Marktplatz
«Kein Ellbögeln in den Korridoren»: Der St.Galler Bauernmarkt startet am Gründonnerstag in die neue Saison

Der Präsident des Bauernmarktes freut sich auf den ersten Markttag des Jahres. Dabei kommt erneut das bewährte Schutzkonzept vom vergangenen Jahr zum Einsatz. Dieses ist nicht nur gegen Corona hilfreich.

Sebastian Rutishauser
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Jeden Freitagvormittag verkaufen Bäuerinnen und Bauern regionale und landwirtschaftliche Produkte auf dem St.Galler Marktplatz.

Jeden Freitagvormittag verkaufen Bäuerinnen und Bauern regionale und landwirtschaftliche Produkte auf dem St.Galler Marktplatz.

Bild: Tobias Garcia

Die gelben Schirme und Planen kehren zurück auf den Marktplatz: Am Gründonnerstag und danach an jeden Freitagvormittag bieten Bäuerinnen und Bauern wieder Lebensmittel und Blumen an ‒ ausschliesslich saisonal und aus der Region. Damit unterscheidet sich der St.Galler Bauernmarkt von anderen Märkten in St.Gallen: «Bei uns dürfen nur Bauern mit eigenem Betrieb ihre Produkte anbieten», sagt Rolf Bischofberger, Präsident des Marktes. Auch er unterhält zusammen mit seiner Frau Judith und einem Mitarbeiter drei Stände. An diesen bieten sie neben Bio- und Spezialbroten auch Lammfleisch, Gemüse und Beeren an.

Um das Einkaufen auf dem Markt trotz Corona zu ermöglichen, setzt Bischofberger auf das Schutzkonzept aus der vergangenen Saison. Dabei verfügt jeder der 1,5 Meter auseinanderliegenden Stände über einen einzelnen Korridor, der als Wartebereich dient. Von dort werden die Kundinnen und Kunden von der Verkäuferin oder dem Verkäufer jeweils abgeholt und einzeln bedient.

Laut Bischofberger hätten sich Kunden im vergangenen Sommer vorbildlich an die Umsetzung dieser Vorgaben gehalten. Er sagt:

«Von einigen kam sogar der Wunsch, dass wir die Korridore doch auch nach Corona beibehalten sollen.

So könne verhindert werden, dass diejenige Person zuerst dran kommt, die am meisten ellbögelt.

Eine andere Ausgangslage als vor einem Jahr

Rolf Bischofberger, Präsident St.Galler Bauernmarkt

Rolf Bischofberger, Präsident St.Galler Bauernmarkt

Bild: PD

Bischofberger freut sich auf den ersten Markttag seit November. Was ein mögliches Ausbleiben der Kundschaft angeht, zeigt er sich zuversichtlich: «Die Leute werden trotz Corona kommen, da bin ich mir zu hundert Prozent sicher.» Sofern das Wetter stimme, könne er sich gut vorstellen, dass die Zahl der Besucher im Vergleich zu den Vorjahren sogar ansteige: «Die Leute suchen Begegnungen und wollen nach draussen. Beides bietet der Markt.»

Anders sah die Situation für die Anbieterinnen und Anbieter vor einem Jahr aus: «Wegen des ersten Lockdown durften wir erst sechs Wochen nach Ostern eröffnen und hatten dabei keine Ahnung, ob überhaupt Kundschaft kommt.» Diese Ungewissheit habe die Vorbereitungen zum ersten Markttag der Saison ungemein erschwert: «Beim Metzgen der Schafe wussten wir nicht, ob wir das Lammfleisch wirklich verkaufen können.» Doch die Bedenken blieben unbegründet: Die St.Galler Bevölkerung kam und kaufte – wie jedes Jahr. Bischofberger sagt:

«Trotz der Masken sah ich den Kunden in den Augen an, wie sie strahlten, weil wir wieder in der Stadt waren.»

Und doch hat sich etwas geändert: In der vergangenen Saison sei die Nachfrage nach frischem Gemüse, Beeren und Fleisch höher gewesen den je. Dafür habe Bischofberger weniger Brote und Backwaren verkauft. Er vermutet: «Die Leute haben während der Pandemie mehr Zeit. Sie backen ihr Brote selbst und kochen häufiger.» So sei auch das Bewusstsein für Bio, Saisonales sowie Regionales vom Markt gestiegen.