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Matthias Haas, Präsident der Offiziersgesellschaft Rorschach, vor dem Grossanlass auf dem Würth-Areal: «Ich bin Vollblut-Milizoffizier»

Die Offiziersgesellschaft Rorschach um Präsident Matthias Haas verwandelt das Würth-Areal am Samstag in eine Art Militär-Erlebnispark.
Ralf Rüthemann
Matthias Haas wusste schon früh, dass er eine militärische Karriere machen wollte: «Aufgrund guter Vorbilder in der Rekrutenschule habe ich weitergemacht.» (Bild: Benjamin Manser)

Matthias Haas wusste schon früh, dass er eine militärische Karriere machen wollte: «Aufgrund guter Vorbilder in der Rekrutenschule habe ich weitergemacht.» (Bild: Benjamin Manser)

Schon bald fahren in Rorschach die Panzer auf. Zum Glück nicht im Ernsteinsatz, sondern wegen des bevorstehenden Grossanlasses der Offiziersgesellschaft Rorschach auf dem Würth-Areal. Matthias Haas, Präsident der OG Rorschach und Schulleiter der Primarschule Klosterguet im Rorschacherberg, gibt in seinem Büro Auskunft über den bevorstehenden Anlass: Militärfanatiker müsse man nicht sein, um am Programm nächsten Samstag Gefallen zu finden. «Wir wollen der Bevölkerung die Sicherheitsverbunde näherbringen.» Nicht nur die Armee wird ihre Geschütze auffahren, sondern auch sämtliche Blaulichtorganisationen.

Im Schulhaus Klosterguet ist es ruhig, die Bürotür von Matthias Haas weit offen. Die Herbstferien, beziehungsweise schulfreie Zeit, hat gerade begonnen. Für Haas gilt das allerdings nicht: Als Schulleiter hat er fünf Wochen frei. «Und das mit diesen zwölf Wochen Ferien für die Lehrer glaubt heute wohl auch niemand mehr», sagt er. Seine Antworten sind abgeklärt und ruhig. So sei er damals auch als Zugführer gewesen:

«Ich war kein lauter Zugführer und habe immer versucht, fair zu sein und das Prinzip Führen durch Vorbild zu leben», sagt Haas.

«Wenn die Rekruten im Stroh schlafen mussten, habe ich auch im Stroh geschlafen.» Ihm sei zudem immer wichtig gewesen, dass er seine Leute für das, was sie machen mussten, überzeugen konnte. «Irgendetwas befehlen und herumbrüllen nützt nichts.»

Noch immer im Einsatz

Heute rangiert Matthias Haas als Major im Generalstab und steht der Offiziersgesellschaft seit 2016 vor. Zu den «Ehemaligen» in der OG gehört er aber nicht, er ist noch immer zwischen vier und sechs Wochen pro Jahr aktiv für die Armee im Einsatz. Der 41-jährige Familienvater hat jeweils als Regiechef für Volltruppenübung der mechanisierten Brigade 11 die Verantwortung. «Und ab dem Jahr 2021 übernehme ich voraussichtlich ein Bataillonskommando», ergänzt Haas.

An seiner Berufstätigkeit als Schulleiter werde sich aber nichts ändern: «Ich bin Vollblut-Milizoffizier und habe das Glück, dass mir mein Arbeitgeber entgegenkommt und wir hier eine sehr gute Stellvertreterregelung haben. Ich leiste sehr gerne Dienst für unser Land, bin aber auch sehr gerne Schulleiter.»

Laser-Sturmgewehr ausprobieren

Matthias Haas wusste schon früh, dass er eine militärische Karriere machen wollte: «Aufgrund guter Vorbilder in der Rekrutenschule habe ich weitergemacht. Irgendwann war klar, dass ich Offizier werden wollte.» Einer der bewegendsten Momente seiner Laufbahn sei die Beförderung zum Leutnant gewesen: «Es war ergreifend. Meine heutige Frau war auch dabei, sie war damals schon meine Freundin», sagt Haas. Irgendwann sei es für Haas dann naheliegend gewesen, der OG Rorschach beizutreten.

Matthias Haas hauptberuflich Schulleiter der Primarschule Klosterguet im Rorschacherberg. (Bild: Benjamin Manser)

Matthias Haas hauptberuflich Schulleiter der Primarschule Klosterguet im Rorschacherberg. (Bild: Benjamin Manser)

Die Besucher können sich am kommenden Samstag selbst in einigen militärischen Disziplinen versuchen: Schutzwesten anprobieren, Tarnen mit Tarnstift, Zielwerfen mit Handgranaten-Attrappen und Sturmgewehr-Übungen mit einem Laser. Ist es in der heutigen Zeit noch vertretbar, dass unter Umständen auch Kinder im Handgranatenwerfen trainiert werden?

«Einfach mal ausprobieren hat ja noch nichts mit trainieren zu tun.»

«Das Gleiche könnte man sich auch bezüglich Eltern, die ihrem Kind Pfeilpistolen zum Spielen kaufen, fragen», sagt Haas. Es sei eine Möglichkeit für die Kinder, mal so etwas anzufassen und überhaupt zu sehen, was das ist. «Ich finde, das ist überhaupt die Basis für einen verantwortungsvollen Umgang damit. Man muss den Kindern einfach erklären, was es ist, und dass es letztendlich auch ein Mittel darstellt, um jemanden zu töten.»

Sektion seit 1944

Die Sektion Rorschach gibt es seit 1944. Damals spalteten sich die Offiziere der Seeregion aufgrund der Benzinkontingentierung während des Krieges von St. Gallen ab. Heute gehört sie, gemessen an den jährlichen Anlässen, zu den grössten Offiziersgesellschaften der Schweiz. Der Anlass am Samstag findet im Rahmen des 75-Jahr-Jubiläums statt. «Wir haben ein separates Organisationskomitee für die diesjährigen Feierlichkeiten», erklärt Matthias Haas. Im OK seien alle ehemaligen Präsidenten der OG Rorschach, welche noch leben, dabei.

Als eines der Highlights erwähnt Haas die Podiumsdiskussion zum Thema Sicherheitspolitik mit prominenter Beteiligung, unter anderen der St. Galler Ständerat Benedikt Würth.

«Ich freue mich aber auch sehr auf die Darbietung des Infanterie Bataillons 65.»

Dabei werden die Soldaten demonstrieren, wie bei einer Strassensperre die Kontrolle von Fahrzeugen, Personen und Material abläuft. Matthias Haas sieht die Armee in der Pflicht, der Bevölkerung solche Armeetätigkeiten zu präsentieren. «Schliesslich zahlen sie Bürger jedes Jahr einen namhaften Beitrag und haben das Recht, zu sehen, wofür ihr Geld eingesetzt wird.»

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