutet, dass sich der Aufwärtstrend bei der Fernwärme in den kommenden Jahren weiter fortsetzen wird. Entscheidend dafür ist auch die kürzlich abgeschlossene Erneuerung des Kehrichtheizkraftwerks (KHK) im Sittertobel: Konnten 2017 noch 80 Gigawattstunden vom KHK ins Fernwärmenetz eingespeist werden, werden es 2022 bereits 160 Gigawattstunden sein – und damit auch genug, um den Osten der Stadt mit Fernwärme zu beliefern.

Mehr Gewinn als noch 2016

Damit kann die Stadt weiter mit grossen Schritten auf ihr Ziel einer 2000-Watt-Gesellschaft zusteuern. Andererseits hat diese Entwicklung auch zur Folge, dass auch das finanzielle Jahresergebnis im Vergleich zu 2016 gesteigert werden konnte. Mit rund 12,9 Millionen Franken Gewinn schliessen die St. Galler Stadtwerke das Rechnungsjahr rund 1,8 Millionen Franken besser ab als noch im Vorjahr. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten Geschäftsbericht hervor.

Alles in bester Ordnung also? Nicht ganz, denn der Druck auf die Energiebranche nimmt weiter zu. Die vollständige Liberalisierung des Strom- und Gaspreises könnte bald konkret werden – was auch den Preisdruck auf die Stadtwerke erhöhen würde. «Wir wollen uns so aufstellen, dass wir bereit sind, wenn es so weit ist», sagt Unternehmensleiter Marco Letta, der seit Juni vergangenen Jahres im Amt ist. 2017 sei für die Stadtwerke ein «solides Jahr» gewesen. Zwar ist der Stromabsatz an Endkunden insgesamt leicht zurückgegangen – von rund 496 auf 480 Gigawattstunden. «Bei den regionalen Kunden sind wir aber sehr gut aufgestellt und stabil», sagt Letta. Der Rückgang sei einer Fluktuation bei nationalen, öffentlich ausgeschriebenen Aufträgen geschuldet. Die Zahl werde sich aber 2018 auch wieder einpendeln.

Über die Stadtgrenze hinaus Impulse setzen

Neu hinzugekommen sind im Jahr 2017 auch diverse Photovoltaik-Anlagen. Auf dem Dach der Fernwärmezentrale Waldau wird seit kurzem genauso Strom mit Sonnenenergie produziert wie auf dem Dach der St. Leonhard-Turnhalle und auf den Neubauten in der Sturzenegg. Insgesamt versorgen sie etwas über 50 Haushalte mit Strom. Gerade in der neuen Überbauung in Winkeln sind erste Zeichen eines Generationenprojekts zu erkennen: Ein zertifiziertes 2000-Watt-Areal mit Siedlungsapp, E-Tankstellen und zwei Blockheizkraftwerken. Die Sturzenegg ist eine «Smart City» im Kleinen. «Das Projekt ist für uns eine grosse Chance, auch über die Stadtgrenzen hinaus mit einem Leuchtturmprojekt Impulse zu setzen», sagt Letta.

Denn die Stadtwerke verstehen sich nicht nur als Energieversorger, sondern auch als Innovationstreiber über die Stadtgrenzen hinaus. Zu diesen Innovationen zählt Letta neben den Pilotprojekten in der Sturzenegg und der Remishueb auch die intelligente Strassenbeleuchtung an der Oberstrasse oder das Energienetz GSG im Westen der Stadt. Dort entsteht ein Wärmeverbund in Kooperation zwischen den Stadtwerken, den St. Gallisch-Appenzellerischen Kraftwerken sowie der Stadt Gossau und der Gemeinde Gaiserwald. Im Zentrum stehen dabei stets die Ziele des Energiekonzepts 2050. «Den Weg dorthin gehen wir konsequent und unbeirrt.»

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